Wie es zu dieser Reise gekommen ist
Ich konnte mich nach dem gefühlt -und für mich persönlich- schrecklichen Flug von Florenz nach Zürich im März diesen Jahres einfach nicht mehr für eine Langstrecke begeistern. Und auch nach so kurzer Zeit zum letzten Mal Hawaii nicht zu Aloha auf Maui & Kauai durchringen – zu kurz der Abstand... Dämlich, oder?
Tja und welche Reise soll man bitteschön antreten wenn einem Hawaii schon nicht gut genug ist? Im November???
Also. Wenn schon Wetterrisiko weil Europa, dann bitte etwas garantiert Schönes!:
Meine vierte und letzte Portugalreise liegt vier Jahre zurück, ich habe (trotz zuckerfreier Ernährung seit 2. Januar diesen Jahres) wieder Lust auf Pasteis de Belém und mein Liebster möchte dieses bezaubernde Land, von dem ich und auch meine Eltern ihm regelmäßig vorschwärmen, auch gerne einmal kennen lernen.

Das sind doch eigentlich schon genug Gründe!! Hoffen wir auf erträgliches Wetter!!
Donnerstag, 8. November, Anreisetag
17.17Uhr: Am Flughafen Köln/Bonn, Terminal 1
Meine Beine liegen ganz verboten dreist auf den beiden Sitzen links von mir, es ist bequem. Ich sitze angelehnt an einen Betonpfeiler, während mein Mann den Flughafen-REWE aufsucht. Ich bin ganz begeistert, dass es hier diesen REWE gibt, das ist eine gute Möglichkeit, sich am Flughafen zu humanen Preisen zu verpflegen. Jeder Flughafen sollte einen REWE haben... Oder nicht?
Links von mir die große Fensterscheibe – hinter ihr setzt schon eine Weile die Dämmerung ein, ich sehe den beleuchteten Schriftzug „Köln Bonn“ und darunter unbeleuchtet aber noch lesbar „...ad Adenauer“, was auch endlich meine Frage des Tages beantwortet - nämlich wie sie diesen Flughafen hier benannt haben.
Ich war noch nie am Kölner Flughafen, bin aber überrascht wie gut er mir gefällt. Nicht zu groß, nicht zu trubelig, jedenfalls nicht in den letzten fast anderthalb Stunden, die wir schon hier sind. Außerdem wurde schon ganz dezent weihnachtlich geschmückt. Ich finde es etwas früh aber doch auch schön.

Unser Flieger geht erst um 19.30Uhr. Am heimischen Bahnhof hatten wir unsere Reise heute exakt 12 Stunden davor angetreten. Man weiß ja nie was oder wer so auf den Gleisen liegt... Aber wir hatten Glück: unser, übrigens unterkühlter, ICE nach Köln Hauptbahnhof fuhr nur wenige Minuten verspätet in Hannover los (-die Reise war im Grunde ereignislos-) und die Gesamtverspätung betrug am Ende nur etwa 20 Minuten.
Zeit überbrücken in der Kölner City vor dem Abflug nach Lissabon
In Köln angekommen, herrschte zum Glück sonniges, trockenes Wetter. Ideal für unsere getrennten Vorhaben: Philipp wollte etwas ziellos durch die City bummeln gehen, ich mich auf einen Kaffee mit einem Freund von früher treffen, den ich zuletzt vor schätzungsweise siebzehn Jahren gesehen habe.
Und so machten wir uns jeder auf den Weg, nachdem wir die Koffer für 6€ das Stück (!) in Schließfächern untergebracht hatten. Dekadent aber sehr sinnvoll für heute.
Bei mir und meinem Bekannten wurde es dann ein extra großer Coffee to go für einen Spaziergang am Rhein bevor wir Richtung Dom und wieder zum Hauptbahnhof schlenderten. Knapp zwei Stunden sind etwas wenig für siebzehn Jahre aber es war sehr nett und anschließend rief ich Philipp an und wir verabredeten uns am Dom.
Gemeinsam nahmen wir dann einen Snack und ein Kölsch in einem Café ein und machten uns anschließend ganz langsam auf dem Weg zur S-Bahn. Es galt noch, die Koffer aus den Schließfächern zu holen und für mich eine Mütze bei Tchibo zu kaufen, mir war innerlich doch immer noch etwas fröstelig seit der antarktisgleichen ICE-Fahrt, in der ich sogar meine Heizdecke aus dem Koffer gepult hatte...

Und nun sitzen wir also am Kölner Flughafen, es wird langsam dunkel, wir sind seit fast 12 Stunden auf den Beinen und warten auf die Öffnung des Check Ins bei der TAP während erst eine Gruppe Jugendliche und dann zwei gelangweilte Polizisten an uns vorüber schlendern. Ansonsten kommt hier höchstens mal vereinzelt ein Pärchen oder ein Geschäftsmann vorbei... Man hat so schön seine Ruhe...
23Uhr Ortszeit: Hotel Mundial, Lissabon, Portugal
Ich liege in unserem kuscheligen Hotelbett, das Zimmer ist wunderschön, das ganze Hotel mindestens eine Nummer schicker als wir, besonders Philipp, sich das vorgestellt hat. Wir genießen Ausblick auf die Praca Martim Moniz bzw. werden das morgen bei Tageslicht tun – sowie den Komfort eines ganz tollen großen Badezimmers und eines ganz tollen großen Kleiderschranks. Die fünf Nächte werden hier vermutlich verfliegen.
Aber der Reihe nach. Ich habe zuletzt in Köln geschrieben, kurz vor dem Einchecken. Wir waren dann die dritten in der Reihe und haben uns anschließend direkt zu den Sicherheitskontrollen begeben. Auch die empfand ich in Köln als sehr angenehm. Nahezu nur Geschäftsleute, die haben nicht viel Gepäck (so wie wir...) und halten in der Regel nicht den Verkehr auf (so wie wir, nein Spaß bei Seite).
Die Wartezeit am Gate war dann gar nicht mehr so lang. Getränke kaufen, das Buch, das ich im Zug begonnen habe, weiterlesen und pünktlich um 19 Uhr war Boarding.

Eine halbe Stunde später ging es los, der Flug mit der TAP ist nicht wirklich erwähnenswert. Alles hat hervorragend geklappt, es gab sogar Getränke und Snacks. Und ich konnte fast die ganze Zeit lesen. Ich lese seit heute Morgen ein Buch darüber, wie es ist, in Berlin Touri Guide zu sein. Sehr witzig geschrieben und stimmt super auf Berlin ein. Wohin wir natürlich gerade gar nicht reisen...
Ankunft Lissabon
Nach drei Stunden begrüßte uns jedenfalls Lissabon mit 13 Grad, trocken aber dunkel. Mein erster Blick aus dem Flugzeugfenster fiel auf eine Maschine der Angola Airlines, von deren Existenz ich bis hierher noch gar nichts gewusst hatte.
Es ist ein langer Weg zum Kofferband. Dafür rollten die Koffer uns auch quasi direkt vor die Füße als wir dort ankamen. Und ebenso easy war auch der Aerobus gefunden, der uns für 4€ pro Person binnen 15 Minuten ins Stadtzentrum brachte und direkt neben unserem Hotel ablieferte. Perfekt.
Freitag, 9. November, Highlights von Lissabon
18.20Uhr - als ich diesen Artikel über unseren ersten Lissabon-Tag beginne. Wir sind vor einer halben bis dreiviertel Stunde ins Hotel zurückgekehrt und reichlich müde.
Aber: Wir blicken auf einen wirklich unglaublich schönen ersten Tag zurück!:
28 oder doch nicht?
Das erste was ich heute Morgen nach dem Aufstehen sah, das war die gelbe Tram unter unserem Fenster. Was wäre ein typischerer Start in unseren Lissabon-Urlaub gewesen als gleich damit eine Fahrt zu unternehmen?...

Gegen 10Uhr sind wir dann nach einem sehr umfangreichen und ansprechenden Frühstück aufgebrochen. Unsere Frühstücksnachbarn kamen aus der Region Bielefeld und sind seit gestern zum ersten Mal in Lissabon. Man hat sich ein bisschen unterhalten, sie waren wirklich nett aber ich sehnte mich eigentlich nach Ruhe... Sei es drum.
Heute wollten wir also eigentlich mit der Electrico 28 fahren. Die Linie 28 steht wie nichts anderes für Lissabon! Es ist eine alte, quietschende Tram, die unermüdlich zwischen dem Martim Moniz, wo sich unser Hotel befindet, und dem Friedhof Prazeres verkehrt. Auf ihrem Weg passiert sie die schönsten Ecken der Altstadt, vorbei an der Kathedrale Sé, durch die Gassen der Alfama, durch die Unterstadt und die Stadtteile Baixa und Chiado.
Allerdings ist die 28 derart berühmt und beliebt, dass ich schon ab 9 Uhr aus unserem Zimmerfenster sowie dem Fenster des Frühstücksraumes beobachten konnte, wie sich die Touristen an der Haltestelle versammelten und das obwohl die Bahn dann auch erst ab 10 Uhr fuhr. Dass die Schlange entsprechend lang war als wir endlich unterwegs und mit einem Tagesticket für die Öffis versorgt waren, ist klar.
In der Linie 12 und Richtung Tejo
Deshalb: Entschieden wir uns kurzerhand um und nahmen die Linie 12, die auch eine schöne und teils ähnliche aber viel kürzere Runde fährt. Und sie fährt wirklich eine Runde, nämlich immer im Kreis. Das heißt, dass wir an der vorletzten Station, an der Praca Figueira, wieder ausstiegen, damit wir nicht wieder am Hotel landeten.

Von hier aus, das wusste ich noch von meiner Lissabon-Reise 2014, war es nicht so sehr weit zum Wasser. Lissabon liegt an der Mündung des Flusses Tejo, der hier in der Stadt so breit ist, dass man sich am Meer wähnt. Bei Sonnenschein und 17 Grad ein gutes Ziel.
Auf dem Weg dorthin passierten wir den Elvador Santa Justa am Ende der Rua Santa Justa. Er ist der wohl berühmteste Aufzug (oder überhaupt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten) der Stadt. Er verbindet Ober- und Unterstadt und das seit 1902!
Wer sich bei seinem Anblick an den Eiffelturm erinnert fühlt: Das kommt nicht von ungefähr – der Entwurf stammte von einem Schüler Gustav Eiffels. Aber auch hier: Eine unglaublich lange Warteschlange – nichts für uns!!
Also auf zur Praca do Comercio, dem großen und schönen Platz am Tejo-Ufer. Wer Lissabon erkundet kommt gar nicht daran vorbei: Der Platz liegt zentral im Süden des Stadtteils Baixa und ist unübersehbar; außerdem gesäumt von Arkaden, die Bars und Restaurants beherbergen.
Wir platzierten uns ganz nah am Wasser. Blick auf die berühmte rote Brücke. Möwen, die ihre Runden drehen. Ein Mann, der aus Sand große Tiere baut. Ein Segelboot im Sonnenlicht. Ein alter Mann mit einem kleinen Hund am Strand. Der Duft vom Maronenstrand vor der Kulisse des beeinruckenden Comercios. Der Wind im Haar. Das angenehme Gitarrenspiel eines dort sitzenden Mannes im Ohr.
Mehrere Lieder lang blieben wir hier sitzen, spendeten dem Gitarrenspieler jeder ein paar Münzen, schauten auf das Wasser, warteten ab. Ob dieser unbezahlbar schöne Moment zu toppen sein wird?... Doch irgendwann wurde es Zeit, weiter zu ziehen...

Über den Dächern der Stadt
Die 28 hatte heute nicht geklappt aber unser zweiter und letzter Punkt auf der heutigen To Do Liste stand uns jetzt quasi gegenüber. Die erwähnten Arkaden, die den Comercio säumen verfügen auch über einen Triumphbogen, dem Arco da Rua Augusta, den man für 3 Euro besuchen kann. Es fährt ein Lift hinauf und einige Stufen sind es dann auch noch zu Fuß.
Es war 11.45Uhr als wir diese tolle Aussichtsplattform erklommen. Der Blick ist in alle Richtungen großartig! Zur einen Seite der Comercio und der Tejo, weiter rechts weit weg die riesige Christusstatue in Almada, in der anderen Richtung ganz hinten der Santa Justa und die gesamte Altstadt, wieder weiter rechts freier Blick auf das Castelo und so ist man bald einmal 360 Grad rundherum. Wunderschön und verweilenswert!
Und dann?
Ehemaliges Expogelände von 1998
Nun begann das Abenteuer Metro. Erstmal haben wir uns verfahren aber dann sind wir mit 1x Umsteigen am alten Expogelände angekommen. Genauer: Am (Bahnhof) Gare do Oriente.

Der Gare do Oriente war, neben der Seilbahn Teleferico, der einzige Grund warum ich hier her raus fahren wollte zum ehemaligen Expogelände! Der Architekt dieses Bahnhofes hat nämlich auch den Bahnhof im belgischen Lüttich, der mich so sehr fasziniert und begeistert hat, gestaltet sowie ebenfalls die neue Metrostation am ehemaligen Ground Zero in NYC, die ich aus 2015 bisher nur im Bau kenne aber ebenfalls natürlich noch unbedingt live sehen möchte!
Zwischen Bahnhof Oriente und Tejo liegt aber noch das Vasco da Gama Shopping Center, durch das man hindurch geschleust wird. Für uns eine willkommene Pipipause aber dann ging´s auch wieder raus in die Sonne. Es soll heute schließlich der einzige trockene Tag unserer Lissabon-Reise sein...
Einen schönen Spaziergang entfernt befindet sich eine der beiden Endstationen der Seilbahn Teleferico. Für nicht ganz 4€ pro Person bekommt man ein One Way Ticket und das reichte mir auch! Ich habe absolute Höhenangst, traue derartigen Konstruktionen wirklich nicht und bin nur eingestiegen weil ich das als gute Chance, mal wieder aus meiner Komfortzone zu kommen, betrachtete.
Die Seilbahn fährt am Tejo-Ufer entlang, am Vasco da Gama Shopping Center vorbei, und noch einmal etwas mehr als genauso weit in die andere Richtung weiter. Ich habe mich nicht gerade wohl gefühlt und war froh, wieder auszusteigen!

Auf dem Fußweg zurück Richtung Shopping Center bzw. Gare do Oriente kehrten wir spontan in der Hamburgeria Lusitana ein. Es war mittlerweile etwa 14Uhr als wir uns Heineken und Tofu Burger (bzw. der Mann Chicken Salad) für anständige 20€ schmecken ließen. Dazu WLAN und schneller, solider Service. So gefällt mir das.
Aqueduto das Aguas Livres
Nun begann ein Metro-und-Bus-Marathon. Er startete mit einem Ginha (Kirschlikör) to go am Gare do Oriente. Unser finales Ziel erreichten wir erst gegen 16Uhr: Das Aquädukt von Lissabon.
Für 3€ pro Person erhält man Zutritt, in ca. 65m Höhe auf den Mauern entlang zu spazieren. Es ist knapp 1km pro Weg und lohnt sich mindestens für Lissabon-Wiederholer, durchaus aber auch für Neulinge, die genug Zeit mitgebracht haben auch noch etwas abseits der typischen Highlights zu erleben.
Zunächst geht man über viel befahrene Schnellstraßen, entsprechend laut ist es. Später liegen einem die Dächer des etwas dörflicheren Lissabons zu Füßen – dort ist es sehr viel ruhiger. Ein Jugendlicher verteilt Werbebroschüren in die Briefkästen. Opi führt Omi das steile gepflasterte Sträßchen hinauf. Ein bunter Wellensittich sitzt auf der Dachterrasse in seinem Käfig. Fahrende Autos sind keine auszumachen. Hier und da bröckelt der Putz aber die meisten Fassaden sind recht hübsch und teils farbig.
Von hier aus machten wir uns dann aber, mittlerweile etwas fußlahm, mit Bus und Metro auf zum Hotel. Für nur einen einzigen Tag haben wir eine ordentliche Menge gesehen und erlebt!

Genau genommen war das schon fast ein BEST OF Lissabon-Tag! So würde ich ihn jedem empfehlen, wenn auch noch einiges fehlt. Aber wer nur einen Tag in der Stadt hat, wie z.B. ein Kreuzfahrer, der ist rund um den Comercio und/oder rund um das Expogelände sehr gut aufgehoben und das Auqädukt hat sich auch als etwas ganz Besonderes herausgestellt!
Alle meine Bilder hierzu findest du hier!
Samstag, 10. November, Tagesausflug nach Sintra
21Uhr - als ich diesen Artikel über unseren zweiten Tag in Portugal beginne. Wir sind vor etwa drei Stunden von einem sehr erlebnisreichen, ich nenne es ehrlicherweise, anstrengenden Tag zurückgekehrt.
Aufbruch nach Sintra
Wieder gegen kurz nach 10Uhr hatten wir das Hotel nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen und haben uns auf den Weg nach Sintra gemacht.
Sintra befindet sich knapp 30km westlich von Lissabon und ist möglicherweise das beliebteste Ausflugsziel bei Städtereisenden in Lissabon. Die Umgebung ist bergig und waldreich aber der Grund, warum fast jeder Lissabon-Besucher auch dorthin fährt, sind die malerische Altstadt und die zahlreichen Paläste.

Natürlich gibt es jede Menge Bustouren (von Lissabon aus), die man buchen kann, dann wird man geführt, verpflegt und versorgt. Aber ein bisschen individueller sind wir in der Regel schon unterwegs, weshalb wir auch diesen Ausflug auf eigene Faust unternommen haben. Das bedeutete vor allem, dass wir uns zunächst um die Anreise kümmern mussten:
Der Lissabonner Rossio Bahnhof, der mit Sintra regelmäßig verbunden ist, liegt fußläufig von unserem Hotel. Dazu müssen wir nur um die Ecke zum gleichnamigen Platz laufen. Der Rossio, ein rechteckiger Platz mit markantem schwarz-weißem Muster. Er heißt eigentlich Platz des Dom Pedro lV, besitzt zwei Brunnen und ist umgeben von Cafés, (Fast-Food-) Lokalen und dem Nationaltheater.
Im Bahnhof, der übrigens eine außergewöhnlich hübsche Fassade besitzt, fährt man zwei Rolltreppen hoch, kauft sich am Schalter ein Ticket für den Zug nach Sintra (4,50€ wenn man schon die erforderliche aufladbare Karte besitzt, ansonsten bekommt man sie dort für ca. 50 Cent) und hat, jetzt in der Nebensaison, immerhin zu jeder vollen Stunde die Möglichkeit, seine Reise nach Sintra anzutreten.
Bei uns wurde es also 11.01Uhr als wir loszuckelten, die Bahn war von Beginn an brechend voll und mein Berlinbuch leider schon nach ein paar Stationen leer gelesen... Insgesamt dauerte die Fahrt nur etwa 40 Minuten. Draußen war es grau in grau. Noch dazu schüttete es mittlerweile stetig und aus Kübeln... Was soll ich sagen? In Sintra angekommen war es zumindest von oben trocken und das blieb es auch die nächsten paar Stunden.

Bus 434 in Sintra
Aus dem Bahnhof in Sintra rechts raus, die Straße ein Stück runter, kommt man bald zur Bushaltestelle der Linie 434, in der man für 6,90€ ein Tagesticket erwerben kann und los geht die Fahrt! In unserem Fall: Gänzlich überfüllt und im Stehen und mitten in den unterschiedlichsten Ausdünstungen anderer Fahrgäste. Ich kann es nicht beschönigen. Mir wurde sehr schnell sehr schlecht, da man auch nichts sehen konnte und der Bus viele schnelle und steile Wege und Kurven zu bewältigen hatte...
Man hat zuerst die Möglichkeit am Castelo do Mouros aus dem 8. Jahrhundert auszusteigen aber von meinen Eltern wusste ich, dass man doch noch einen sehr weiten Fußweg hätte, sodass wir uns für den nächsten Stopp entschieden: Den Palacio da Pena.
Der Pena Palast, der wie nichts anderes für Sintra steht
Diese Idee hatten aber erwartungsgemäß auch noch einige andere – dieser Palast ist nun mal der beliebteste aller Paläste der Region Sintra. Somit leerte sich der Bus hier fast vollständig bevor er sogleich wieder neu befüllt wurde mit denjenigen, die den Palast, ganz nach dem Motto „Der frühe Vogel…“ und so weiter, bereits besichtigt hatten.
Ein weiterer Stopp liegt auch noch auf der Route bevor der Bus 434 wieder zum Bahnhof fährt: Der Nationalpalast von Sintra. Aber dazu später mehr.
Am Palacio da Pena mussten wir uns also erstmal entscheiden ob wir nur die Gärten oder auch das Schloss besichtigen wollen, um überhaupt Zutritt zu dem Gelände zu erlangen. Wir entschieden uns für den Garten, der laut Karte riesig groß sein sollte. Es schien außerdem trocken zu bleiben.

Für 7,50€ pro Person konnten wir nun also loslegen. Unser erster Weg führte direkt hoch zum Schloss. Der Weg zu Fuß war steil aber nicht sehr weit. Allerdings herrschte ein sehr starker Nebel, sodass die Farbenpracht des Palastes nicht so recht ausgeprägt war... Der Palast ist nämlich in erster Linie leuchtend gelb. Aber auch rot. Einfach wild, bunt, unbeschreiblich. Zwischendurch immer wieder die fabelhafte, typische Fliesenkunst.
Unzählige Architekturstile sind hier vereint und somit ist der Pena Palast sicher nichts für Architekturpuristen, denn der Mix ist wirklich sonderbar. Und ich finde die Ausdrücke „Disneyschloss“ aber auch „Portugiesisches Neuschwanstein“ durchaus passend. Vor allem wenn man sich eine Kreuzung aus beidem vorstellt. Der Bau vermischt Ritterburg, Manuelinik, Renaissance und einen Hauch der Mauren mit Märchenschloss und Romantik.
Relativ zielstrebig begaben wir uns in die Caféteria im 2. Stock, die wie ein paar wenige andere Innenbereiche auch, mit dem Parkticket begehbar ist. Hier machten wir erstmal eine Pause bei 1€-Kaffee, der leider auch genauso geschmeckt hat.
13Uhr. Weiter ging´s. Wir turnten noch etwas durch die uns zulässigen Palastbereiche und machten uns dann weiter auf den Weg durch den Park. Die Wege sind sehr steil, sehr verschlungen, nahezu unbeschildert und das Kartenmaterial zudem absolut nicht hilfreich. Sobald ich also erkannte, dass wir Richtung Valley of the Lakes kommen, an dessen anderen Ende einer der Parkausgänge liegt, machte ich meinem Mann unmissverständlich klar, dass unser Ziel feststeht...

Die drei Stopps der Linie 434, Castelo dos Mouros, Pena Palast und Nationalpalast, sind übrigens nicht die einzigen Möglichkeiten, auch wieder in den Bus einzusteigen. Überall auf der Strecke gibt es Schilder der 434 und wer sich dort platziert, wird vom nächsten Bus mitgenommen. Glücklicherweise stand so ein Schild sehr nah an eben jenem Parkausgang, den wir wählten.
Ortswechsel. Sintra Altstadt.
Wir verlassen die 434 und stehen... im Regen mitten in Sintra! Schräg gegenüber der Nationalpalast, ein kleines bisschen Märchenschloss und zwar im hispanisch-maurischen Stil. Man erkennt ihn sofort an den zwei sehr speziellen Schornsteinen, die aus der Schlossküche ragen.
Nationalpalast Sintra
Aus wettertechnischen Gründen begaben wir uns kurzerhand auf eine Self Guided Tour durch den Nationalpalast. Über die 10€ pro Person kann man hier wirklich streiten aber immerhin hatten wir ein Dach über dem Kopf. Dennoch schaffte man es, mich zusätzlich zu verärgern, indem man uns anwies, dass man Rucksäcke, auch vom Regen durchweichte, ausschließlich vorne vor dem Körper tragen darf. Bingo!
Als wir aus dem Palast wieder rauskamen, war es immer noch ungemütlich, das war es heute die ganze Zeit, aber dafür hatte es aufgehört zu regnen.
Mittagessen in Sintra
Auf der Suche nach einem schönen Restaurant oder ähnlichem durchstreiften wir noch ein bisschen die verwinkelten und versteckten Gassen Sintras und wurden, wenn auch wieder eher unten an der Hauptstraße, irgendwann fündig.

Die Speisekarte draußen lockte mich mit einem Salat mit Süßkartoffel und Bulgur, der dann aber auf der Speisekarte am Tisch nicht mehr zu finden war. Aber Couscous mit Mais, Oliven, Kichererbsen, Tomate und Avocado auf grünem Salat und Rucola war vielleicht sogar die noch viel bessere Wahl!! Sehr lecker. Nicht so Phil´s Fleisch mit Ei und Pommes. Leider.
Leaving Sintra
Dann wurde es aber wieder Zeit für die 434, die zum Glück direkt zeitgleich mit uns am Wartehäuschen eintraf. Unser Ziel war nun definitiv der Bahnhof Sintra, es wurde Zeit, diesen langen, nebligen Tag mit der Heimfahrt nach Lissabon zu beenden. Um 16.50Uhr rollten wir pünktlich aus Sintra heraus. Alle meine Bilder des heutigen Tages in Sintra findest du hier!
Hard Rock Shop
In Lissabon am Rossio angelangt ging es aber nur mit einem kleinen Umweg zum Hotel. Ich betone: Philipp wollte gerne noch in den Shop vom Hard Rock Café.
Dieses befindet sich an der Praca dos Restauradores, welche optisch dem Rossio ein wenig ähnelt. Und sie liegt auch direkt um die Ecke von eben jenem.
Igreja Sao Domingos
Auf dem (jetzt aber wirklich) Weg zum Hotel lag dann aber noch die Kirche Sao Domingos. Und sie war offen. Wir warfen einen flüchtigen Blick hinein und waren erstaunt, dass sie von innen aussieht wie andere Kirchen von außen. Man sieht quasi graue Außenfassaden im Inneren der Kirche, anders vermag ich es nicht zu beschreiben. Wirklich schön aber anders. Etwas Besonderes.
Den Tag beschließen und ein Fazit für Sintra
Letzter Stopp: Ein Mini Mercado gegenüber vom Mundial. Hier liegt die Zahnpasta neben dem Wein. Die Schokolode bei Föhn und Glätteisen. Und Schreibwaren findet man zwischen den Reinigungsmitteln. Phil hat sich hier für den Abend eingedeckt aber dann ging es endlich auf´s Zimmer, wo uns auch noch Handtücher und Seife fehlten...
Es war heute weit und lang und anstrengend, ohne, dass ich genauer beziffern könnte weshalb. Wir hatten lange und recht gut geschlafen, auch verlief alles, was zu organisieren war, reibungslos. Bis auf den Schauer in der Altstadt von Sintra war es auch nicht so regnerisch, wie befürchtet. Und dennoch waren wir die ganze Zeit auf Achse und ein wenig orientierungslos und ohne rechte Vorstellung was in der Region Sintra wo genau liegt und was uns dort jeweils erwartete.

Ich finde aber, wir haben das Beste draus gemacht. Schließlich sind wir heile wieder zurückgekommen. Und wenn man ehrlich ist: Bei 35 Grad im Schatten hätten wir sicher noch weit weniger Freude gehabt.
Und doch: Die nächsten Tage bleiben wir auf jeden Fall, wie geplant, in Lissabon und Belém, also eher in der Nähe. Und für Porto bin ich geneigt, doch noch ein paar Umstellungen vorzunehmen, damit es so entspannt wie möglich bleibt auf unseren zwei vollen Wochen City Tour!
Dennoch kann ich Sintra empfehlen, am Besten in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst, wenn es voraussichtlich trocken aber nicht so heiß ist. Ob eine geführte Tour besser ist als unsere, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich finde es auf eigene Faust sehr gut machbar aber geführte Touren beinhalten möglicherweise mehr und ersparen vorübergehende Orientierungslosigkeiten. Wer sich aber selbst auf den Weg macht sollte sich vorher zwingend mit den Palästen auseinandersetzen und so in etwa wissen, was er erwartet bzw. anschauen möchte. Vor Ort zu entscheiden ist sehr schwierig und kostet Zeit und Nerven.
Sonntag, 11. November, Unterwegs in Prazeres und Alcantara
15Uhr - als ich diesen Artikel zu schreiben beginne. Wieder in unserem Zimmer im Hotel Mundial, Lissabon, Portugal.
Heute ist kein schöner Tag. Gar. Kein. Schöner Tag!! - Ich habe ihn soeben schon meiner Mama in einer E-Mail geschildert und bin wenig motiviert das jetzt noch einmal zu wiederholen aber so habe ich es dann wenigstens hinter mir.
Alles begann recht euphorisch. Heute Morgen. Ich war ungewöhnlich früh wach. Vielleicht der Hunger. Vielleicht die Vorfreude auf Belém. Vielleicht auch das viel zu harte Bett. Der laute Straßenverkehr unter unserem Fenster. Oder eine Mischung aus allem.
So gingen wir heute bereits eine Stunde früher frühstücken und verließen das Hotel entsprechend gegen kurz nach neun.

Einmal die 28, bitte!
Erstaunlicherweise fuhr die 28 heute schon seit 8 Uhr, wie ich beobachtet hatte, und es standen nur drei Menschen an. Als wir aus der Metro Martim Moniz, wo wir unsere Fahrkarten aufgeladen hatten, wieder auftauchten, hatte sich natürlich mittlerweile eine kleine Schlange gebildet. Sie erschien uns aber immer noch kurz genug, spontan die Fahrt mit der 28 noch reinzuschieben bevor wir nach Belém aufbrechen würden.
Nach ein paar Minuten startete unsere fast einstündige Fahrt und nach ein paar Stationen ergatterten wir auch Sitzplätze. Leider war die Bahn die gesamte Zeit über brechend voll und die Scheiben nicht nur von innen beschlagen sondern von außen auch voller Regenschlieren, sodass wir nicht unbedingt behaupten können, eine Aussicht genossen zu haben... Eigentlich ist bei der Fahrt mit der 28 der Weg das Ziel aber in unserem Fall... War das irgendwie etwas anders.
Cémiterio dos Prazeres
Die Endstation Campo Ourique erreichten wir gegen halb elf. Sie befindet sich direkt am Cémiterio de Prazeres, einem berühmten Friedhof Lissabons. Ich kann mich für Friedhöfe seit einiger Zeit sehr begeistern, da sich dort in der Regel tolle Fotomotive finden lassen, das war zum Beispiel schon in Dublin so gewesen, aber nicht nur!

Wir stellten schnell fest, dass dieser Friedhof riesig groß ist, sodass wir uns nur einen Bruchteil zu Fuß erschließen würden. Immerhin regnete es gerade nicht.
Die meisten Gräber sind keine Gräber, wie wir sie kennen, sondern überall stehen, dicht an dicht, kleinere oder größere überirdische Häuschen, in denen die Särge stehen. Zwei dieser Häuschen, die wir entdeckten, waren auch einsehbar. In so einem Häuschen liegt dann in der Regel die ganze Familie zusammen.
LX Factory
Nun aber wollten wir noch unser heutiges Programm abspulen, das da lautete: LX Factory in Alcantara und weiter nach Belém (zu den typischen Highlights Pastelaria, Hieronymuskloster, Entdeckerdenkmal, Torre de Belém und MAAT).
Kurzerhand machten wir uns auf gut Glück auf den Weg zu Fuß Richtung LX Factory! Diese ist ein ehemaliges, verfallenes und nun wiederbelebtes Industriegebiet mit Bars, Cafés, Restaurants, Galerien, Büros, Second Hand Shops etc. und damit seit beinahe sechs Jahren Szene-Treffpunkt von Lissabon. Das würde ich schon gerne mal kennen lernen!
Auf unserem Weg dorthin setzte nur leider wieder mal der Regen ein. Mit unserem miesen Stadtplan schlugen wir uns durch bis zum Bahnhof Alcantara Terra. Ab hier musste Google Maps dann aushelfen, es waren aber nur noch 10 Minuten zu gehen.
Das Gelände der LX Factory entsprach dann, abgesehen von der Größe, in etwa dem, was ich mir darunter vorgestellt hatte nachdem ich in diversen Reiseführern und Blogs darüber gelesen hatte. Besonders weitläufig war es nun allerdings nicht. Das heißt wir waren schneller einmal rum, als gedacht, was aber sicher auch damit zusammenhing, dass nicht alle Shops offen waren weil heute Sonntag ist. Nach meinen Recherchen hätte heute aber sogar Markt sein sollen...

Gegen 12 Uhr saßen wir dann in einem der kleinen Cafés und wärmten uns etwas auf. In der Zwischenzeit verwandelte sich der Regen draußen in eine nicht enden wollende Sturzflut und wir sahen uns gezwungen, unsere Vorhaben in Belém zu vertagen und Alternativen aufzutun, was uns während eines mindestens halbstündigen ungemütlichen Streits eben darüber aber leider nicht gelingen wollte.
Am Ende beschlossen wir, mehr oder weniger aus Verzweiflung, einfach an Belém festzuhalten und dem Regen zu trotzen. Diese Einstellung hielt ungefähr drei Minuten – nämlich bis mich das auf der Straße stehende Wasser dank eines hindurch rauschenden Taxis erwischte. Meine Jeans war durch und meine Laune, die gerade dabei war, wieder mühsam die Treppe aus dem Keller hoch zu kriechen, somit direkt wieder hinunter geschubst worden. Und zwar mit Schwung!!
Waiting in the rain...
Ein paar Meter weiter war die Haltestelle für die Tram 15 und mit der wollte ich nun sofort bis zur Endstation Praca da Figueira, in der Nähe unseres Hotels, fahren!!! Leider: Ließ diese eine halbe Stunde auf sich warten. Genug Zeit, sich ein zweites Mal von einem Taxi „beregnen“ zu lassen, dieses Mal waren es „nur“ die Füße... Ich denke die Situation bedarf keiner weiteren Worte.
Die 15 war anschließend brechend voll. Wir quetschten uns auf Teufel komm raus noch irgendwie hinein und hielten irgendwie bis Cais do Sodré durch, wo endlich die Masse ausstieg. Von hier war es nicht mehr allzu weit bis zur ersehnten Endstation.
Im Hotel habe ich sofort heiß geduscht und mich anschließend mit einer Nussmischung in meine Heizdecke gewickelt. Ich reise vermutlich nirgends mehr ohne sie hin.

Philipp hat sich in die Hotelbar verzogen. Mal sehen, wie der Nachmittag nun so dahin plätschert. Draußen plätschert es jedenfalls immer noch und es soll heute auch nicht mehr aufhören. Das heißt, da wir noch essen gehen wollen, wird unsere Wahl möglicherweise auf das Hotelrestaurant fallen. Man gönnt sich ja sonst nichts...
Alle meine Bilder von heute findest du hier!
Montag, 12. November, Endlich Belém, endlich Törtchen
17.30Uhr - als ich diesen Artikel zu schreiben beginne.
Gestaltung des Vorabends
Der gestrige Tag war nicht mehr weiter aufregend wie man sich denken kann. Wir haben lediglich noch ein sehr frühes Abendessen im Hard Rock Café eingenommen, was aber auch nur bedingt ein Trost für den verregneten Tag war. Die Atmosphäre hat mir dieses Mal nicht so gefallen, ich empfand die Musik als zu laut und es war ungemütlich, in erster Linie war ich müde und kaputt.
Aber sie haben ein paar wenige neue Gerichte auf der Karte und so habe ich eine neue Salatkreation ausprobiert und einfach das Chicken darin abbestellt. Mein Salat kam sehr, sehr grün daher aber mit genialen Toppings in Form von Avocado, Mais, schwarzen Bohnen, Granatapfelkernen und Kürbiskernen! Der Wahnsinn!
Kommen wir zu heute.
Wieder um kurz nach zehn sind wir aufgebrochen. An der Praca Figueira standen wir uns dann allerdings die Beine in den Bauch weil die Straßenbahn 15 auf sich warten ließ. Bis wir begriffen, dass es einen Unfall gegeben hatte und unsere Bahn durch einen Bus ersetzt werden musste. Früher oder später brachte dieser uns dann aber endlich nach Belém.

Pasteis de Belém
Erstes Ziel: Die berühmte Pastelaria, die die Lissabonner Spezialität schlechthin herstellt – die Pasteis de Nata. Unbeschreiblich (und) lecker!!! Normalerweise trete ich keine Reise extra für ein Restaurant oder Café aus dem Reiseführer an, aber hier ist das was anderes! Hier wollte ich unbedingt noch einmal herkommen!
Kaum etwas anderes verbinde ich so sehr mit Portugal wie diese köstlichen Törtchen, für dich ich meine zuckerfreie Ernährung heute vorübergehend ausgesetzt habe, denn wenigstens ein einziges Törtchen muss hier einfach drin sein! Dafür habe ich seit nunmehr zehn Monaten und ein paar Zerquetschte brav und streng auf jeglichen Zucker verzichtet!
Padrao Dos Descobrimentos
Im Anschluss wollten wir auf die Aussichtsplattform vom Entdeckerdenkmal, doch wieder einmal haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Also ohne das Wetter. Es ist heute zwar, Gott sei´s gedankt, trocken und immer wieder auch sonnig – aber der Nebel über dem Tejo, an dem das Denkmal steht, ist dicht und die Aussicht wäre bestenfalls Richtung Stadt gegeben. Dafür 5€ riskieren? Nein...
Das Entdeckerdenkmal ist zwar eines der Lissabonner Wahrzeichen aber die Sicht wäre nun mal fraglich. Auf Portugiesisch heißt das Denkmal übrigens Padrao dos Descobrimentos und es ehrt seit 1960 Heinrich und all die anderen portugiesischen Seefahrer, die in den früheren Jahrhunderten über die Weltmeere aufbrachen.

Torre de Belém
Wir entschließen uns, noch den kleinen Kilometer zum Torre de Belém zu gehen. Er ist ein weiteres Wahrzeichen. Es stammt aus dem Jahr 1514 und wurde damals als Teil des Verteidigungssystems der Stadt errichtet. Von hier aus brachen viele Entdecker, wie Vasco da Gama, zu ihren Seereisen auf.
Genau genommen hat es damals sogar zwei Türme gegeben. Der andere stand auf etwa gleicher Höhe auf der anderen Seite des Tejos aber das schwere Erdbeben 1755, das in dieser Stadt immer wieder Thema ist, hat ihn dem Erdboden gleich gemacht.
Kehrten die Entdecker heim, war der Torre das erste, das sie von der Heimat am Horizont zu sehen bekamen. Es sei denn, es war so diesig wie heute. Dann konnten sie froh sein, ihre eigene Hand vor der Nase zu erkennen. So oder so ähnlich war das auch heute...
MAAT
Nach einem kleinen Päuschen auf der Mauer am Tejo neben dem Torre, brachen wir gegen 13Uhr auf zum MAAT. Das Museum für Kunst, Architektur und Technologie liegt ebenfalls einen Kilometer entfernt vom Entdeckerdenkmal, allerdings in die entgegensetzte Richtung. Also machten wir uns auf dem Rückweg und am Entdeckerdenkmal war das Wetter plötzlich klar. Dass wir nicht doch noch auf die Aussichtsplattform hoch fuhren lag daran, dass wir feststellen mussten, dass diese montags nicht geöffnet ist...
Am MAAT angekommen machten wir auch dort ein kleines Päuschen bei weiterhin wirklich toller Sicht. Wir haben das Museum selbst, mangels Interesse, nicht besucht aber man kann hervorragend oben drauf stehen und sitzen und über den Tejo oder die Stadt blicken.
Brücke des 25. April
Ein weiteres Ziel hatten wir heute nicht mehr. Es galt nun, zu improvisieren und so nutzten wir das Wetter und schlenderten einfach weiter am Tejo entlang und unter der roten Brücke des 25. April hindurch. Sie ist gefühlt eine Golden Gate Bridge-Kopie und tatsächlich die drittlängste Hängebrücke der Welt!
Lunch in der Markthalle
Nach etwa zwei Kilometern erreichten wir die Bahnstation Alcantara Mar, von der aus es nicht weit zur nächsten Tramhaltestelle der Bahn 15 zu gehen ist. Diese brachte uns dann final zum Mercado da Ribeira, den wir auf dem Hinweg aus dem Tramfenster ausgemacht hatten. Dort befindet sich der Time Out Market Lisboa mit unzähligen Verpflegungsmöglichkeiten.
Mittlerweile nach 15Uhr durften an dieser Stelle gerne eine Cheeseburger bzw. ein Kürbisrisotto mit Rucola und Ziegenkäse her. Es lebe der Time Out Market Lisboa. Zunächst kam er mir zwar überfüllt, ungemütlich, überfordernd und überteuert vor aber letztlich ist es doch eine sehr besondere Location und wenn man erstmal mit einem kühlen Gläschen Weißwein Platz genommen und seine kulinarische Wahl endlich vor sich stehen hat, dann ist es unterm Strich doch sehr nett und hip.
Gesättigt und zufrieden bestiegen wir den Bus mit Ziel Praca Figueira, die bekanntermaßen hotelnah liegt. Denn genau dort wollten wir nun hin. In die Horizontale nach einem Tag, der eigentlich nur aus Fußmarsch bestanden hatte. Schönem Fußmarsch natürlich.

Ein Sundowner zum Lebewohl
ABER! Wir hätten nicht im Mundial residiert, wir wären nicht in Lissabon gewesen, wenn wir nicht wenigstens ein Gläschen kühlen Weins auf dem Roof Top in der Bar des Mundials eingenommen hätten! Und deswegen beendeten wir unseren Lissabon-Aufenthalt sozusagen auch genau dort oben! Bei tief stehender Sonne, loungiger Musik und idealer Sicht in absolut alle Richtungen über die Hauptstadt Portugals!! Bester Moment!!
Dies und alles weitere von heute findest du fotografisch festgehalten hier!
Dienstag, 13. November, Unterwegs in der Alfama und nach Coimbra
21.15Uhr - als ich diesen Artikel zu schreiben beginne und ich befinde mich dabei gar nicht mal mehr in Lissabon, doch handelt mein heutiger Text tatsächlich noch davon.
So gerne wäre ich noch länger in der portugiesischen Hauptstadt geblieben, im schönen Lissabon. Wo das Licht jetzt im Winter schon am frühen Nachmittag alles verändert, wie bei tief stehender, bald untergehender Sonne. Wo man sich am Fluss Tejo wie am offenen Meer vorkommt, was ich sehr gerne mag. Wo die Metrostationen im Winter fast alle nach frischem Popcorn riechen. Wo man an jeder Ecke einen wirklich leckeren Kaffee mit Sitzmöglichkeit bekommt. Wo die Menschen erstaunlich ruhig und freundlich sind obwohl man es ihnen nicht übel nehmen würde, wenn sie bei diesen Touristenmassen auch mal die Geduld verlieren würden...
Aber wir hatten uns im Vorhinein überlegt, uns auf fünf Nächte in Lissabon zu beschränken und vor unserer Weiterreise nach Porto noch zwei Nächte Stopp in Coimbra einzulegen. Deshalb lassen wir uns heute von der Portugiesischen Bahnlinie in die Studentenstadt schaukeln.

Aber der Reihe nach. Es war wie folgt:
Nach dem Kofferpacken und Frühstücken haben wir gegen 10Uhr im Lissabonner Hotel Mundial am Martim Moniz offiziell ausgecheckt. Das Gepäck konnten wir noch an der Rezeption abgeben, um die letzten Stunden in der Stadt auszukosten.
Theoretisch hätten wir gleich nach dem Frühstück zu unserer nächsten Station in Portugal aufbrechen können aber ich wollte Philipp gerne noch die Alfama zeigen und wir hatten natürlich auch noch die Lunch Gutscheine vom Hotel.
Stadtteil Alfama
Wir liefen also Richtung Tejo aber bevor wir den Comercio erreichten, schwenkten wir nach links ab und stürzten uns ins Gassengewirr der Alfama. Dies ist der älteste Teil der Stadt: Ein Meer aus hellen Häuserwänden, ein paar Kuppeln und Kirchtürme. Es geht stetig bergauf, bergab. Und all das ist super sehenswert! Natürlich hatten wir die Alfama mit der Tram 12 und 28 die Tage bereits angekratzt aber durch die wirklich engen Gassen kommt man nun mal ausschließlich zu Fuß...
Dorthin wo es so eng ist, dass man sich aneinander vorbei drückt. Wo die Wäsche vor den Häusern im Wind flattert. Wo die Ursprünglichkeit Lissabons zu Hause ist. Wo die gefliesten Fassaden sich fotogen präsentieren. Und wo Armut und Verfall trotzdem so sichtbar sind. Wo der arabische Einfluss mehr zu spüren ist als anderswo in der Stadt. Wo alles ist wie früher weil das Viertel das verheerende Erdbeben 1755 überstanden hat. Und wo ich wirklich nicht neidisch bin auf diejenigen, die hier ihren Koffer über Kopfsteinpflaster und nicht enden wollende Treppen ziehen müssen...

Hier in der Alfama ist man absolut gezwungen, ziellos zu gehen. Wir haben es gar nicht erst anders versucht. Und das war gut so. Man geht einfach nach Gefühl, folgt der Richtung, die einem am verlockendsten erscheint. Auf die Ecke zu, um die man am Liebsten als Nächstes blicken würde.
Miradouro da Graca
Und so gelangten wir, immer der Nase nach, an einen Ort, der mir etwas sagte: Miradouro da Graca. Vor der gleichnamigen Kirche. Wenn mich nicht alles täuscht einer der absoluten Lieblingsorte in der Stadt von meinen Eltern. Grund genug, hier etwas zu verweilen - aber das hätten wir so oder so getan, denn die Aussicht hier oben ist fantastisch, außerdem strahlte der Ort zur Zeit unseres Besuches eine angenehme Ruhe aus. Wir hätten einfach an der Absperrung sitzen oder stehen bleiben können aber drei, vier Meter parallel dazu waren Tische und Stühle aufgebaut und wer etwas zu trinken und/oder essen bestellte, konnte auch dort Platz nehmen.
Wir hatten ausreichend Zeit und waren schon ein bisschen geschafft vom „Bergsteigen“ in der Alfama, sodass wir uns ein Heißgetränk gönnten. Wir hatten Bücher dabei und ließen uns von der Sonne wärmen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde, kurz bevor wir aufbrachen, setzte sich ein Gitarrenspieler in die Nähe, von mir aus hätte er schon viel früher anfangen können zu klimpern. Das war nun schon das dritte Mal, dass wir an einem zauberhaften Ort in Lissabon saßen und so tolle musikalische Begleitung geliefert bekamen: Am ersten Tag unten am Comercio und gestern in Belém am Entdeckerdenkmal. Und nun hier.
Aufbruch und Abschied
Doch nun galt es final Abschied zu nehmen und sich den Weg zum Hotel zu bahnen. Auf dem Weg dorthin passierten wir tatsächlich noch das Castelo de Sao Jorge. Auch dieses Mal verzichtete ich (wir) auf einen Besuch der Burganlage, sowohl aus Zeit- als auch finanziellen Gründen sowie mangelndem Interesse.
Es war schon 13Uhr als wir das Mundial wieder erreichten. Wir präsentierten im hoteleigenen Restaurant Jardim, wo wir nun schon fünfmal gefrühstückt hatten, unseren Lunch Gutschein und nahmen Platz. Wie sich leider herausstellte, waren wir ein wenig underdressed, damit hatte ich nicht gerechnet. Es war doch alles recht schick, fast vornehm und wir hatten unser City-Dress an und mussten uns damit abfinden!
Es gab ein 3-Gang-Menü allerdings leider ohne vegetarische Optionen. Netterweise bot man mir als Vorspeise wahlweise Salat oder Gemüsesuppe an und als Hauptgericht Pasta mit Gemüse, das als Möhrchen, Zuckerschoten und Champignons daher kam. Sehr freundlich, sehr flexibel, sehr schmackhaft! Und dann kam der Dessertwagen! Und ich gönnte mir noch ein Pastel de Nata, muss aber sagen, dass es nicht halb so gut war wie gestern in Belém!
Nach dem Essen und einer kurzen Verschnaufpause in der Lobby, machten wir uns auf den Weg zur Metro. Mit Sack und Pack war der Weg zum Restauradores zwar ein bisschen weiter als ohne, aber dort konnten wir wenigstens direkt in die blaue Linie einsteigen, die uns ohne Umsteigen zum Santa Apolonia Bahnhof beförderte. Diesen erreichten wir gegen 14.40Uhr.
Alle meine Bilder von heute findest du hier!
Bahnfahren in Portugal
Am Fahrkartenschalter mussten wir nicht warten und man verkaufte uns sofort 2 Tickets für die nächste Bahn nach Coimbra. Abfahrt 15.30Uhr. Fahrzeit 2 Stunden. Preis pro Person 19.50€. Ein sehr fairer Preis für eine so kurzfristige Buchung und dann noch in einem Zug, der in Deutschland einem IC entspricht. Und das ganze inklusive Sitzplatzreservierung, die man hier sinnigerweise automatisch erhält. Unterm Strich kann die DB hier noch eine Menge lernen!! Auch zum Thema Sauberkeit und Pünktlichkeit der Bahnen! Denn unsere Reise nach Coimbra verlief reibungslos!

Was die deutschen ICs dem portugiesischen Pendant gegenüber aber besser können, das ist der Informationsfluss wann und wo welcher Halt erfolgt. Wir wissen hier in Portugal nur, dass die Fahrt von Lissabon nach Coimbra zwei Stunden dauert und müssen auf Verdacht rechtzeitig unsere sieben Sachen zusammenkramen und zum Ausstieg gehen. Wir kommen um 17.30Uhr an.
Coimbra hat zwei Bahnhöfe: Den Coimbra-A direkt in der City und den Coimbra-B, etwas außerhalb, an dem die großen Züge ankommen, wie der, in dem wir sitzen. Beide Bahnhöfe sind angeblich durch einen kleinen, kostenlosen Transferzug verbunden aber bei unserer Ankunft an Coimbra-B ist es mittlerweile schon sehr dämmrig und uns steckt ein relativ langer Tag in den Knochen. Wir suchen keinen Zug oder Bus mehr, sondern gönnen uns einfach ein Taxi für die zweieinhalb Kilometer zum Hotel Astoria. Kostenpunkt: 7,25€ plus Trinkgeld.
So werden wir direkt bequem vorm Eingang des Jugendstilgebäudes von 1926 raus gelassen. Es handelt sich um ein 3-Sterne-Hotel mit 62 Zimmern auf fünf Etagen. Unseres befindet sich in der 3. Etage, dorthin gelangen wir mit einem uralten, museumsreifen Aufzug. Museumsreif ist dann auch unser Zimmer 323 eindeutig! 24 Quadratmeter, antike, dunkle Möbel, ein Röhrenfernseher, eine uralte Heizung, getrennte, knatschende Betten, pekige und abgewetzte Sitzmöbel, unmöglicher Teppichboden (auch von 1926??) und nichts davon entspricht den Bildern, die ich vorher online gesehen hatte.
Gewiss: Das Zimmer ist soweit in Ordnung, wir haben schon sehr viel Schlimmeres erlebt, die zwei Nächte werden wir hier problemlos durchstehen. Aber wenn ich als erstes Haare und Flecken in meinem Bettzeug entdecke und das Desinfektionstuch, mit dem ich zunächst den Nachttisch abzuwischen pflege, sich direkt schwarz färbt, dann ist die Unterkunft eben leider nicht das Optimum!

Nagut, wir wussten, dass zuletzt vor sechzehn Jahren renoviert wurde und das hätte uns zu denken geben sollen. Lassen wir es gut sein. Immerhin reicht das WLAN der Lobby bis ins Zimmer und zwar obwohl man uns angekündigt hatte, das dies nicht der Fall sein würde.
Mittwoch, 14. November 2018, Unterwegs in Coimbra
Unsere 1. Museumsnacht haben wir gut hinter uns gebracht. Sie war zwar etwas kurz und kalt aber die Ruhe war schon sehr angenehm. In Lissabon hatten wir unser Zimmer im 2. Stock, also sehr straßennah, an einer viel befahrenen Straße gehabt, nicht zu vergessen die gegenüber liegende Feuerwache...
Das Frühstück ist ebenfalls annehmbar. Der Frühstücksraum ist recht groß aber viele Gäste sind nicht da als wir kommen, so ist es auch hier angenehm ruhig. In der Mitte ist um eine Säule herum das Buffet aufgebaut und die Auswahl ist besser als befürchtet. Die älten Möbel, der hohe Raum, der Marmor, alles wie in einem Antik-Café. Eigentlich wirklich sehr nett, man muss nur erstmal richtig wach werden.
Kurz nach zehn scheint unsere Zeit zu sein. Wir brechen auf. Coimbra war 2003 Kulturhauptstadt und befindet sich etwa 40km östlich der Atlantikküste, also ein ganzes Stück landeinwärts. Wie wir bald wissen werden, sollte jeder Portugal-Reisende, der Lissabon und Porto miteinander kombiniert, auch unbedingt einen Stopp hier in Coimbra einlegen!

Halle in Sachsen-Anhalt ist übrigens Partnerstadt von Coimbra. Sowie z.B. auch das brasilianische Sao Paolo, das kalifornische Santa Clara und das spanische Santiago de Compostela. Aber auch: Macau!! Zwei Jahre ist es nun schon her...
Aber machen wir uns auf den Weg. Ohne auch nur ansatzweise einem Ziel oder Plan schlendern wir los. Das Astoria mag veraltet sein – zentral liegt es!! Direkt zwischen dem Fluss Mondego, dem längsten des Landes, und der hübschen Altstadt. Restaurants und die Fußgänger-Einkaufs-Meile liegen direkt um die Ecke!
Wir lassen uns treiben und schlagen uns durch Gassen und über diverse Treppenstufen, darin haben wir ja schon Übung aus Lissabon. Allerdings ist es heute noch etwas wärmer als gestern in der Alfama! Wir haben Anfang 20 Grad und Sonnenschein pur, außerdem weht nicht unbedingt irgendwo ein Lüftchen, denn wir sind hier weit weg vom Meer. Aber Anfang 20 sind nicht Anfang 30 Grad und somit ist es eigentlich genau richtig!
Nach einiger Zeit nehmen wir im Halbschatten eines kleinen Cafés Platz, bestellen Kaffee und lesen etwas. Hier kann man es gut aushalten, es ist eine ruhige Ecke, umgeben von mehreren kleinen Gässchen ist dieser kleine Platz eher fast wie ein schöner Hinterhof. Nicht weit entfernt spielt jemand hübsche Melodien auf einem Akordeon. Portugal wie im Film...
Später landen wir am Flussufer in etwa zwischen den Brücken Ponte Santa Clara und Ponte Pedro E Ines. Letztere ist eine reine Fußgängerbrücke und lockt mit ihrem bunten Geländer. Es besteht aus verschieden farbigen Glasscheiben, die durch die Sonne folglich auch bunte (!) Schatten auf die Brücke werfen. Wir überqueren sie und erleben auf der anderen Seite ein tolles Panorama. Coimbra türmt sich regelrecht vor einem auf.
Auf dieser Seite mit dem tollen Blick auf die Stadt gehen wir etwa zwei Kilometer am Mondego entlang bevor wir diesen über die unromantische Autobahnbrücke auf Höhe des Einkaufszentrums Forum Coimbra wieder überqueren. Wir gehen wieder anderthalb Kilometer zurück, vorbei am Astoria zum Italia Restaurante am Mondego. Genau genommen sitzen wir sogar über dem Mondego. Das italienische Restaurant hat sowohl drinnen als auch draußen Plätze und bietet super Essen zu relativ günstigen Preisen samt freundlichem Service. 14Uhr ist eine hervorragende Lunch Time. Ganz italienisch gibt es heute Pasta, Pizza und Espresso! Ein Stück Glück!!
16Uhr. Direkt neben dem Italia Restaurante startet unsere Sunset Boat Cruise, die gar nicht so heißt aber definitiv eine ist, denn als wir nach knapp einer Stunde das Boot wieder verlassen, ist die Sonne so gut wie untergegangen.
Im Sommer gibt es mehrmals täglich Abfahrten, jetzt im Winter ist es nur diese eine am Tag. In unserem Fall war schon eine Stunde zuvor eine große Gruppe portugiesischer Rentner an Bord, die einem Fado Konzert lauschte. Während unserer Wartezeit neben dem Schiffchen kamen wir ebenfalls in den Genuss des Gesangs und Gitarrengeklimpers der vier Herren, die kurz vor Fahrtbeginn wieder von Bord gingen.

Das Schiff fährt ein Stückchen in beide Richtungen. Zunächst bis zu besagter Autobahnbrücke und dann in die entgegengesetzte Richtung unter der Ponte de Santa Clara und der Ponte Pedro E Ines hindurch bis zur Ponte Rainha Santa Isabel, wo wieder gewendet wird um zum Ausgangspunkt zurück zu kehren.
Während der Fahrt geht also so langsam die Sonne unter und der Kapitän lässt eine Fado-CD laufen. Ich bin zwar fix und foxi von diesem Tag aber es ist schon irgendwie ein kleines bisschen romantisch hier so entlang zu schippern... Das rundet den Tag definitiv ab und lässt mich jedem Portugalreisenden eine Empfehlung aussprechen, auch Coimbra eine Chance zu geben!
Und wie gefällt DIR Coimbra auf den 1. Blick?: Meine Fotos!!
Kurz nach 17Uhr schlagen wir im Astoria auf, lassen uns an der Rezeption eingehend bezüglich der morgigen Bus- und Bahnverbindungen nach Porto beraten und huschen dann auf unser Zimmer. Der Teppich ist immer noch der alte und fremde Haare liegen auch wieder (oder immer noch?) auf meinem Bett, aber eine Dusche und die Möglichkeit, die Füße hochzulegen, ist trotzdem sehr schön.
Donnerstag, 15. November 2018, Abschied von Coimbra
Unsanft weckt mich, viel zu früh, die Frau aus dem Nachbarzimmer... Während sie gestern Abend noch lange aufgebracht telefoniert hat, hat sie jetzt einen Niesanfall und ich bin not amused!!
Somit starten wir unseren Tag doch früher als gedacht, wobei wir eigentlich keinen Zeitplan an sich haben. Züge von Coimbra nach Porto fahren mindestens stündlich und so verbummeln wir noch ein bisschen die Zeit und lassen uns erst um halb elf an der Rezeption ein Taxi bestellen.
An Coimbra-B angekommen stellt sich heraus, dass ein Zug in 5 Minuten nach Porto fährt oder aber in einer Dreiviertel Stunde. Der Gemütlichkeit wegen entscheiden wir uns für den späteren, wir haben ja Bücher dabei. Und so geht unsere Zeit in Coimbra entspannt zu Ende... Im kleinen Bahnhofsgebäude, in dem man sich sehr viel lieber aufhält als in unseren deutschen Bahnhofsgefilden…

Donnerstag, 15. November 2018
Auf nach Porto! Ich bin schon so gespannt!
11.34Uhr. Unsere Zugfahrt von Coimbra nach Porto-Campanha beginnt. Eine ganze und eine viertel Stunde Fahrt vergeht im Nu. Der Zug gleicht einem Inter City in Deutschland und heißt hier auch genauso.
Beim Fahrkartenkauf ist eine Sitzplatzreservierung wieder bereits inklusive und Gepäck lässt sich bestens verstauen. Im Gegensatz zu unserer Fahrt vorgestern von Lissabon nach Coimbra wird dieses Mal die jeweils folgende Haltestelle durchgesagt. Das kommt uns sehr entgegen, denn Porto ist nicht die Endstation dieses Zuges, der bis nach Braga fahren wird.
In Porto-Campanha angekommen, wollen wir eigentlich ein Taxi zum Hotel nehmen aber es sind diverse Bahnverbindungen nach Porto-Sao Bento angeschlagen und wir wissen, dass unser Hotel direkt neben dem Sao Bento Bahnhof liegt. Wir wären schön dumm, an dieser Stelle in ein Taxi zu investieren. Oder nicht?...
Wie wir am Schalter schnell in Erfahrung bringen, gilt unser Ticket Coimbra-Campanha auch noch bis nach Sao Bento, auch wenn das dem Ticket absolut nicht zu entnehmen ist. Aber wir sind gutgläubig und fahren diese eine Station mutig mit.

Ein Hotel auf dem Berg
Am Sao Bento angelangt, stellt sich allerdings heraus, dass das Mercure Hotel am anderen Ende des Kopfbahnhofs liegt und Porto, ähnlich wie Lissabon, Hügel, Berge, Steigungen à la San Francisco aufzuweisen hat. Wir müssen ein jämmerlich-lächerliches Bild abgeben, wie wir unser Gepäck die Rua da Madeira hoch schleifen. Als Zuschauer würde ich uns tendenziell auslachen. Das Finale bildet eine gigantisch große Treppe mit sehr hohen Stufen, die mit Sack und Pack unüberwindbar erscheinen, von uns aber dennoch bezwungen werden.
Völlig aus der Puste und reichlich durchgeschwitzt schlagen wir im Mercure Hotel auf, leicht beschämt und vielleicht auch belächelt. Aber an der Rezeption ist gerade viel los, so können wir noch kurz Luft holen. Am Check In ist die Welt dann sofort wieder in Ordnung, denn man ist freundlich und meine Ohren nehmen U2-Musik wahr...
Und dann das Zimmer!! Wir sind in der 2. Etage und haben ein Eckzimmer am Ende des Flures. Es ist von zwei Seiten komplett von Fenstern umgeben, die gigantische Ausblicke auf die Stadt bieten. Wir haben das Panoramazimmer bekommen, falls es hier so etwas explizit gibt! Und diese schönen Fenster lassen sich sogar vollständig öffnen oder aber per Schiebetüren komplett verdunkeln. Wir sind völlig begeistert und zwar auch vom Rest des modernen, neu wirkenden Zimmers, das sogar hübsche Deko und verspielte Beleuchtungen aufweist.

Mein Malheur
Allerdings... habe ich erstmal ein Problem zu lösen. Am Campanha Bahnhof, in der wirklich nicht langen Wartezeit, hatte ich einen kleinen geistigen Aussetzer gehabt, den ich nun zu beheben habe: Das in meinen Koffer integrierte Kofferschloss muss irgendwie geöffnet werden! Ich hatte es in geistiger Umnachtung befummelt und abgeschlossen, ohne den Zahlencode zu kennen. Wie ich durch Google bald erfuhr, hatte es vielleicht auch gar keinen Zahlencode, da man diesen erst aktivieren müsste. Somit gäbe es höchst wahrscheinlich keine Zahlenkombi, die das Schloss wieder aufspringen lassen würde...
Bei einem dreistelligen Zahlenschloss dauert es also eine Weile bis man alle Möglichkeiten durchgespielt hat. Ich finde mich mit 30 Minuten aber ziemlich gut, jedoch ergibt sich tatsächlich keine Kombi, die das Schloss wieder öffnet... Bis der Hoteltechniker mit seinem Schraubenschlüssel an Land kommt, werde ich schließlich selbst kreativ und breche das Schloss auf. Einen Schaden am Koffer habe ich damit immerhin nicht verursacht, nur das Schloss ist unbrauchbar geworden aber das macht nichts.
Erste Kontaktversuche zu Porto
15Uhr. Streifzug durch Porto bzw. die nähere Umgebung. Etwa 600m Fußweg sind es bis zum Hard Rock Café, von dessen Existenz, hier in Porto, ich erst seit heute etwas weiß. Wir steuern es also zielstrebig an und verlieben uns schon jetzt in die Stadt, die uns so sonnig, so beeindruckend schön erscheint! Philipp spricht jetzt schon aus, dass es ihn hier im Moment mehr flasht als in Lissabon. So weit will ich noch nicht gehen aber es könnte mir ähnlich gehen... Ich will die Tage abwarten!
Wir kaufen uns jeder ein Hard Rock Shirt und speisen anschließend auch vor Ort. Die Speisekarte ist wieder anders als in Lissabon, was mich verwirrt weil Ketten normalerweise das gleiche anbieten (müssen) aber ich freue ich über ein tolles Gericht. Wenn ich schon nicht wieder den Salat aus Lissabon ordern kann, dann lasse ich mir eben Penne Arrabbiata mit Gemüse und Knoblauchbrot schmecken. YUMMI! ♥

Auf dem anschließenden Rückweg zum Hotel fesseln uns vier junge Burschen mit ihren Streichinstrumten. Sie stehen gegenüber vom Sao Bento Bahnhof und spielen bekannte Melodien. Ein süßes kleines Mädchen aus den Zuschauerreihen tanzt dazu mit einem Laubstrauß in jeder Hand. Ein wirklich toller Moment, bevor wir weitergehen.
Auf dem weiteren Weg zum Mercure kaufe ich mir noch meine allererste Portion Castanhas! Also Kastanien. Maronen. Heiße. Sie schmecken nicht schlecht aber die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig. Ich würde sie nicht wieder essen aber ich habe sie probiert und die 3€ nicht zwingend bereut.
Ganz ungewöhnlich weil vorab, möchte ich bereits an dieser Stelle zu meinen Fotos verlinken! Einfach weil sie (zumindest für mich) zuuu schön sind! Viel Spaß damit! Und dann darfst du hier natürlich auch gerne weiterlesen!
Freitag, 16. November 2018
Porto war, genau wie Coimbra, bereits einmal Kulturhauptstadt. Das heißt, dass es eine Menge zu sehen gibt und wir die Woche hier gut rumkriegen werden. Ganz besonders weil wir nun Tempo rausnehmen müssen, denn ich habe leicht Temperatur und fühle mich hochgradig matschig und unmotiviert. Und das ausgerechnet jetzt hier, in der zweitgrößten Stadt Portugals nach Lissabon...
Das Stadtzentrum ist seit 1996 UNESCO-Welterbe und für heute haben wir uns zwei Dinge rausgepickt: 1. eine Flussfahrt auf dem Douro und 2. eine Fahrt mit der Bimmelbahn Magic Train entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Trotz meines kränklichen Zustandes, gedenken wir, unser Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn es klingt nicht völlig unmachbar.

Das Mercure-Frühstück ist schon mal ein guter Anfang!
Wie im wilden Westen in einem Canyon
10.45Uhr. Wir brechen heute einen Hauch später auf als bisher. Ich bin ein bisschen trödelig aber wir haben auch keinen Termin sondern Urlaub!
Wir müssen runter zum Douro. Scheinbar liegt das Mercure auf dem höchsten und steilsten Hügel der Stadt und so geht es zunächst ganz schön bergab. An der Sé kommen wir dabei nur zufällig vorbei und genießen schöne Ausblicke, begleitet von einem Trompetenspieler, der mal wieder den passenden Soundtrack liefert! Das passt hier so was von her!!
Für den Rückweg wissen wir nun zwar wo sich die Sé befindet aber den angeblichen Startpunkt des Magic Train an eben jener Kathedrale finden wir leider nicht. Somit ist unser zweiter Programmpunkt bereits auf unbestimmt verschoben.
Endlich unten am Fluss angekommen an der Praca da Ribeira, kaufen wir für die unmittelbar bevorstehende 11.30Uhr-Cruise zwei Tickets. Hier an der Ribeira stehen die ältesten Häuser der Stadt. Sie sind schon 600 Jahre alt und ausnehmend hübsch und bunt!
Wir machen die Sechs-Brücken-Flussfahrt und es fühlt sich irgendwie an wie in einem Canyon, so steil ragen die Ufer an beiden Seiten des Flusses empor. Diesen Gedanken hatte ich gestern bereits gehabt als wir auf einer der Brücken den Fluss mit der Bahn bei unserer Anreise überquerten.

Aber nun sind wir auf dem Fluss.
Die Ponte Dom Luis ist 174m hoch. Sie hat eine 172m lange Fahrbahn für Autos und Fußgänger und so sicher wie das Amen in der Kirche, werden wir sie die Tage auch noch überqueren um zu den Portweinkellern von Nova Vila de Gaia zu gelangen.
Die Ponte do Infante ist eine erst 2003 errichtete Brücke von 280m Länge.
Die Ponte Maria Pia aus dem Jahr 1877 ist von Gustave Eiffel. Bis 1991 war es eine reine Eisenbahnbrücke.
Die Ponte de Sao Joao stammt aus dem Jahr 1991.
Die Ponte do Freixo ist eine Autobahnbrücke.
Und die Ponte de Arrabida ist die sechste aller Brücken in Porto über den Douro, sie ist diejenige die am meisten stadtauswärts liegt. Die Fahrt in diese Richtung inspiriert uns, anschließend mit der Tram noch einmal in die Richtung raus zu fahren, denn an der Douromündung preschen beeindruckend die Atlantikwellen heran und wir sehnen uns nach Strand. Bereits gestern im Zug waren wir beeindruckt gewesen von den Gewalten des Meeres. Direkt bei Ausfahrt aus Espinho sah man die Wucht der Wellen auf den Strand treffen. Ich war ganz aus dem Häuschen, dass wir so nah am Meer sind!
Das Fazit zur Bridges Cruise ist durchweg positiv. Die Brücken sind nicht übermäßig spektakulär und der Kommentar leider nur auf Portugiesisch, Englisch und Französisch aber bei gutem Wetter ist die Fahrt ein sehr guter Zeitvertrieb und liegt mit 15€ pro Person für eine knappe Stunde auch gerade noch im Rahmen.
Lesen, Leute gucken, Leisure Time
Bevor wir Richtung Strand aufbrechen, nehmen wir gegenüber des Bootsanlegers in einem Café Platz. Es entpuppt sich als wenig charmant aber es gibt Getränke und eine Sitzmöglichkeit, nach der ich mich sehne. Wir haben unsere Bücher dabei. In der Nähe spielt jemand Gitarre und singt sehr schön. Die Sonne scheint und es ist sehr warm. Trotzdem qualmt vor unserer Nase ein Castanha-Stand, der hier im Winter wohl dazu gehört, egal wie sommerlich das Wetter ist. Wir blicken auf den Douro und das gegenüberliegende Ufer, besser geht es nicht... - Porto löst in mir so ein euphorisches Gefühl aus, das ich nicht beschreiben kann…
Und so geht wieder ein Stündchen ins Land bevor wir zum nahe gelegenen Startpunkt der Tram 1 gehen, die von hier (um die Ecke der Kirche Sao Francisco) raus fährt bis zur Rua do Passeio Allegra nahe der Douromündung.
Am Tor zum Nordatlantischen Ozean
Am Douro entlang, schlendern wir dort die Avenida de Dom Carlos hoch bis wir irgendwann quasi zwischen Douro und Atlantik auf einer Befestigung stehen, die zu einem der kleinen Leuchttürme führt. Besonders weit Richtung Leuchtturm gehen wir nicht, denn eigentlich ist das Stück abgesperrt. Nicht jedoch allzu umfangreich, schließlich sind wir hinaufgelangt, ohne eine Absperrung bemerkt zu haben und es tummeln sich hier so einige Menschen!

Doch man sieht, dass die gewaltigen Wellen des Atlantiks sich hier brechen und meterhoch über den Köpfen der Wagemutigen hinwegschießen. Wir betrachten das gewaltige Naturschauspiel eine Weile aber machen uns auf den Weg bevor wir mit ansehen müssen wie die Wassermassen vielleicht jemanden mit sich reißen...
Nur ein kleines Stück auf der Rua do Coronel Raul Peres und wir erreichen ein kleines Strandrestaurant, das für uns wie gerufen kommt. 15Uhr und Pizza Time. Genau genommen ist mir nach Salat, Vitaminen, Tee. Und letzteren bekomme ich auch. Aber ansonsten ist die vegetarische Auswahl wieder einmal ernüchternd und so esse ich schon meine zweite Pizza in drei Tagen, wo ich doch das ganze Jahr über keine gegessen habe, wenn man einmal von Italien im März absieht...
Die Preise in diesem gar nicht sooo kleinen Strandrestaurant sind angenehm angemessen aber es ist auch eher rustikal und einfach hier. Trotzdem schmeckt es hervorragend und der Service ist gut. Sogar sooo gut, dass man uns hinterher noch hinterher rennt und uns Phil´s vergessenes Smartphone bringt als wir gerade im Begriff sind, in den Bus zurück ins Stadtzentrum zu steigen.
16.30Uhr. Wir sind wieder im Hotel. Der Bus hatte lange im Stau gestanden, spuckte uns dann aber an der Sao Bento Station aus. Von dort ist es bekanntlich noch ein kleiner, steiler Fußweg zum Mercure. Ich bin jetzt wirklich erschöpft. Hoffentlich kann ich das Meiste mit Heizdecke und viel Schlaf und Wasser nun kompensieren. Es wäre zu schade wenn Porto diesen Beigeschmack einer Erkältung behalten würde, denn es gefällt uns einfach zu gut in der Geburtsstadt von Heinrich dem Seefahrer!

Samstag, 17. November 2018
Hochzeitstag meiner Eltern. Und Porto beschenkt uns heute wieder mit einer guten Wettervorhersage. Mir geht es schon ein mini bisschen besser. Also halten wir daran fest, es noch einmal zu versuchen, den Startpunkt vom Magic Train zu finden. Die Sé liegt wie gesagt nicht weit weg von unserem Hotel und so eine total touristische Bimmelbahn wird sich wohl kaum verstecken!
Begeistert von einer Bimmel-Bahn
10.30Uhr. Wir erreichen den Abfahrtspunkt aber die Bahn fährt gerade los. Allerdings bringen wir direkt in Erfahrung, dass in einer halben Stunde die nächste Bahn fährt und so investieren wir jeder 10€ in ein Ticket. Die Zeit überbrücken wir optimal im Café nebenan, wo man hervorragende Kaffeegetränke zu unschlagbar günstigen Preisen anbietet. Gerne würde ich hier noch viel länger sitzen, denn das Personal ist superlieb und die Einrichtung modern, jung, angenehm!
11Uhr. Unsere Fahrt beginnt und führt direkt rüber auf die andere Stadtseite. In der Portweinkellerei Real Companhia Velha erwartet man uns bereits. Mit uns im Zug nur noch ein Schweizer Ehepaar, sodass die Runde ganz angenehm klein ist. Nach einem kleinen Portweinfilm gibt es eine kurze Führung durch die Halle mit den riesigen Fässern, sehr viele interessante Infos auf Französisch für die Schweizer und auf Englisch für uns beide. Abschließend dürfen wir im Souvenirshop je einen weißen und einen roten Portwein kosten. Wirklich sehr nett gemacht!

Die Magic Train Tour geht weiter. Während der Portweintour und -probe hatte ich ganz verdrängt, dass im Train viel zu laut Musik und Kommentar vom Band gespielt wird. Übrigens wieder auf Französisch und Englisch. Es ist wirklich unangenehm laut aber nach einer halben Stunde, vorbei an Porto´s Sehenswürdigkeiten, ist es nach insgesamt fast zwei Stunden überstanden. Wäre es nicht so laut gewesen, wäre es sehr viel besser gewesen. Ansonsten: Eine sehr runde Sache und ein sehr fairer Preis!
Höhenangst bezwingen, Teil 1
Vom Start- und Endpunkt der Tour erblicken wir schon den Zugang zur Ponte Dom Luis, die markante, bekannte Brücke! Wir überqueren sie auf der oberen der beiden Ebenen zu Fuß und ich bin überrascht wie viel hier los ist aber auch wie wenig Wind herrscht und wie wenig (Höhen-) Angst ich habe! Immerhin ist sie etwa 60m hoch, was deutlich mehr ist als es klingt! Und so hat man fabelhafte Ausblicke in alle Richtungen!
Höhenangst bezwingen, Teil 2
Auf der anderen Seite des Douros befinden wir uns in Vila Nova de Gaia. Hier befinden sich die ganzen Portweinkellereien. Der beste Aussichtspunkt liegt am Kloster Mosteiro da Serra do Pilar und zwar direkt am Ende der Brücke. Perfekt. So ist es kein weiter Weg mehr und dieser kleine Aufstieg lohnt sich wirklich! War man auf der Brücke schon der Meinung über allen und allem zu stehen, so ist man an diesem Aussichtspunkt noch mal eine ganze Ecke über der Brücke und kann diese, zusammen mit der Stadt und dem Douro, von oben begucken! Ein Must See!!

Höhenangst bezwingen, Teil 3
Porto macht mich mutig! Vom View Point wieder zurück, gehen wir zur Seilbahn von Vila Nova de Gaia. Ich habe gestern schon herausgefunden, dass die One Way Tour pro Person 6€ kostet und wollte eigentlich einen Rückzieher machen, da ich die 3,95€ in Lissabon angemessen fand und bei 6€ folglich zusammenzucke aber dann wollte ich doch! Und was soll ich sagen? Ich hatte nur kurz Angst! Dann bin ich schnell abgelenkt von der gigantischen Aussicht und unseren Mitreisenden, mit denen wir uns die Kabine teilten. Ein Vater mit seinen zwei Jungs, Südeuropäer, deren Herkunft ich nicht konkreter benennen kann. Wir lassen uns von ihnen fotografieren.
Die Fahrt dauert außerdem auch nicht so lange wie in Lissabon und schwups sind wir da! Diese Seite des Flusses wirkt ein bisschen neuer als die andere, ist dadurch aber nicht mehr oder weniger schön.
Drüben in Vila Nova De Gaia
Daher überkommt es mich als ich einen Churros-Stand erblicke. Was ich mir in Madrid entgehen lassen hatte, das muss jetzt sein: 3 Churros, bitte! - Und sie werden tatsächlich ohne Schokosoße serviert! Da springt man EINMAL über seinen Schatten und bekommt nur Puderzucker und Zimt!!... Aber nun denn.

Übrigens: Im Seilbahnticket ist ein Portwein enthalten! Eine sehr schöne Überraschung, die wir nun umgehend einlösen, nachdem der Churrosverkäufer uns den Weg gewiesen hat. Na wenigstens das...
14Uhr. Die Quinta Estefania ist extrem touristisch, laut und überfüllt. Aber an den Weinfässern in der oberen Etage sitzt es sich trotzdem ganz nett und der Port schmeckt tatsächlich auch.
Höhenangst bezwingen, Teil 4
Wir bummeln weiter zurück Richtung Ponte Dom Luis, die wir dieses Mal auf der unteren Ebene überqueren. Statt mit der Metro teilt man sich die Brücke hier mit Autos. Man ist dem Wasser natürlich näher als oben. Ich finde es hier unbequemer als auf dem Hinweg! Dabei hatte ich vorab immer wieder gelesen, dass es genau andersherum wäre, dass oben für Brückenphobiker der schlimmere Weg wäre...
Ein enttäuschender Abend nach einem gigantischen Tag
Durch diverse Souvenirshops bummeln wir langsam wieder gen Hotel, wo wir uns nur kurz frisch machen und dann essen gehen wollen.
17Uhr. Nach einer geschlagenen Stunde Sucherei in Hotelnähe, haben wir endlich ein Restaurant betreten. Und zwar gänzlich gegen meine eisernen Regeln die da lauten: Kein Restaurant, in dem keine anderen Gäste sitzen. Kein Restaurant, wo wir keine Speisekarte vorher einsehen können. Kein Restaurant, wo wir keine Preise vorher einsehen können.
Aber mittlerweile sind wir so frustriert, verzweifelt und hungrig, dass wir uns einfach darauf einlassen.... Eine Stunde später haben wir zu vernünftigen Preisen lecker gegessen – und stürmen den naheliegenden Supermarkt weil wir einfach nicht so richtig satt geworden sind.

Gewiss, das Ambiente war ganz schön, zwar leer, aber schön. Sehr freundliche Bedienung mit gutem Musikgeschmack. Total tolle Deko, Geschirr, usw. Nur vier Hauptgerichte zur Auswahl, das gehört zum Konzept des Ladens. Und es war auch alles hervorragend aber wir kamen uns dort so seltsam vor und hatten uns vielleicht auch größere Portionen gewünscht...
Sonntag, 18. November 2018
Mein Fieber ist nun wieder gestiegen, ich fühle mich hundeelend, da kann nicht mal mehr Porto was gegen tun, zumal es heute durchregnen soll. Noch sieht es danach zwar nicht aus aber mein App irrt selten.
11Uhr-nochwas. Wir haben uns entschieden, die Rua de Santa Catarina entlang zu bummeln, da die Geschäfte teils auch sonntags geöffnet sein sollen. Diese Einkaufsmeile beginnt quasi in unmittelbarer Nähe zum Hotel und so stürzen wir uns in eine Art Mini Christmas Shopping, das ich allerdings nach zwei Stunden für beendet erkläre weil ich ins Bett gehöre! Ich setze mich noch mit Händen und Füßen mit einer portugiesischen Apothekerin auseinander und verbringe den Rest des Tages erschöpft in der Horizontalen!

Montag, 19. November 2018
Es geht auf die Zielgerade. Leider. Mit heute noch drei Tage Portugal, am vierten fliegen wir wieder heim. Allerdings soll es bis dahin auch durchregnen und besser geht es mir auch nur wenig. Immerhin fühle ich mich wieder motiviert genug, einen kleinen Ausflug zu wagen. Das beste Anzeichen dafür ist beim Frühstück, dass ich wieder Kaffee trinken mag. Also kann es losgehen. Wenn auch nur im gemäßigten Tempo und mit Regenschirm!
Zuvor melden wir aber endlich mal das Ameisenproblem in unserem Zimmer. Bisher habe ich mich davon in Flur, Bad und Bett nicht stören lassen, aber mittlerweile krabbeln sie mir auch schon über´s Bein, das muss wirklich nicht sein! Mal schauen was das Ameisenspray des Hauses bewirkt.
Casa Da Musica
10.15Uhr. Wir brechen auf. Im Bahnhof Sao Bento bewundern wir einmal in Ruhe die blau-weiße Fliesenkunst bevor wir uns in die gleichnamige Metro Station begeben und uns mit dem dortigen Automaten auseinandersetzen. Es stellt sich heraus, dass die Metro hier so ähnlich funktioniert wie in Lissabon – aber eben auch nur so ähnlich.
Dennoch schaffen wir es mit 1x Umsteigen unfallfrei zur Casa Da Musica, dem portugiesischen Pendant zur Elphi in Hamburg. Allerdings brauche ich zunächst einen Café-Stopp weil ich schon jetzt viel zu sehr aus der Puste bin. Nach ein paar Minuten geht es weiter. Das Café ist optisch hübscher als die Getränke dann schmecken - leider!
Entgegen meiner Erwartungen, haut mich das Gebäude der Casa Da Musica nicht um. Ja, es ist architektonisch außergewöhnlich aber die Besucherterrasse mit ach so schönem Ausblick ist leider erst ab mittags geöffnet, weswegen wir auf dem Hacken wieder kehrt machen können, denn eine Führung, zumal auf Englisch, sagt Philipp nicht zu. Dabei offenbart sich das Besondere des Gebäudes und seiner Architektur dem Besucher wohl wirklich erst von innen!
In den Gärten am Douro
Zum Trost boxt sich aber die Sonne durch und wir genießen ab jetzt strahlenden Sonnenschein. Ideal um doch noch die Gärten des Kristallpalasts zu besuchen – wie sich herausstellt müssen wir dazu nur geradeaus die Straße Rua de Julio Dinis hinunter gehen, womit wir den Stadtteil Boavista wieder verlassen. Es ist relativ weit aber scheint nicht unmöglich.
Irgendwie haben wir das Glück heute wieder gepachtet und überall stehen Absperrungen und Bauzäune. Wir bewegen uns also eher um den Palast herum und durchstreifen diverse Gärten, die ich gar nicht konkret benennen kann hinsichtlich Adresse oder Name. Es ist hier aber wirklich sehr schön und vor allem der Ausblick über den sonnenbeschienenen Douro einmalig! Der Weg hat sich gelohnt aber man muss sich treiben lassen, denn Beschilderungen sind hier wieder rar bzw. wenig hilfreich.
Irgendwann haben wir uns aber bis zum Douro durchgeschlagen und klettern in den nächsten Bus zum nächsten Sao Bento, denn bei mir ist die Luft raus. Wir erreichen unser Hotel gegen 13.30Uhr, ich bin aus der Puste!

Auf Nahrungssuche
15Uhr. Es kann weitergehen. Aber gemach, gemach! Es ist lediglich der Hunger, der uns nach draußen treibt... Wir peilen wieder die Shoppingmeile von gestern an. In einem Geschäft werde ich auch fündig (Jeans + Oberteil) und dann lassen wir uns mehr oder weniger bewusst Richtung Hard Rock Café treiben, bevor wir wieder so elendig lange suchen wie vorgestern.
16Uhr. Ich bestelle einen kleinen Salat und eine kleine Portion Cheese Macaroni. Philipp einen Double Cheeseburger. Vorweg teilen wir uns sogar noch Onion Rings. Möge die Völlerei beginnen!
17Uhr. Wir erklären den Tag für beendet und brechen auf zum Hotel. Schön, dass wir heute nochmal so schönes Wetter hatten. Nicht schön, dass wir nun aber wirklich davon ausgehen müssen, dass es die nächste Zeit nur noch regnen wird bis wir heim fliegen...
Dienstag, 20. November 2018
Langsam geht es mir besser, noch nicht toll aber wahrlich besser. Im Gegensatz zum Wetter, wenn man meiner App Glauben schenken mag und das weiß ich noch nicht so genau, denn sie war hier schon ein paar Mal zu pessimistisch und es wurde dann viel schöner als angekündigt.

Aber gehen wir zunächst davon aus, dass es heute gießen und nicht allzu warm wird, dann ist unser Plan vom Besuch des Stadions des FC Porto sicher keine unvernünftige Option. Sollte ich danach noch fit genug und der Tag noch jung genug und das Wetter weiterhin ordentlich nass sein, könnten wir immer noch ins Shopping Center und/oder Sea Life gehen.
Der Tag steht also. Und. Wird dann kurz vor Aufbruch doch noch einmal komplett umgeworfen. Denn ich sehe es nicht ein, mich derart von Wetter und Gesundheit beeinflussen zu lassen. Wir wurden die Tage ausgebremst und ich konnte damit erstaunlich gut umgehen aber nun will ich es mir doch nicht nehmen lassen, noch wenigstens einen der zwei bis drei angedachten Tagesausflüge zu machen!
Auf der Liste:
Aveiro, das Venedig Portugals auf halber Strecke nach Coimbra.
Guimaraes, die Wiege des Landes.
Braga, das kirchliche Zentrum Portugals.
Alle drei Städte sind etwa 75 Minuten Bahnfahrt entfernt und die Strecke kostet jeweils gleich wenig. Außerdem gibt es stündlich Verbindungen. Das macht die Wahl nicht leichter.
Philipp entscheidet sich unbegründet spontan für Braga. Ich glaube, er erwartet Guimaraes, aber was soll´s. Meine App sagt dort auch „nur“ 90% Regenwahrscheinlichkeit voraus (…) und der nächste Zug geht in einer Stunde, bis dahin können wir uns auströdeln und zum Sao Bento Bahnhof runtergehen.

Bahnfahrt nach Braga und zielloser Stadtbummel
11.45Uhr. Unsere Fahrt nach Braga kostet hin und zurück keine 14€ für uns beide! Wieder sind wir sprachlos wie günstig Bahnfahren in Portugal ist. Und dann auch noch pünktlich!
13Uhr. Da Braga heute äußerst spontan beschlossen wurde, bin ich nicht vorbereitet. Und in gewisser Weise überrascht, dass bei Ankunft keinerlei Informationen zur Verfügung stehen, nicht mal ein aushängender Stadtplan. So wird es ein Ratespiel, das nur von Google Maps beendet werden kann, wo es hier ins City Center geht.
Wie gesagt. Religiöses Zentrum. Braga besteht gefühlt nur aus Kirchen. Leider sehen wir aber keine einzige von innen. Und um es vorweg zu nehmen: Auch die berühmteste Sehenswürdigkeit, die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte, sehen wir nur von sehr Weitem. Denn wir beschränken uns hier und jetzt auf einen sehr gemütlichen Stadtbummel ohne jegliches Ziel.
Wir beginnen in der Nähe der Sé (wie immer die Kathedrale des Ortes) mit einem Kaffee und enden gegen 15Uhr beim Italiener an der Praca da Republica. Dazwischen ist es immerhin trocken aber ansonsten haut uns Braga nicht um.

Die Stadt ist schön, keine Frage, aber ich bin mir sicher, in diesem Fall hätten wir mal eine geführte Tour machen müssen, so bekäme man von Braga doch mehr mit und meist kombinieren diese Touren Braga auch mit Guimaraes, das wären also zwei Fliegen mit einer Klappe gewesen. Das Umherstreifen wird so langsam ein bisschen anstrengend, wir haben fast zwei Wochen Kultur hinter uns.
Egal. Wir haben den Tag genutzt, Braga gesehen und zwar sogar teilweise bei Sonnenschein, der da so gar nicht vorgesehen war... Ich bin äußerst zufrieden!
Wir nehmen den Zug um 16.34Uhr zurück.
Und meine Fotos möchte ich dir natürlich auch nicht vorenthalten!
Mittwoch, 21. November 2018
Zwischenzeitliche Grippesymptome hin oder her. Fünf statt sieben Nächte in Porto hätten gereicht. Es ist zwar nicht so, dass ich unbedingt nach Hause will oder hier gar nichts mehr mit mir anzufangen weiß aber es ist immerhin November. Das bedeutet, das Wetter ist unbeständig und es bummelt sich ziellos nicht so optimal wie in der trockenen Jahreszeit, in der man sich so viel besser auch mal treiben lassen kann.
Wir sind auf interessante Aktivitäten angewiesen, die sich möglichst nicht unter freiem Himmel abspielen und aufgrund unserer Interessen, die auch nicht immer komplett identisch sind, sind die Aktivitäten und Möglichkeiten eben auch begrenzt. Aber das ist uns heute nicht neu, das haben wir schon einige Tage lang so festgestellt. Und deshalb sind wir für heute vorbereitet!:

Wir holen heute das Stadion vom FC Porto nach
10.50Uhr. Wir brechen auf und peilen die Metrostation Bolhao zu Fuß an. Sie ist zwar nicht die nächst gelegene aber so müssen wir unterwegs nicht umsteigen sondern können direkt durchfahren zum: Estadio do Dragao!!
Wer hier aus der Metro krabbelt, steht direkt vor dem Stadion. Es gilt nur eine Straße zu überqueren und schon ist man da! Der Eingang zum Museum und Fan Shop wird markiert mit einem übergroßen blauen Stern. Blau ist die Farbe des FC Porto. Genau genommen sind blau und weiß die Vereinsfarben.
12Uhr. Unsere Führung beginnt. Wie angekündigt, erzählt die begleitende Dame nur sehr wenig aber wir haben jeder 3€ mehr investiert und haben so einen deutschsprachigen Audio Guide für uns mit dabei. Die Audio Guides sind nicht schlecht aber es gibt zum Teil Fotografierverbote weil man seitens des Veranstalters/Vereins selbst Bilder machen und diese verkaufen will. Das kenne ich noch von keiner Stadionführung, von denen ich schon einige mitgemacht habe, und bin einigermaßen verwirrt.
Ansonsten ist die Tour aber sehr schön. Es geht zuerst unten den Spielfeldrand an der kurzen Südseite entlang, die Tribüne hoch, in die öffentlichen Bereiche, weiter in den VIP Bereich, ins Parkhaus zum Mannschaftsbus, in die Kabine der Gastmannschaft, in den Presseraum, durch den Spielertunnel, zur Trainerbank und wieder zurück zum Museum.
Bevor wir uns das Museum ansehen, darf es aber eine Kaffeepause sein. Die Preise sind hier absolut in Ordnung, was aber nicht absehbar war weil absolut nichts in der Caféteria mit Preisen beschriftet ist. Ein Manko!!

13.15Uhr. Wir starten in das FC Porto Musem. Es besteht aus 27 Bereichen oder Kapiteln, wie man nun will. Jeder Bereich hat seine eigene Überschrift, sein eigenes Thema und insgesamt ist es wirklich interessant und gut gemacht. Viel zu Lesen, viel zu Gucken, packende Musik, sogar ein integriertes Filmchen. Negativ: Sehr dunkel. Extrem laut. Und erwartungsgemäß nur auf Portugiesisch und Englisch. Wir sind nach einer Stunde durch, man kann aber durchaus noch mehr Zeit dafür verplanen!! Aber uns reicht es so.
Als wir wieder draußen im Tageslicht stehen, stellen wir fest, dass es ordentlich geregnet haben muss. Das ist auch nur gut so, schließlich haben wir wegen dieser Erwartung auch den Stadionbesuch eingeschoben.
Allerletzter Nachmittag
Wir fahren mit 1x Umsteigen per Metro zum Sao Bento und laufen von hier ein Stückchen die Rua das Flores hinunter bis wir mit dem A Parte Restaurante fündig werden. Hier serviert man uns zum Abschluss typisch portugiesisches Essen und bunt gemixte, tolle Deko aber leider niemals ein Lächeln...
Noch einmal runter an den Douro. Das ist mein Wunsch. Noch einmal runter zum Fluss und dann Richtung Sé in das kleine Café von neulich. - Dieser Wunsch hat es allerdings in sich: 1. der Weg beinhaltet nicht nur sehr, sehr viele Treppen hinauf sondern auch einen ordentlichen Regenschauer und 2. ist der Café-Besuch nur halb so schön wie letztes Mal, denn man ist nur normal- und nicht überfreundlich, man legt keinen Mini Ovo Moles (Süßigkeit) zum Kaffee dazu und meinem Galao (Milchkaffee) fehlt die Milchschaumhaube oben auf. Schade!

Erschöpft aber zufrieden begeben wir uns zurück zum Hotel. Es ist mittlerweile 16.15Uhr und eine heiße Dusche und die Füße hochzulegen sind einfach die beste Idee! Außerdem müssen die Koffer gepackt und die Flüge online eingecheckt werden! Lufthansa hat mich bereits per Mail daran erinnert. Also ist es nun wohl soweit...
Donnerstag, 22. November 2018
Traurig aber wahr, jetzt ist es vorbei. Und wir müssen sogar früh aufstehen dafür! Statt ganz typisch um kurz nach zehn auf Entdeckungstour zu gehen, müssen wir schon um kurz nach neun auschecken, das heißt entsprechend früh zu frühstücken und den restlichen Kleinkram zu verstauen…
Ein Taxi ist schon da, obwohl wir gar keins vorbestellt haben, das ist natürlich sehr komfortabel und so verlassen wir diese schöne Stadt an einem extrem verregneten Donnerstagmorgen. Den Flughafen erreichen wir bereits nach 20 Minuten und hier ist nichts mehr portugiesisch. Hier ist alles international und anonym. Hier ist der Urlaub dann vorbei!
Gegen 12Uhr öffnet Lufthansa endlich das Boarding, somit kommen wir nicht ansatzweise pünktlich um 12.10Uhr los, aber dennoch wird es ein angenehmer Flug und wir landen sogar ein paar Minuten früher als geplant in Frankfurt!
Unglaublicherweise reichen uns 45 Minuten für das Kofferband und die weiten Weg am Fraport, um am Fernbahnhof den ICE nach Hannover zu ergattern.