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Weimar 2017



Irgendwie hatte ich mir Weimar schon vor geraumer Zeit mal in den Kopf gesetzt, notfalls wäre ich auch alleine gefahren, dass Mama sich für diese Stadt aber ebenfalls direkt begeistern konnte, war natürlich umso schöner!

 

Im östlichen Teil unserer Republik beschränken sich meine Erfahrungen leider mehr oder weniger auf gerade mal Berlin, Leipzig, Dresden -also die Klassiker- sowie Rügen. Und da mir diese Richtung bisher deutlich mehr Freude gemacht hat als die westliche in unserem Land, war Weimar einfach eine voraussichtlich gute Wahl.

 


 

Ich wusste zwar nichts über die Stadt, habe aber schnell heraus gefunden, dass die Gedenkstätte Buchenwald nicht weit entfernt ist, Weimar sehr viel mit Goethe, Schiller und Co. zu tun hat und Großherzogin Anna Amalia eine wichtige Rolle gespielt haben muss.

 

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich mich geschichtlich und kulturell traurigerweise nicht gut genug auskenne, umso interessanter aber war es, drei Wochen vor Beginn der Reise endlich einen freien Tag gefunden zu haben, an dem ich mich ausgiebig damit befassen konnte – und welcher Tag war da besser geeignet als ausgerechnet der Tag der deutschen Einheit?! Ein schöner Zufall.

 

Im Großen und Ganzen war das Ergebnis dieses Tages allerdings, dass ich mich in erster Linie würde überraschen lassen. Natürlich hatte ich so meine Favoriten, die ich gerne sehen oder was ich gerne machen wollen würde aber wenn ein hübsches Café, eine Massage im Spabereich unseres schönen Hotels oder ein kleiner Shoppingbummel in die Quere kommen würde, würde ich auch nicht Nein sagen.

 


Bühne frei!:





Dienstag 17.10.17

 

Heute war ein wunderschöner Tag, was man angesichts der vielen Bahnstunden anfangs gar nicht glauben mag, aber es ist tatsächlich so, dass alle unsere Züge nach Thüringen pünktlich waren und die Landschaft unterwegs optisch mehr als ansprechend. Aber der Reihe nach.

 

Anreise zur Universitätsstadt Weimar

 

Bereits um 07.32Uhr fuhr unser Zug nach Braunschweig, wo zum Glück mehr als genug Zeit war, umzusteigen aber vor allem auch, die DB Info und auch gleich noch das DB ReiseCentrum aufzusuchen. Unsere drei Monate im Voraus gebuchte ICE-Verbindung via Göttingen existierte nämlich mittlerweile nur noch als Schienen-Ersatzverkehr, wie ich am Vorabend mit Schrecken festgestellt hatte – und so mussten wir unser Ticket gültig schreiben lassen für den IC nach Leipzig. Immerhin sprang eine gratis Sitzplatzreservierung dabei heraus, wenngleich diese in dem wirklich leeren IC unnötig gewesen wäre.

 

08.10Uhr Abfahrt von Braunschweig. 10.20Uhr Ankunft in Leipzig. Und endlich ein Baguette & Kaffee, schließlich war ich mittlerweile exakt fünf Stunden auf den Beinen und in Action. Auch die Zeit in Leipzig bis zur Weiterfahrt um 10.50Uhr verging dadurch wie im Flug und ab hier wurde die Landschaft dann höchstinteressant.

 

Die Sonne strahlte, es war ein warmer Tag, das bunte Herbstlaub würde jeden amerikanischen Indian Summer toppen und die malerischen Weinberge vervollständigten das Bild auf der Strecke nach Weimar, welches wir gegen 12.15Uhr mit nur wenigen, nicht nennenswerten, Minuten Verspätung erreichten.

 

Ankunft bei sommerlichen Temperaturen

 

Der Bus Richtung Hotel war schnell gefunden und mit 2€ pro Person angemessen.


Das Dorint Hotel am Goethepark [!Keine Werbung!] befindet sich mehr oder weniger um die Ecke der Bushaltestelle Wielandplatz – allerdings waren wir zum Einchecken viel zu früh dran. Wir konnten nur die Koffer abstellen, kurz verschnaufen und direkt durchstarten.

Erster Rundgang durch die Altstadt

 

Ausgerüstet mit diversen Stadtplänen marschierten wir via Ackerwand (das ist ein Straßenname) zum Platz der Demokratie, wo sich ein Denkmal von Carl August zu Pferde befindet. Carl August war Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach gewesen. Mehr weiß ich auch nicht über ihn aber sein Denkmal ist ganz fotogen und kam mir damit sehr gelegen. Wie ich allerdings schnell feststellte, ist die gesamte Stadt äußerst fotogen! ♥


Wir gingen weiter zum Markt, um die Touristeninfo aufzusuchen, wo wir wie geplant Theaterkarten für Donnerstagabend erstehen konnten. Ansonsten ist der Marktplatz nicht weiter aufregend aber dennoch sehenswert, da sich hier das Rathaus und das berühmteste Hotel der Stadt („Elephant“ - [!Keine Werbung!]) befinden und (fast?) täglich (?) ein kleiner Markt stattfindet, wo es neben Gemüse und Souvenirs in Form von beispielsweise Schmuck, Zwiebelzöpfen und Korkprodukten, natürlich an jeder Ecke die Thüringer Bratwurst zu kaufen gibt.

 

Aber um kein Bild von riesigem Marktgeschehen zu produzieren: Ich habe gelesen, dass besagter Marktplatz gerade mal 60x60 Meter groß ist und ich finde, das klingt auch realistisch.

 

Auch das Ginkgo-Museum [!Keine Werbung!] befindet sich am Marktplatz – aber wir beschränkten uns auf den großen Ginkgo-Shop [!Keine Werbung!] im Erdgeschoss und kehrten anschließend in der benachbarten Bäckerei ein, bevor wir die Shops auf dem Weg zum Frauenplan stürmten.



An dieser Stelle muss ich einen kleinen Exkurs zum Thema Ginkgo machen, während ich konsequenterweise gerade einen leckeren Ginkgo-Tee aus Weimar schlürfe! :-)

 

Der Ginkgo-Baum stammt eigentlich aus China! Er begegnet einem aber auch in Deutschland vermutlich öfter als man denkt, wie mir mittlerweile klar geworden ist.

 

In Weimar spielt der Ginkgo eine große Rolle! Herzog Carl August liebte Gärten und Parks. Einer seiner Hofgärtner kam von seiner Ausbildung aus England zurück, hatte dort den Ginkgo-Baum kennen gelernt und machte den Herzog damit bekannt. Dieser war Feuer und Flamme, ließ in Belvedere (Schloss und Anlage nahe Weimar) Anpflanzungsversuche durchführen, das klappte wunderbar, und seither ist der Baum stark mit Weimar verbunden.

 

Besonders in den letzten Jahren ist wohl ein regelrechter Hype um den Ginkgo in der Stadt entstanden. Man vertreibt ihn wie es nur geht: Als Tee, Schokolade, Kosmetik. Als Ausstechförmchen, auf Postkarten und Geschirr. Samen oder kleine Pflänzchen. Einfach alles was man sich denken und nicht denken kann.

 

Nicht zuletzt schrieb Goethe:

 

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe, 1815

 

 

 

Am Frauenplan, auch einem kleinen Platz, befindet sich beispielsweise das Goethehaus von 1709, wo der Dichter fast 50 Jahre lang gewohnt haben soll. Natürlich ist es als Museum zurecht gemacht aber wir machten lieber eine ausgiebige Pause auf einer schattigen Bank mit Blick auf buntes Herbstlaub und die vielen Kutschen, die zu Höchstpreisen Stadtrundfahrten anbieten.

 

Das Wetter war wirklich unfassbar. Mitte Oktober und über 20 Grad und Sonnenschein. T-Shirt-Wetter. Ohne Kompromisse.

 

Um die Ecke, in der Seifengasse erspähten wir Gretchen´s Restaurant [!Keine Werbung!] bzw. eine Info, dass es über eine Dachterrasse verfügt. Aus Neugier fuhren wir hoch und stellten fest, dass es hier wirklich sehr, sehr schön zum Sitzen ist, ob sonnig oder schattig, wir ließen uns nieder um einen Tee zu trinken.




Abendgestaltung im Dorint Hotel
[!Keine Werbung!]

 

17.30Uhr: Zeit zum Einchecken. Glücklicherweise machte Weimar hier keine Ausnahme: Auch das Hotel und Zimmer gefielen uns auf Anhieb. Bis jetzt machte die Stadt es uns echt leicht, sie zu mögen, zumal bei diesem Sommerwetter!

 

Allerdings war unser Bedarf an Entdeckungen und Erlebnissen für den heutigen Tag gedeckt. Um 19Uhr (ich) und 20Uhr (Mama) standen noch unsere vorgebuchten Massagen im Spa des Hotels an und direkt im Anschluss schlief ich auch schon ein.

 

 

 

Mittwoch 18.10.17

 

Guten Morgen Thüringen!

 

Pünktlich um 8 Uhr begaben wir uns zum Frühstück, welches im Erdgeschoss des Hotels in einem sehr großen und hübschen Frühstücksbereich angeboten wird. Das Buffet ist vielfältig und reichhaltig – in aller Ruhe verbrachten wir hier eine ganze Stunde!

 

Ganz entspannt gingen wir den ersten richtigen Tag in Weimar wie folgt an: Gegen 10Uhr gingen wir wieder Richtung Touristeninfo am Markt, in der Hoffnung, doch noch eine preiswerte Kutschentour zu finden, aber das ist nicht machbar zu zweit. So entschieden wir uns schnell für den ersten und einzigen Panorama-Cabrio-Mercedes-Bus Deutschlands [!Keine Werbung!].


Die einstündige Stadtrundfahrt (16€ pro Person) startete pünktlich um 11Uhr am Hotel Elephant [!Keine Werbung!] und wir hatten das Glück, Plätze in der letzten Reihe zu ergattern, wo wir vergleichsweise geschützt vor dem Fahrtwind saßen.

 

Das Wohnhaus von Johann Sebastian Bach hat übrigens an der Stelle des Hotels Elephant bzw. direkt daneben gestanden, musste aber für den Bau eben jenes abgerissen werden. Eine Art Gedenk- oder Informationstafel an dieser Stelle erklärt diese Tatsache.

 

Der Vormittag war zwar auch schon sonnig aber deutlich frischer als der gestrige Nachmittag! Es gab aber Decken an Bord, die über die Beine gelegt eine nützliche Wirkung entfalteten.


Dieser Citytour-Bus bietet 20 Sitzplätze, die auch fast alle belegt wurden. Vom Band, aber auch vom Fahrer, gab es Kommentare zu den Sehenswürdigkeiten, ein paar Geschichten, Anekdötchen, unterm Strich sowohl informativ als auch unterhaltsam und definitiv empfehlenswert!

 

Und ich muss zugeben: Mit einer Kutsche hätten wir so viel wohl nicht gesehen, denn es waren über 30 Stationen auf der Strecke! Auf jeden Fall hält Weimar etliche Überraschungen bereit und hat uns, wenn nicht gestern, spätestens jetzt vollends überzeugt! Aber ich finde: Gestern schon!

 

High Noon

 

Kurz nach 12Uhr endete die Tour wieder am Hotel Elephant am Markt und wir gingen zu Fuß Richtung Herderplatz, der sich wirklich nur um die Ecke befindet. In Weimar ist alles nahe beieinander! Allerdings war die Strecke wieder gesäumt von diversen Geschäften, die wir durchstöberten, sodass eine gute Stunde ins Land ging bevor wir gegen 13Uhr die „Suppenküche“ am Herderplatz [!Keine Werbung!] aufsuchten, um ein Päuschen einzulegen. Lecker!!



 

Nach dem Besuch der St. Peter und Paul Kirche und einem Kaffee in der Kaffeerösterei [!Keine Werbung!] schlenderten wir durch die Rittergasse und Schillerstraße (Einkaufsstraße) langsam aber sicher gen Hotel.

 

Für Mama wurde es Zeit, die Füße hoch zu legen, für mich aber, sich auf´s Fahrrad zu schwingen: 15€ Tagesgebühr verlangt das Dorint. Vielleicht gäbe es in der City günstigere Möglichkeiten aber ich fand die Gebühr völlig im Rahmen und wollte es mir nicht unnötig schwer machen und auf die Suche gehen.

 

Sportlich durch Weimar

 

15.45Uhr: Ich schloss mein Fahrrad in der Tiefgarage des Hotels auf und machte mich auf den Weg Richtung Schloss Belvedere, welches rund 4km außerhalb der Stadt auf einem Hügel thront. Hier mit dem Rad, statt mit dem Belvedere Express, rauszufahren, hatte ich mir schon vorgenommen, da war Weimar noch gar nicht gebucht gewesen. Also war mein Entschluss jetzt nur konsequent.


Allerdings habe ich die Steigung unter- und meine nicht vorhandene Kondition überschätzt und musste zwischendurch ein Päuschen auf einer Bank einlegen, wo ich weit blicken aber auch Postkarten schreiben konnte.

 

16.30Uhr: Ich erreichte Schloss Belvedere. Wenn auch nicht nach den geplanten 20 Minuten aber dafür war ich sehr sicher, auf dem Rückweg unter 20 Minuten zu bleiben, denn konsequenterweise würde es dann vorwiegend bergab gehen.

 

Das Schloss selbst besichtigte ich übrigens nicht. Ich erschloss mir einen Bruchteil der gigantisch großen Anlage zu Fuß, fotografierte viel und setzte mich auf eine Bank mit Blick über das Ilmtal.

 

Auch hier draußen fiel mir wieder auf, dass es unheimlich still ist. Seit wir in Weimar aus dem Bahnhof getreten waren, fand ich auffällig, welch angenehme Stille über der Stadt liegt. Es ist alles sehr ruhig und relaxt. Es gibt zwar Straßenverkehr aber an den meisten Stellen nimmt man diesen gar nicht wahr und auch sonst hört man nicht viel, außer hier oder da ein Klavier oder eine Geige aus einem geöffneten Fenster...



17.30Uhr: Ich machte mich auf den Rückweg von Belvedere zum Dorint. Dieses Mal kam ich mit 20 Minuten ungefähr hin. Zunächst ging es die meiste Zeit einfach nur steil und schnell bergab, aber zum Schluss, in der Stadt doch auch wieder leicht bergauf. Das Schönste jedoch: Es geht immer nur geradeaus! Von der Stadt zum Schloss folgt man bloß der Belvedere-Allee, da gibt es gar kein Vertun!

 

Dinner-Time

 

19Uhr: Nahe Wielandplatz kehrten wir im Gasthof Luise [!Keine Werbung!] ein. Sehr urig, sehr gut besucht, sehr lecker. Aber ich war einfach nur totmüde und fiel danach im Hotel sofort und umgehend in den Schlaf!

 

 

 

Donnerstag 19.10.17

 

Weiter durch Weimar – bzw. heute mal aus Weimar raus

 

Heute ließen wir uns morgens etwas mehr Zeit, sodass wir eine Stunde später zum Frühstück gingen. Es war wieder sehr lecker und wir anschließend gut gestärkt, um nach Buchenwald aufzubrechen. Ja, auch das gehört zu Weimar!


Die Gedenkstätte liegt ungefähr 10km außerhalb und es fährt stündlich ein Linienbus ab Hauptbahnhof dorthin. Wir entschieden uns aber für ein Taxi, zumindest für den Hinweg. Dieses kam uns um 10.45Uhr am Hotel abholen und war mein unschönstes Weimar-Erlebnis: Der schätzungsweise alkoholisierte, durchtätowierte, wortkarge Fahrer dünstete alles mögliche aus, aber nichts Angenehmes! Wir waren dann heilfroh, irgendwann aussteigen und ein paar Mal tief frische Luft holen zu können...

 

Aber zurück zum Thema. Buchenwald. Das Lager war 1937 gegründet und bis 1945 geführt worden. Eine Viertelmillion Menschen aus über 50 Ländern wurden hier gefangen gehalten und 56.000 von ihnen von der SS ermordet oder sie sind an den dortigen Zuständen zugrunde gegangen.

 

Das sind nicht nur Zahlen, die man sich nicht vorstellen, irgendwie nicht „greifen“ kann sondern auch Zustände, die man sich einfach nicht ausmalen kann, auch nicht nach einer geführten Tour über das Gelände.


Um 11.30Uhr nahmen wir nämlich an einer solchen Tour teil. Buchenwald kostet weder Eintritt, noch muss man für die Touren zahlen, allerdings ist es nur angemessen und natürlich erwünscht, dass man der Gedenkstätte etwas spendet.

 

Unser weiblicher Guide - ich scheue mich ehrlich gesagt, den Begriff Führer/in an dieser Stelle zu verwenden - war wirklich grandios. Sie war sehr rücksichtsvoll und hat sich auch sehr bedacht und gewählt ausgedrückt und auch alles verständlich rüber gebracht.

 

Der Startpunkt war gleich an der Info und führte von dort aus zum ehemaligen Zoo der SS. Denn: Ja, die SS wollte sich hier auch ganz gerne mal vergnügen und hatte dafür, unter anderem, einen Freizeitbereich für ihre Familien und Angehörigen installiert, wovon z.B. noch der Bärenzwinger, den man 1994 freigelegt hat, erkennbar ist.

 

Man stelle sich vor: Auf der einen Seite die gefangenen Menschen, untergebracht in mehr als katastrophalen Zuständen. Auf der anderen Seite die Bären, Hunde, etc., denen es besser zu gehen hatte als den Menschen, da man Tierschutz wohl verhältnismäßig ernst nahm!


Weiter ging es während unserer Tour dann zum Lagertor, zum Appellplatz, zu einer Gedenktafel, zum Krematorium. Dort endete die geführte Tour aber man hatte natürlich die Möglichkeit, sich von hier aus auf eigene Faust weitere Teile des Geländes zu erschließen.

 

Mittlerweile hatten wir aber wieder absolutes Sommerwetter und ich wünschte mir wirklich schon eine kurze Hose herbei... Demzufolge reichte es uns, das zu verarbeiten, was wir gesehen und gehört hatten. Jetzt noch eine der Ausstellungen im ehemaligen Desinfektionsgebäude oder in den Gebäuden der Kleider- und Gerätekammer zu besichtigen, wäre dann zu viel gewesen für heute.

 

Ich ging noch ein wenig umher aber schloss dann zu Mama auf, die sich bereits auf den Rückweg zur Info gemacht hatte.

 

Aber was passierte eigentlich nach 1945?

 

Die sowjetische Besatzungsmacht nutzte das ehemalige KZ-Gelände fünf Jahre lang weiterhin zu Haftzwecken, wobei insgesamt nochmals 28.000 Menschen gefangen gehalten wurden, von denen wiederum 7.000 starben...


Seit 1958 ist das Gelände eine Mahn- und Gedenkstätte, die in den 1990ern umfassend aufbereitet wurde. Leider gab es seither auch Geschehnisse, deren Konsequenz tatsächlich Security auf dem Gelände ist... Wie doppelt und dreifach traurig und unbeschreiblich ist das bitte?

 

Übrigens: Fotos dürfen eigentlich nicht veröffentlicht werden, sodass ich mich auf sehr wenige und allgemeinere meiner Aufnahmen beschränke!

 

Abschließend machten wir in der Cafeteria eine schöpferische Pause bevor wir mit dem Bus zurück nach Weimar fuhren, wo sich unsere Wege zunächst trennten.

 

Nach einem Besuch in Buchenwald auf andere Gedanken zu kommen erfordert einiges an Einfallsreichtum. Bei mir wirkte früher oder später der Shoppingbummel, obgleich dieser nur sehr mäßig erfolgreich endete.

 

17.30Uhr: Ankunft im Hotel.

 

19Uhr: Aufbruch zur Windischenstraße, die vom Markt abzweigt und parallel zur Schillerstraße verläuft. Denn heute ist das Theater, für das wir am Ankunftstag Karten gekauft hatten.

 

20Uhr: So was haben wir noch nicht erlebt! Das Theaterstück wurde mal eben ausgetauscht weil die Kollegin krank ist, also wird einfach das andere Stück im Repertoire aufgeführt, das ist nämlich eine One Man Show.

 

Aber noch etwas, das haben wir auch noch nicht erlebt! Mit uns im Saal ganze zwei weitere Zuschauer. Man kann sich vorstellen, wie froh wir waren, DASS die beiden Damen wenigstens anwesend waren. Es ist so schon unangenehm genug, eine so private Vorstellung zu bekommen.

 

Und auch DAS haben wir noch nicht erlebt: Zwei Plätze im Theater bestehen aus einem Sofa! Perfekt für uns!

 

Und das Highlight, das wir ebenfalls noch nicht erlebt haben: Nach etwas mehr als einer Stunde verlassen wir das Theater original durch den -ich nenne es mal- Lieferanteneingang, da die Kneipe, durch die wir hineingegangen waren, mittlerweile ihre Tore geschlossen hat!

 

Weimar weiß immer wieder zu überraschen!

 

Aber alles halb so wild. Wir haben einen irgendwie unterhaltsamen Abend verbracht, wenngleich der Herr auf der Bühne, der das Stück selbst geschrieben hat, einen anderen Humor hat als ich persönlich.

 

Wir beschließen den Abend und die Reise mit einem leckeren Cocktail in der Hotelbar und fallen abends gegen halb elf in die Federn.


 

 

Freitag 20.10.17

 

Weimar war wirklich wunderschön!

 

Neben einer schmucken Altstadt lieferte Weimar uns Sonne en masse, gepaart mit einer erholsamen Ruhe, wie man sie manchmal auf dem Lande suchen und vermissen würde...

 

Wir hatten einfach Glück! Denn das Wetter kann niemand beeinflussen.

 

Und bis auf ein paar Kleinigkeiten, die so auch wirklich nicht in diese Hotelkategorie gehören, hat auch das Hotel einen sehr großen Teil dazu beigetragen, dass wir uns rundum wohlfühlten!


An unserem letzten Tag wollten wir uns daher nicht stressen lassen sondern die Stadt in allerbester Erinnerung behalten.

 

Nach dem Kofferpacken meinerseits, gingen wir ein letztes Mal ausgiebig Frühstücken. Anschließend war dann Mama mit Packen dran und ich machte mich auf einen letzten Fotospaziergang und zwar vom Hotel zum Historischen Friedhof, den wir bisher nur mit dem Cabriobus passiert hatten, weiter Richtung Ilmpark und zurück ein letztes Mal durch die Stadt über den Markt und den Frauenplan. Bye Bye Weimar!

 

11.30Uhr: Zeit auszuchecken. Der Zug fuhr bald und auch das Zimmer war bis 12Uhr freizugeben! Wir ließen uns ein Taxi rufen und erreichten so den Bahnhof in Kürze.

 

12.18Uhr: Pünktlich starteten wir nach Halle/Saale. Der Anschlusszug fuhr unwesentlich verspätet nach Braunschweig. Und das letzte Stückchen absolvierten wir ebenfalls erfolgreich. Mittlerweile kam sogar hier in der Heimat die Sonne etwas raus! Pünktlich um 16.30Uhr landeten wir an unserer Final Destination!

 

Was bleibt da noch zu sagen? Weimar hat sich tierisch gelohnt und sollte neben beispielsweise Hamburg, München und anderen definitiv auf der Bucket List jedes Deutschland-Städte-Reisenden stehen!! Glaubst du nicht?? Dann schau dir bitte HIER alle* meine Bilder an!!! :-)

 

Ich bin felsenfest davon überzeugt, einmal nach Thüringen zurück zu kehren, denn mittlerweile bin ich auch auf die Landeshauptstadt Erfurt, gleich „neben“ Weimar, sehr neugierig geworden!

 

 

*mit Ausnahme der oben erwähnten Buchenwaldbilder, die ich aus Respekt vor der Bitte der Mitarbeiter stark reduziert habe