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Wanderung zur Kuckholzklippe 2022



Alle Bilder von heute findest du hier.

23.01.2022

In unserer Wanderapp tat ich eines Sonntagvormittags eine feine 11,5km-Wanderung auf. Wir waren auf der Suche nach einem Tagesausflug mit mindestens einer Stempelstelle für unser Heft der Harzer Wandernadel.

 

Die auserwählte Tour versprach gleich drei der begehrten Kästen am Wegesrand und klang mit einer angegebenen Dauer von 03h33min genau richtig für den halben Tag, der uns noch vor Einbruch der Dunkelheit bliebe, nachdem wir erstmal ausgeschlafen hatten.

 

Allerdings muss ich im Nachhinein sagen, hätte uns die Beschreibung „mittelschwere Wanderung“ und „gute Grundkondition erforderlich“ und vor allem „Trittsicherheit erforderlich“ vielleicht auch eine Warnung sein können…

 




Fast zwei Stunden dauerte uns zunächst die Anfahrt, jedenfalls mit Parkplatzsuche. Denn der Startpunkt der Wanderung sollte am Parkplatz „Untere Innerste“ sein. Das hat Google auch gefunden aber in der Realität können wir das Vorgefundene nicht als Parkplatz bezeichnen. Zwar stand dort ein PKW aber ein „P“ wäre schon erforderlich gewesen, damit wir uns daneben gestellt hätten…

 

Kurzerhand starten wir die Tour also an einem anderen Punkt, an dem diese vorbei führt: In der Friedrich-Ebert-Straße in Lerbach, wo man sich einfach in dem Wohngebiet an den Straßenrand stellt.

 

Schätzungsweise gegenüber der Hausnummer 33 führt neben einem Wasserfall eine Treppe  hinauf. Der Wasserfall ist sicherlich jahreszeitenabhängig aber heute sprudelt es gewaltig und dieses Geräusch begleitet uns auf der gesamten Wanderung, denn überall taut und plätschert es!

 

An der ersten Kreuzung biegen wir leicht nach links ab und stellen fest, dass das mit der oben erwähnten Grundkondition so eine Sache ist… Gefühlt dauert es ewig bis unsere Uhren das erste Mal vibrieren und somit den ersten bewältigten Kilometer des Tages verkünden. Den Maximalpuls der Wanderung haben wir hier jedenfalls schon erreicht!

 




Als wir zur Bundesstraße 241 gelangen, ist die Bergaufpassage für heute geschafft! Allerdings auch nur weil wir beschließen, die Wanderung frühzeitig bei nächster Gelegenheit abzubrechen. Wir sind sehr viel langsamer unterwegs als angenommen und die Wege bedeutend matschiger und rutschiger als sie sein sollten! Wir würden nie und nimmer heile über die 11km kommen, schon gar nicht im Hellen!

 

Das nächste Teilstück ist aber sehr schön, fast seicht, kaum Steigungen, viel Schnee, auch wenn es teilweise stark taut und einem auf manchen Wegen sogar das Wasser an den Füßen vorbeifließt. Es ist trotzdem ein schöner Tag, denn immerhin ist es von oben trocken und wir bekommen eine ordentliche Dosis frische Luft!

 

Nur ein einziges Ehepaar begegnete uns bisher. Und am Stempelkasten 139 (Kuckholzklippe) treffen wir eine Solo-Wanderin mit Berner Sennenhündin.

 

Und dann kommt der abenteuerliche Part: Nach dem Aussichtsturm Kuckholzklippe geht es auf einem steinigen, verschneiten, sehr rutschigen Pfad stetig bergab. Es ist purer Leichtsinn, der uns hier hinunter bewegt. Dass wir uns nicht lang machen grenzt an ein Wunder. Wir brauchen unheimlich lange weil höchste Konzentration gefordert ist. Ohne Wanderstöcke hätten wir es definitiv nicht heil überstanden, aber das gilt auch bereits für den Aufstieg zu Beginn der Wanderung.

 

Nach dieser Kletterpartie packe ich erstmal meine Stulle aus und schicke ein Stoßdankbarkeitsgebet nach oben. Das ist mir auch noch nicht passiert beim Wandern!

 



Sachte geht es hinab zur Friedrich-Ebert-Straße, aber außerhalb von Lerbach. Auf der anderen Seite der Leitplanke huschen wir entlang bis zum Aussichtspunkt Clara´s Höhe und können unserem Auto unten in Lerbach winken.

 

Der waldige Abstieg dorthin ist nun größtenteils unbeschwerlich. Wir haben zwar erst ein Drittel der geplanten Wanderung hinter uns aber die Tatsache, dass wir für nicht einmal ganz vier Kilometer sage und schreibe 01h40 gebraucht haben, dürfte erklären warum wir hier lieber die Thermoskanne Tee im Kofferraum öffnen statt den Weg fortzusetzen.

 

Unverhofft kommt nun mal oft und immerhin wissen wir jetzt wo wir einmal im Sommer parken und eine Sache zu Ende bringen! Das ist doch auch was!