Dresden lohnt sich. Da dürft ihr mir blind vertrauen!
Aber ihr dürft natürlich auch folgende Argumente anschauen:
Dresden 12.6.-15.6.2014
Eines vorweg: Die Bilder von meiner Kamera sind leider dem Defekt meiner nagelneuen externen Festplatte zum Opfer gefallen. Ein Grund mehr, Dresden wieder zu besuchen! Der Verlust ist ziemlich schmerzhaft, da wir traumhaftes Wetter hatten und mir fantastische Motive gelungen sind aber somit werdet ihr in diesem Bericht nur einige wenige Bilder finden, die ich zusätzlich mit dem Handy gemacht hatte... Ich hoffe ich kann euch trotzdem von der Stadt überzeugen!:

Donnerstag:
08.30Uhr: Wir starten mit der DB in der 1. Klasse via Braunschweig Richtung Dresden, welches wir (um Gottes Willen...) pünktlich um 12.38Uhr bei strahlendem Sonnenschein erreichen. Die Zugfahrt zieht sich trotz Kaffee, Brötchen und entzückender, vorbeifliegender Landschaft.
Als wir endlich ankommen und schon nach 10-15 Gehminuten, trotz Gepäck, unser Holiday Inn Express Dresden City Centre erreichen, sind wir glücklich. Das erst 3 Jahre alte Hotel scheint ein Glücksgriff zu sein und liegt vor allem zentral!
Wir brechen kurz nach Bezug des Zimmers und einer kurzen Dusche gleich wieder auf und wollen eigentlich Tickets kaufen für die Abendfahrt mit dem Raddampfer um 19.30Uhr, um den Nachmittag noch mit Shopping zu verbringen. Aber wir kaufen dann spontan Tickets für die direkt bevorstehende 14.00Uhr-Tour, die in wenigen Minuten startet.

Nach vier Stunden im Zug, sind drei Stunden auf dem Schiff allerdings irgendwie grenzwertig. Da die „Dresden" aber ein ziemlich großer Dampfer ist, hat man immer die Möglichkeit, den Platz und somit die Perspektive (und auch von der Sonnen in den Schatten oder umgekehrt) zu wechseln und sich zu bewegen.
Kalte Getränke sind auch zu erwerben, vorausgesetzt man ist geduldig (Service, der zu Wünschen übrig lässt...),
und die Sonne strahlt und strahlt und die vorbeiziehende Landschaft ist wunderschön und beeindruckend!
Wir passieren das „Blaue Wunder" und einige Schlösser, da wir die „Schlössertour" gebucht haben. Das Blaue Wunder ist die Loschwitzer Brücke von 1893 und sie gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt und verfügt über einen – na? ... Genau! Hellblauen Anstrich!
Mit einem Stopp in Blasewitz ist der Drehpunkt unserer Tour dann der Ort Pillnitz.
Von dort aus geht es flussabwärts wieder nach Dresden zurück.


Wir spazieren anschließend an der Frauenkirche entlang über den Neu- zum Altmarkt und in die Altmarktgalerie. So kommen wir doch noch zu einem ganz bisschen Shopping bevor wir eine kleine Pause im Hotel einlegen.
19.45Uhr: Das Frühstück in der Bahn ist lange her und es darf jetzt was Richtiges sein! Was ist da besser geeignet als das Augustiner an der Frauenkirche?? Wir lassen uns Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat bzw. Ofenkartoffel mit Sour Cream und Salat und natürlich auch das Augustiner Bier schmecken!! ![]()


22.00Uhr: Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien! Ich gucke auf dem Zimmer noch die erste Halbzeit von Brasilien:Kroatien und kann die Augen dann nicht mehr offen halten... Bisher steht es 1:1 wobei selbst das kroatische Tor Brasilien zu verdanken ist. Am nächsten Morgen werde ich dann erfahren, dass Brasilien 3:1 gewonnen hat.
Freitag:
09.15Uhr: Unser 1. Frühstücksbuffet im Holiday Inn. Auf den ersten Blick übersichtlich aber in Wirklichkeit ist alles da was man braucht, die Auswahl größer als, dass man sie bewältigen könnte! Für einen Aufenthalt von nur drei Nächten wirklich gut.
10.30Uhr: Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zum Treffpunkt für unseren vorab gebuchten Historischen Stadtrundgang. Überhaupt kann ich nur betonen, dass man in dieser Stadt zu Fuß wunderbar unterwegs ist. Wer sich „nur" für den sehenswerten Altstadtbereich und nicht für die umliegenden Bezirke interessiert, wird nicht in Verlegenheit kommen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Mir ist schleierhaft wieso die Touristen hier die Hop on hop off-Busse buchen. Die Altstadt ist flächenmäßig sehr übersichtlich, bietet aber eben auf dieser sehr kleinen Fläche unfassbar viele Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Prachtbauten etc.!
11.00Uhr: Wir starten unseren Stadtrundgang in einer Gruppe von ca. 10-12 Personen. Beginn ist nahe des Stadtmuseums und es geht zunächst vorbei am Altmarkt Richtung Neumarkt, vorbei an den aktuellen Ausgrabungen des alten Dresdens.
Dort soll demnächst noch ein Film mit Wolfgang Stumpf als Bombenentschärfer gedreht werden, danach werden die alten Mauern, zwischen denen noch heute Leichen von 1945 gefunden werden, wohl einer Tiefgarage und evtl. ein paar Weinkellern der umliegenden Lokale weichen.
Weiter geht es Richtung Zwinger mit vielen interessanten Fakten und etlichen Anekdoten über August den Starken. Der Zwinger war früher Teil einer Befestigungsanlage, wurde unter August dann aber zum Feiern genutzt.

Wir drehen hier eine Runde und stehen nach Verlassen der Anlage direkt vor der Semperoper, die ich mir wirklich größer vorgestellt hatte...

Die Semperoper ist das Opernhaus der Sächsischen Staatsoper. Das Gebäude musste mehrfach erbaut werden. Der erste Bau von 1841 hielt bis zu einem Brand im Jahr 1869. Die Luftangriffe auf Dresden 1945 zerstörten dann den zweiten Bau. Nach dem 2. Weltkrieg entstand die heutige Semperoper.
Vor der Frauenkirche endet unsere anderthalbstündige Tour.
Wir kaufen direkt ein Ticket für den Kuppelaufstieg und erklimmen unzählige Stufen bevor wir einen umfassenden Ausblick auf Dresden und die Elbe erlangen. Die Altstadt ist besonders von hier oben sehr gut mit dem Auge zu erfassen. Der Aufstieg und die Eintrittsgebühr in Höhe von 8 Euro lohnen sich absolut!
Anschließend besichtigen wir der Vollständigkeit halber natürlich auch noch das Innere der Kirche und ich finde sie ziemlich schön weil sie relativ modern und relativ wenig mit Gold und Prunk ausgestattet ist. Schlichte Eleganz, die auch noch nicht besonders alt ist, da die Kirche ja 1945 nach dem verheerenden Bombenangriff auf die Stadt ausgebrannt und fast vollständig eingestürzt ist. Erst 1990 kam der „Ruf aus Dresden" in die Welt, die Kirche wieder aufzubauen. 1994 begann dieser Wiederaufbau, 2005 war sie wieder vollständig hergestellt, wobei ich nicht weiß ob sie früher ebenso schlicht gehalten war, als sie 1734 erstmalig ihre Weihe erfuhr.
Sämtliche Gebäude am Neumarkt, sprich um die Frauenkirche herum, sind übrigens erst sieben Jahre alt, also von 2007! Man hat sie aber mit entsprechender Fassade ausgestattet, sodass man im Leben nicht darauf käme solch junge Gebäude vor sich stehen zu haben.
14.15Uhr: Es ist Zeit für einen Snack! Wir begeben uns auf die Suche und landen schließlich über Umwege im Bierhaus Dampfschiff, auf halber Strecke zwischen Frauenkirche und Elbe gelegen. Aus einem Snack wird eine üppige Brotzeitplatte mit Kräuterlikör bzw. eine Portion Spätzle inkl. Salat, dazu natürlich Radeberger... Das ist dann doch mehr als ein Snack aber sei es drum.
Gut gestärkt gehen wir über die Augustusbrücke Richtung Neustadt, dann an der Elbe entlang und über die Marienbrücke wieder zurück auf die ursprüngliche Seite.
Die Ostra-Allee führt uns wieder am Zwinger vorbei Richtung Alstadt-Galerie. Bevor wir hier Shopping Part 2 in Angriff nehmen, kehren wir noch kurz im Café Möbius ein.
18.00Uhr: Ankunft im Hotel und Anpfiff für Mexiko:Kamerun. Wir gucken das Spiel mehr oder weniger ganz - inklusive Duschen, Ausruhen, Telefonieren, Schreiben etc.
20.00Uhr: Markthalle Café Prag gleich um die Ecke vom Hotel! Papa´s zufällige Entdeckung des Wochenendes! Von außen unscheinbar, drinnen russisch, deutsch, indisch, syrisch, türkisch, kurdisch, italienisch, spanisch, salatig, japanisch, vietnamesisch, thailändisch und ich hoffe ich habe nichts vergessen...
Man sitzt an einem Platz seiner Wahl und kann zu den einzelnen Restaurants bzw. Ständen hingehen und sich die Speise und das Getränk seiner Wahl holen bzw. bestellen. Dazu gibt es in unserem Falle zunächst Livemusik von Klassik bis Pop und anschließend das WM-Spiel Spanien:Holland. Tolles Flair an sich aber leider nicht viel los – kein Wunder, bei uns ist es auch purer Zufall bzw. Papa´s Neugier zu verdanken, dass wir hier landen! Top empfehlenswert!
Samstag:
09.00Uhr: So langsam setzen wir uns in Bewegung in Richtung Frühstücksbuffet im Erdgeschoss. Alles beim Alten, sprich: Wie gestern.
10.00Uhr: Wir gehen zur Tramhaltestelle Prager Straße direkt vor unserem Hotel und setzen uns in eine Bahn Richtung Neustadt. Erst schwärme ich davon, dass hier alles super zu Fuß zu bewältigen ist - und wenige Absätze später setzen wir uns in eine Tram?! Ich denke das ist damit erklärbar, dass es sich immerhin um sieben Stationen handelt, die wir hier zu überbrücken haben. Das muss dann ja nicht zwingend gelaufen werden.
Es geht nämlich hinüber auf die andere Seite der Elbe und noch ein ganzes Stückchen weiter nach Norden. An der Station Bischofsstraße steigen wir aus und laufen ein paar Minuten eben diese hinauf bis wir rechts in die Görlitzer Straße abbiegen und die Kunsthofpassage, bestehend aus unterschiedlichen Themen-Höfen, besuchen.
Hier gibt es auch viele kleine Läden zum Stöbern aber leider nieselt es immer wieder, sodass wir uns nicht lange aufhalten. Zu Fuß begeben wir uns zufällig zum Albertplatz. Bis dorthin nehmen wir die Gegend als eine sehr alternative wahr. Viel Bio, viel Hanf, viel Schanzenviertelcharme, vegan, Flohmarktstände, Straßenfest, junges und entsprechendes Publikum.
Vom Albertplatz aus fahren wir wieder zurück zum Holiday Inn und gehen nach kurzem Aufenthalt die Prager Straße Richtung Hauptbahnhof weil ich bei TK Maxx shoppen möchte aber ich finde nichts, was mir zusagt.
13:00Uhr: Vom Hauptbahnhof fährt dann die S-Bahn zwei Stationen nach Reick, von wo aus es zu Fuß keine 5 Minuten zur Galopprennbahn sind.
Der Nachmittag verläuft mal sonnig, mal regnerisch aber vor allem sehr kalt. Zumindest ist dies meine persönliche Einschätzung. Papa findet es warm und der Kleidung nach zu urteilen auch etliche andere Rennbahnbesucher. Wie auch immer – wir bleiben sechs von sieben Rennen. Die hölzerne Tribüne ist wesentlich kleiner aber deutlich schöner als die in Hannover, gelaufen wird hier mit und nicht gegen den Uhrzeigersinn, die Wettschalter haben ungewohnterweise nicht durchgehend geöffnet, die kulinarische Vielfalt entspricht ungefähr dem, was wir kennen. Insgesamt ist die Anlage aber wesentlich kleiner, was die Wege angenehm kürzer macht.

18.00Uhr: Zurück im Hotel, pünktlich zum WM-Spiel Kamerun:Griechenland!
20:00Uhr: Ungarisches Gulasch bzw. Penne mit Blattspinat im Restaurant Gänsedieb um die Ecke. Es geht fast ein wenig ZU schnell, ist aber uneingeschränkt empfehlenswert. Anschließend gönnen wir uns je einen Cocktail in der Tapas Bar Barcelona gegenüber.
Die 1. Halbzeit von Uruguay:Costa Rica läuft bereits als wir unser Zimmer erreichen.
Sonntag:
Heute haben wir keinen Programmpunkt mehr! Nach dem letzten Frühstück packen wir unsere Koffer und begeben uns zum Bahnhof. Wir fahren tatsächlich pünktlich zurück.
Fazit: Dresden ist eine wunderschöne Stadt, die nicht so riesig sondern erlaufbar ist und trotzdem voller Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen steckt! Besonders die Kombination Elbe & Sonne hat viel Charme! Man kann gut einkaufen und noch besser essen gehen. Auswahl, Vielfalt und Qualität überzeugen in dieser Stadt in jeder Hinsicht. Für jeden ist etwas dabei. Langeweile dürfte ein Fremdwort sein. Ich bin begeistert von der Stadt und setze sie auf der Liste meiner deutschen Lieblingsstädte tatsächlich spontan direkt an zweite Stelle. Wir werden uns also noch ein paar Mal wiedersehen... Dresden und ich!
Übrigens habe ich meine und Papa´s Fotos HIER einmal zusammen geschmissen, sodass wir insgesamt doch gar nicht so wenig Bilder präsentieren können!