„Wer Florenz nicht gesehen hat, kennt Italien nicht.“ - stand irgendwo, als ich mich auf unsere Last Minute-Reise schnell noch vorzubereiten versuchte.

Exakt und haargenau einen Monat vor Reisebeginn hatten wir unsere Toskana-Reise gebucht. Sechs Nächte in Florenz in einem sehr schönen, renovierten 3-Sterne-Hotel in allerbester Lage!
Und obwohl ich schon immer mal nach Florenz bzw. in die Toskana gewollt hatte, war ich dann jetzt so ad hoc doch irgendwie überfragt was GENAU ich dort eigentlich wollte.
Ursprünglich hatte ich nämlich gedacht, ich würde eines Tages mal zwei bis eher drei Wochen Power-Toskana-Urlaub machen, in Verbindung mit Mailand, Genua, Cinqueterre - also so das volle Programm in untypisch und per Road Trip irgendwie!
Aber da wir uns nun auf weniger als 1 Woche beschränken, muss ich sehen, wie ich damit zurecht komme – und fleißig Programmpunkte streichen bzw. favorisieren...

Aber fangen wir an mit unserem Standort: Florenz:
Etwa 10 Millionen Touristen, die Jahr für Jahr die Stadt besuchen, sind begeistert. Der Tourismus ist eine der Haupteinahmequellen der Stadt und gleichzeitig stellt er auch Probleme dar, denn besonders in den Sommermonaten aber natürlich auch schon zu Ostern, wird die Stadt geradezu überschwemmt von Besuchern aus aller Welt.
So gesehen haben wir mit dem März vielleicht die richtige Jahreszeit erwischt. Dass dies von mittelmäßigem oder auch sehr unerfreulichem Wetter begleitet sein kann, war uns klar!
Was müssen wir nun also noch wissen bevor wir anreisen?
Der Reichtum der Stadt im 12. Jhd. basierte auf der Verarbeitung von Wolle und Seide aber auch auf Bankgeschäften. Bankiers, Handwerker, Kaufleute gewannen immer mehr an Macht und die reichsten Familien der Stadt konkurrierten miteinander, sogar teilweise blutig.
1434 übernahm Cosimo de' Medici, nach dem unser Hotel benannt ist, die Alleinherrschaft und setzte diesen Auseinandersetzungen ein gewaltsames Ende.
Aber auch mit anderen Städten der Toskana stand Florenz sich immerzu in kriegerischen Auseinandersetzungen gegenüber, besonders mit Pisa und Siena, beides Städte, die wir auch unbedingt besuchen wollen diese Woche.
Donnerstag 15. März 2018
Day One of our Trip to Tuscany! Here we go! ♥
06.06Uhr
...und wir sitzen im IC nach Hannover. Mein Lieblingsbruder hat uns zum Bahnhof mitgenommen und fährt mit seiner Monatskarte im Bummelzug hinterher. Schnell hat er uns aber eingeholt weil wir in Hannover am Hauptbahnhof vorübergehend stranden, da die S-Bahn zum Flughafen nicht fährt. Notarzteinsatz am Gleis.
07.10Uhr
Immer mit der Ruhe. Wir haben, wie immer, genug Zeitpuffer einkalkuliert und sind bereits online bei Lufthansa eingecheckt. Dass die S-Bahn zum Flughafen erst jetzt lostuckert soll uns nicht wirklich stören.

08.10Uhr
Natürlich ging alles schnell und reibungslos. Koffer abgegeben. Wir frühstücken in aller Ruhe bei Marché, wie wir es vor einem Flug so gerne hier tun.
Die Sicherheitskontrollen hat man hier in Hannover scheinbar ausgebaut und erweitert oder ich erinnere mich einfach nur falsch weil ich von Terminal C anscheinend doch öfter starte als von Terminal A.
Tu ich das wirklich? C sind die Ferienbomber und A die Linienflüge, die ich eigentlich viel öfter nutze...
Auf jeden Fall erregen meine Handgepäcks(un)mengen natürlich die Aufmerksamkeit der Security – aber das ist ok. Immerhin muss ich nicht, wie meine Vorderfrau, geschenkverpackte Mitbringsel auspacken und vorzeigen. Es handelt sich um mein Stephen King-Buch, das ich im Laufe des Urlaubs zu lesen beginnen möchte, welches auf dem Monitor nicht als Buch erkennbar gewesen war.
Beim Auspacken fragt mich die Sicherheitsfrau ob ich nach Nepal fliege. Warum? Wegen dem Yoga-Döschen (Verpackung eines Yoga-Adventskalenders). Haha! Nein, darin bewahre ich nur Ohrstöpsel auf, die ich bei meinem schnarchenden Ehemann dringend benötige und die nicht mit dem Koffer in ein fernes Land fliegen dürfen, falls das denn passieren würde!!!
10.00Uhr
Nach kurzem Hin und Her, weil unsere Sitze 4B und 4C von einem älteren japanischen Ehepaar besetzt waren, starten wir. Die Beiden gehörten in eine der letzten Reihen der Maschine. Na man kann es ja mal versuchen!
Ich hingegen hatte mir die vierte Reihe wohl überlegt ausgesucht. Neben mir auf 4A übrigens ein Japaner jüngeren Datums. Seinen Bordkarten entnehme ich, dass er von München aus weiter fliegt nach London. Mich beschäftigt ziemlich lange warum er von Hannover aus keinen der zahlreichen Non Stop Flüge nach Heathrow gebucht hat... Ich werde es nie erfahren!
11.00Uhr
Servus München!

Da sind wir wieder. Schönster Flughafen, den ich kenne. Schönster? Ja, vielleicht! Auf jeden Fall so schön modern und gepflegt und angenehm. Sogar die Toiletten sind hier absolut brauchbar.
Wir haben mehr als ausreichend Zeit um uns die Beine zu vertreten! Mit so viel Handgepäck macht das aber fast nur getrennt, also abwechselnd, Sinn.
Wann es die nächste Mahlzeit heut geben wird, ist fraglich, also suchen wir uns eine Kleinigkeit. Wir landen im Bio Bistro, wo es, leider auch nur zu Bio Preisen, eine ordentliche Auswahl gibt.
Meine seit zweieinhalb Monaten recht konsequent zuckerfreie Ernährung setzt (wenn nicht schon heute Morgen bei Marché dann) ab hier also für eine Woche aus: eine belegte Laugenbrezel und der erste Latte Macchiato des Jahres – Genuss zu 10€.
13.00Uhr
Wir sitzen bereits am Gate 23, wo wir auf unseren Flug nach Florenz warten. Insgesamt vergehen hier bestimmt anderthalb Stunden aber es gibt verschiedene kostenlose Zeitschriften dank Lufthansa und ich beende noch meinen witzigen Roman einer Society-Reporterin, die ganz allein mit einem Monster-Camper quer durch die Staaten reist.

15.00Uhr – oder so
Air Dolomiti. Eine ältliche Maschine. Eine hübsche Crew. Kurz hinter uns der Notausgang mit einer nicht wirklich verschlossenen Tür – ich sehe das Innenfutter der Wände. Nicht vertrauenserweckend. Neben mir über dem Gang ein Italiener, wie er (nicht?) im Buche steht: mit Karohose, passendem Schlapphut und Hosenträgern. Zirkus, oder was?
Der Flug ist meinerseits geprägt von Angst und dem tröstenden Gedanken, dass der Flug nur eine Stunde (nochwas) dauern wird. Wie schon von Hannover nach München gibt es kostenlos Getränke und Snacks. Wieso auch wieder die alkoholischen Getränke kostenlos sind (und auch noch nachgefragt werden) erschließt sich mir leider nicht. Zigarettenwerbung ist vielerlands verboten aber das Hochprozentige verschenken wir! Abstoßend.

16.00Uhr
Der Landeanflug gestaltet sich interessant. Die Notausgangstür ist in einer Kurve mittlerweile ein bisschen in ihre Angeln gerutscht und meine Hoffnung, Florenz heile zu erreichen, steigt ein bisschen.
Leider regnet es offenbar ziemlich doll aber diese unglaublich hügelige toskanische Landschaft ist selbst von hier oben und so nass einfach beeindruckend. Die Toskana-Zypressen sind auch von hier oben schon sichtbar und steigern witzigerweise meine Vorfreude enorm!
Kurz darauf am Kofferband: Die Koffer sind patschnass. Aber halten.
Kurz darauf im Bus: Wann endet die Fahrt? Weit ist es wahrlich nicht in die Stadt aber wir sind nass und erschöpft, haben keinen Sitzplatz und sehen durch die beschlagenen Scheiben nicht sehr viel.
Doch bald hält der Bus, der uns gerade mal 6€ pro Person gekostet hat, an der Bus Station neben dem Hauptbahnhof Santa Maria Novella, der in diesem Urlaub unser Dreh- und Angelpunkt werden wird.
Wir schnappen unser Gepäck und stratzen Richtung Hotel. An jeder Ecke Regenschirmverkäufer. Dank Google Maps und Google Street View kenne ich die Gegend um den Bahnhof bzw. die 400m kurze Strecke zum Hotel bereits im Schlaf.

Unser sehr zentral gelegenes Hotel heißt Cosimo De Medici und befindet sich exakt dort wo die Via Fiume auf die Via Nazionale trifft, die an exakt dieser Stelle in die andere Richtung als Largo Fratelli Allinari verläuft. Ein Blick auf den Stadtplan und die Beschreibung ist nachvollziehbar.
Auf jeden Fall haben wir mit unserem durchaus eleganten 3-Sterne-Hotel die gänzlich richtige Wahl getroffen. Es ist ein alter Renaissance-Palast und wirkt dadurch irgendwie klassisch, stilvoll und durch Teilrenovierungen widerum auch zeitgenössisch. Meine Trip Advisor Bewertung hierzu lautet:
-Erreichbarkeit: wer sich vorab intensiv mit Google Maps befasst, findet den Weg vom Bahnhof Santa Maria Novella zum Hotel mit Links
-Lage: in der direkten Umgebung gibt es Restaurants, Shoppingläden, die große Markthalle und die Sehenswürdigkeiten sind auch alle nicht weit
-Rezeption: 24h besetzt, 24h gut gelaunt, 24h super hilfsbereit
-Hotelgebäude: alt, verwinkelt, viele Treppen, man sollte gut zu Fuß sein aber dann ist es beeindruckend schön
-Zimmer: unseres war leider nicht im modern Style aber angesichts des gezahlten Schnäppchenpreises war das auch nur fair und trotzdem hatten wir ja ein wirklich schönes und ruhiges (wenn auch zur Hauptstraße gelegenes) Zimmer, im guten Zustand und in dem es uns an nichts mangelte
-Zimmer Service: es war immer alles picobello sauber, auch die Handtücher und Badutensilien (Shampoo, Seife und Co.) wurden täglich gewechselt bzw. erneuert
-Frühstück: jeden Tag das selbe aber durch die große Auswahl (auf kleinstem Raum) wirklich in Ordnung und für ein paar Tage immer noch Abwechslung genug, sehr gut, sogar Mineralwasser mit oder ohne Sprudel stand parat (in vielen Hotels vermisse ich das), toll auch die deutschen Brotsorten (abgepackt) sowie Rohkostsalat und nicht nur die fertigen gemischten süßen Müslis
-Fazit: Weit mehr als wir uns erträumt und erhofft hatten. Das Hotel ist uneingeschränkt empfehlenswert und wirklich ein schönes ZuHause auf Zeit.
18.30Uhr
Aus dem Hotel rechts raus und die nächste Straße rechts abgebogen (Via Faenza) befinden wir uns nach einer schöpferischen Pause auf dem ziemlich direkten Weg ins Stadtzentrum. Insgesamt gehen wir gerade mal 700m bis zur Piazza del Duomo, die zwar gar nicht unser eigentliches Ziel ist aber uns doch innehalten lässt:
In der abendlichen Beleuchtung wirkt der Dom Santa Maria del Fiore so unbeschreiblich schön und beeindruckend!
Dieser Dom, die drittgrößte Kirche der Welt, ist besonders bekannt und prägnant durch seine mächtige Renaissance-Kuppel von Brunelleschi.
Die Hauptkirche der Stadt hat aber auch noch den daneben befindlichen Glockenturm von Giotto zu bieten und gegenüber steht das nicht minder beeindruckende Baptisterium San Giovanni (Taufkapelle).
Alle drei Gebäude können gegen eine Eintrittsgebühr besucht werden. Aber das machen wir heute Abend nicht mehr. Vielleicht die Tage. Mal sehen. Jetzt haben wir Hunger.

Idealerweise ist in Florenz nichts wirklich weit. So ist auch die Piazza della Repubblica nicht weit. Dort soll sich das Hard Rock Café befinden aber vorab möchte ich hoch auf die Terrasse vom Kaufhaus La Rinascente. Wir bahnen uns den Weg über Rolltreppen aber aufgrund des Regens ist die Terrasse leider gesperrt. Die Aussicht von dort soll gigantisch sein. Schade.
Trotzdem ist es schön, einen ersten Mini-Streifzug gemacht zu haben bevor wir ins Hard Rock Café gehen, denn ein erster Tag oder ein erster Abend in einer fremden Stadt, in einem fremden Land, ist immer noch etwas ganz besonderes. Die Stadt fühlt sich noch fremd und im Idealfall trotzdem angenehm an. Und verrät uns noch nicht was sie in den kommenden Tagen mit uns vor hat!
Florenz ist natürlich, das darf nicht unerwähnt bleiben, die Hauptstadt der Toskana! War allerdings vor sehr langer Zeit auch mal Italien´s Hauptstadt! Die erste Hauptstadt war einst das norditalienische Turin und dann, was kaum jemand weiß, zwischen 1865 und 1871, Florenz - sechs Jahre lang also immerhin.
Und doch verbringen wir den ersten Abend amerikanisch. Ich wäre gern italienisch essen gegangen aber mangels Ortskenntnisse kehren wir einfach dort ein, wo wir wissen, was uns erwartet. Und erfreulicherweise ist es ein schönes Hard Rock Café. Mittlerweile kennen wir nämlich auch schlechte. Meine Trip Advisor Bewertung hierzu lautet:

Hard Rock Café ist nicht gleich Hard Rock Café - mussten wir mittlerweile manchmal feststellen. Das in Florenz jedoch ist wirklich ein ganz besonders schönes. Offenbar in einer Art ehemaligem Theater untergebracht, hat es eine schöne Raumaufteilung einschließlich Galerie und Bühne. Wir waren zwei Mal in unserer Florenz-Woche dort und haben beide Male sehr lecker gegessen und wurden jeweils sehr freundlich und zuvorkommend bedient. Für mich die angenehmste Hard Rock Café-Erfahrung bisher! Auch der Shop war üppig bestückt wie überall. Nur an der Sauberkeit der WCs könnten sie arbeiten, aber mir ist bewusst, dass das immer eine Momentaufnahme ist.
Phil hatte einen sehr guten Burger und ich einen Caesar Salad sowie Mac N Cheese. Das waren zwei Beilagen, denn anscheinend sind die Veggie Optionen der Hauptgerichte auf drei an der Zahl geschrumpft und das sprach mich alles nicht an heute.
20.15Uhr
Nach einer ausgiebigen Tour durch den Hard Rock Shop verlassen wir diesen, ohne etwas zu kaufen, Richtung Hotel.

21.30Uhr
Der Tag war lang genug. Buona Notte!
Freitag 16. März 2018
Day Two of our Trip to Italy! He ho -let´s go! ♥
08.30Uhr
Bitte wieso bin ich schon wach?
Vielleicht weil ich außerordentlich erholt bin? Ich war nachts zwar ein paar Mal wach gewesen, habe dann aber nur kurz gestaunt, wie unfassbar ruhig unser Zimmer direkt über der Hauptstraße ist, sogar mit Fenster auf. Eine beeindruckende Stille für eine 380.000-Einwohner-Stadt!

09.00Uhr
Frühstück. In guter Qualität, wie meiner bereits einkopierten Trip Advisor Bewertung bereits zu entnehmen war. Auch wenn der Frühstücksraum recht klein, ja beengt, ist, verströmt er ein angenehmes Flair. Schade nur, dass der Kaffee nicht schmeckt. Phil braucht davon eine ganz schöne Menge, denn er hat weniger gut geschlafen. Ich weiß nicht, in welchem Zimmer, aber dort war es wohl ausgesprochen laut von der Straße her......
10.00Uhr
Eine gute Zeit, sich auf den Weg zu machen, um durch Pinocchio´s Stadt (seine Geschichte wurde hier in der Stadt jedenfalls geschrieben) zu streifen!
Auf dem uns von gestern Abend bekannten Weg zum Dom machen wir noch einen kleinen spontanen Schlenker zur Markthalle San Lorenzo. Sie ist mehr als 140 Jahre alt und täglich (außer sonntags) geöffnet.
Ich mag Markthallen. Mit Mama und Papa war ich als Kind in Portugal in einer Markthalle. Mehrmals. Zwar stieß mich da immer der Fischgeruch ab und wie dieser so tot und unansehnlich herumliegt... und daran hat sich ja auch nichts geändert – aber generell mag ich das Gewimmel dort und besonders das Obst und Gemüse ist ja immer frischer als frisch und sieht aus wie im Bilderbuch!
Aber wir finden nicht nur Obst- und Gemüse- und Fleischverkäufer sondern auch kleine Stände mit Delikatassen wie Wein, Öl, Pasta, Gewürze und Kräuter. Viel natürlich auch souvenirfreundlich verpackt und angepriesen. JA! Da will ich meine Souvenirs die Tage auf jeden Fall holen!
Aber jetzt wende ich mich erstmal von dem Tod in Form von geschlachteten Hühnchen, die neben ihrem eigenen Kopf drappiert werden, ab und wende mich dem Leben und der Sonne zu, die draußen scheint!
Wieder zieht es uns über den Domplatz und die Piazza della Repubblica aber von dort aus dann weiter Richtung Arno. Alles was wir wissen ist, dass wir Richtung Fluss, also Richtung Arno wollen (genauer: zur Ponte Vecchio) – der Rest wird sich ergeben.
Plötzlich stehen wir zunächst einmal vorm Palazzo Vecchio. Es ist das prächtige Rathaus von Florenz, vor ihm die berühmte David-Statue vom Michelangelo. Daher ein entsprechender Menschenauflauf. Allerdings weiß ich im Moment nicht ob es der echte David ist. Ich glaube der steht irgendwo gut geschützt und bewacht. Aber einige Kopien in der Stadt gibt es nun mal.
Weiter führt uns unser Zufallsweg vorbei an den Uffizien. Diese beherbergen eine der berühmtesten Gemäldesammlungen der Welt! Aber da ich nicht sehr kunstinteressiert bin und das Wetter noch hält, macht es wenig Sinn, sich in die langen Warteschlangen am Eingang zu reihen.
Wie? Das Wetter hält? Wer sagt das? Nun. Wenige Meter später, am Arno angekommen, muss ich dann auch schon den Regenschirm rauskramen. Bisher war es so schön warm und sonnig gewesen. Nun blicke ich auf einen wolkenverhangenen Himmel, umklammere meinen Schirm und staune, wie braun der Arno ist und wie schnell er fließt!
Aber wir haben hier bereits einen schönen Blick auf die nicht weit entfernte Ponte Vecchio! Die älteste und bekannteste Brücke der Stadt aus dem Jahr 1345 beherbergt zahlreiche Gold- und Silberschmiedeläden, es ist von Kitsch bis Rolex alles zu bekommen, wie wir sehen, als wir die Brücke wenig später im strömenden Regen überqueren.
Aber als wären wir in Irland, dauert es nicht lange – und die Sonne bahnt sich wieder ihren Weg. So wie wir. Nämlich Richtung Boboli Gärten. Neben der Ponte Vecchio und der Piazzale Michelangelo, der einzige echte Punkt, den wir heute abhaken wollen.
11.15Uhr
Auf dem Weg zu den Gärten streifen wir den Palazzo Pitti. Es ist der größte Palast von Florenz (aus dem 15. Jahrhundert) und war früher Sitz der reichen Familie Pitti. Man kann ihn besichtigen (er beherbergt mehrere Museen) aber wir wollen draußen bleiben und die Sonne genießen, so lange sie sich zeigt.
Viel hatte ich vorab, wie bereits erwähnt, nicht recherchiert – für meine Verhältnisse. Dass aber die Boboli Gärten sehr sehenswert und mit 7€ Eintrittsgebühr erschwinglich wären, das hatte ich raus gefunden.
Tatsächlich knöpft man jedem von uns 10€ ab und ich bin ein bisschen erstaunt, da ich eine Eintrittsgebühr für einen Stadtpark doch etwas fraglich finde aber um es vorweg zu nehmen: Es lohnt sich.
Schade, dass für 10€ nicht wenigstens ein Lageplan mitgegeben wird, denn Beschilderung gibt es innerhalb der Anlage auch nicht, aber so üben wir uns eben weiter im Treiben lassen. Und ein bisschen können wir uns auch mit einer recht ungenauen Karte aus dem Reiseführer behelfen. Dieser empiehlt übrigens rund drei Stunden für den Aufenthalt in der 45.000 Quadratmeter großen Gartenanlage! Schauen wir mal...
Die barocke Parkanlage hat mehrere Eingänge. Wie wir später verstehen werden, ist ein Zugang durch den Palazzo Pitti möglich. Bei schönem Wetter jedenfalls macht ein Besuch absolut Sinn, ich finde es den vielleicht besten Zeitvertreib in Florenz. Denn der Garten ist sehr, sehr elegant gestaltet, es gibt auch etliche Skulpturen zu sehen und wahrscheinlich wird das Eintrittsgeld einfach benötigt um das alles zu pflegen und instand zu halten.
Ich bin jedenfalls zufrieden mit meinem Reiseführer bis hier her.
Eine schöne Anekdote liefert noch die Familie, die ich anspreche. Sie fotografieren sich an einem schönen Aussichtspunkt gegenseitig und ich möchte, dass sie Phil und mich dort auch fotografieren. Meine Vermutung -Holländer- bestätigt sich. Was ich nicht ahnen konnte: Der gute Mann, der uns dann netterweise mit unserer Nikon knipst, war 30 Jahre lang Nikon-Vertreter, u.a. in Deutschland. - Und lobt gleich mal unser Modell. Wieder so ein erwähnenswerter schöner Zufall auf Reisen.
13.00Uhr
Durch den Palazzo Pitti habe ich die Boboli Gärten verlassen, auf der Suche nach einem Plätzchen in einem Café. Allerdings ohne meinen Mann. Philipp hat die Nikon in seiner Obhut und will noch weiter durch die schönen Gärten auf Fotosafari gehen.

Ich brauche aber ein Päuschen. Welches ich draußen in einem Café verbringen möchte. Da es aber wieder nach einem Schauer aussieht, muss mein Plätzchen unbedingt überdacht sein. Und da werde ich nur noch bei einer Enoteca, eine Wine Bar, gegenüber des Palazzo Pitti fündig. Weiter weg kann ich nicht gehen, da ich den Palazzo im Auge behalten können möchte, falls Philipp kommt und mich sucht.
Es ist relativ wenig überraschend, dass ich in einer Enoteca keinen Kaffee bekomme. Aber gegen einen Wein habe ich jetzt auch keine Einwände. Ich bin gespannt was es in derart exklusiver Lage so gibt. Ich bestelle das lt. Karte billigste Glas Rotwein (wird schon schief gehen) und dazu eine Käseplatte – den Palazzo fest im Blick.
Mehr oder weniger fest jedenfalls. Vielmehr beobachte ich die vorbei gehenden Menschen und staune, wie zielsicher man seine eigenen Landsleute doch immer wieder erkennt, selbst bevor sie den Mund aufmachen. Erstaunlicherweise geht es mir mit Amerikanern sehr ähnlich.

Ich mache mir ein paar Notizen in mein Buch, das auf dieser Reise wieder den Laptop ersetzt – und genieße meinen Wein. Den vollständigen Reisebericht schreibe ich zu Hause erst. Mittlerweile mag ich diese Art zu schreiben, denn mit Laptop auf Reisen, befasse ich mich mit diesem dann auch erfahrungsgemäß zu viel!
Mein Wein. Ja der schmeckt. Nachdem ich ihn endlich trinken durfte. Der schnieke Kellner hat ihn mir inklusive Lebensgeschichte vorgestellt. Vielleicht zusätzlich sogar mit der eigenen Lebensgeschichte und nicht nur der des Weins. Ich weiß es nicht. Ich verstehe nicht viel. Und will ich auch gar nicht.
Beim Käse läuft es ähnlich. Welche Sorte. Woher. Wie lange gereift. Warum zu erst, zweit, dritt, viert oder letzt essen. Bis ich dann auch darf. Aber egal. Es ist köstlich und ich lasse mir mit diesen Winzigkeiten extrem viel Zeit.
Neben mir ein japanisches Pärchen. Flasche Wasser. Flasche Wein. Jeder ein Hauptgericht. Jeder einen Dessert. Na die gönnen sich was. Ich weiß immer noch nicht was ich am Ende bezahlen werde. Ich weiß zwar die Einzelpreise des Weins und der Käseplatte aber vielleicht zahlt man für diese besondere Lage an der Piazza Pitti oder den Ausblick ja extra – oder für die Geschichten des Kellners? Ich traue dem Frieden hier nicht.
Sonne und Wolken wechseln sich jedenfalls ab. Scheint so, als sei der nächste Schauer nun wirklich nicht mehr fern...
Auf jeden Fall stelle ich fest, dass Phil nicht der einzige Mann mit einer roten Regenjacke ist. Immer wenn ich die Menschenmassen mit den Augen absuche, denke ich, da vorne geht er oder steht er. Nein, er ist sicher noch längst in den Tiefen der Gärten verschollen. Rot scheint einfach derzeit sehr modisch zu sein!
Egal, mir geht es hier ja ganz gut. Und mir gefällt auch die gesamte Stadt heute wirklich gut. Das Schöne ist, dass zwei unserer drei heutigen Anlaufpunkte schon hinter uns liegen aber der Tag dennoch so jung ist. Noch dazu waren beide Punkte (Brücke und Gärten) wirklich nett. Die Brücke ist zwar nur etwas zum Fotografieren (Wahrzeichen) und weitergehen aber die Gärten sprengen einfach alles.
Dann ist Florenz einfach unheimlich gut zum Zu-Fuß-Gehen. Öffis machen hier wenig Sinn bzw. existieren auch nicht wie anderswo. Viele Straßen sind für den Verkehr gar nicht offen bzw. nur für die ganz kleinen Elektrobusse. Die vielen Sehenswürdigkeiten befinden sich auf kleinstem Raum, sodass man alles prima ablaufen kann. Darüber hinaus sehen wir extrem viel Polizei und Militär, was mir persönlich ein sehr sicheres Gefühl gibt.
Was ich mich aber frage ist, wie man hier zwischen Ostern und Sommerende freiwillig seinen Urlaub verbringen kann. Ich finde die Stadt für Mitte März, zumindest an den Attraktionen, schon jetzt sehr, sehr voll. Und das bei Regen bzw. Regenrisiko. Der März ist naturgemäß ein recht nasser Monat hier. Und trotzdem kommen die Menschen in Scharen – so auch wir... Andererseits: Bei 30 Grad im Schatten würde Florenz wahrscheinlich auch nur halb so viel Spaß machen! Mir jedenfalls...

Wie teuer wird wohl das Brot, das man mir zum Wein und Käse gereicht hat? In meinem Reiseführer stand, dass es in Italien üblich ist, Brot auf den Tisch zu stellen aber man muss es bezahlen, wenn man davon nimmt. Wie teuer kann das sein in so einem noblen Schuppen?
Andererseits... Wie exklusiv ist diese Vinothek denn nun? Nur weil ich auf den Palazzo schauen kann und man mir hier im Frack einen vom Pferd (na gut vom Wein und Käse) erzählt, muss es ja nun doch kein Gourmethaus sein, oder? Es schmeckt aber so!! Ich muss mich überraschen lassen!
Auch die mittlerweile wirklich sehr dunklen Wolken verleihen der Stadt ein sehr eigenes, auch wieder schönes Flair. Die Fassaden wirken ganz anders schön.
13.45Uhr
Ich habe sagenhafte 13,40€ (plus Trinkgeld) bezahlt und kann mein Glück kaum fassen als Phil und ich weiterziehen. Zwar regnet es jetzt stark aber bis wir nach knapp 2km am Ziel, der Piazzale Michelangelo, angekommen sind, wird es sicher wieder sonnig sein.
Die Piazzale und der Aussichtspunkt Michelangelo ist der wohl berühmteste Punkt der Stadt – zumindest hat man von hier den berühmtesten Blick auf das Panorama von Florenz!
Und ja, es ist noch lange, bevor wir oben ankommen, wieder trocken und sonnig! Wir gehen zunächst am Arno entlang und dann ab der Brücke Ponte Alle Grazie ein bisschen nach Gefühl. Wir sehen die Aussichtsterrasse schon von Weitem und wissen ungefähr in welche Richtung wir müssen – in erster Linie: treppauf.
Es sind verdammt viele Treppen und ich frage mich zwischendurch, warum wir nicht den Bus genommen haben. Vor allem aber wird mir klar, dass ich die 463 Stufen in die Domkuppel heute wohl nicht mehr bewältigen möchte!
Oben angekommen wird man aber sofort belohnt mit einer gigantischen Aussicht, die wirklich seinesgleichen sucht! Selbst die paar Meter bis zur eigentlichen Aussichtsterrasse bieten schon ein Traum-Panorama. Da fällt die (wieder mal) David-Statue und der große unansehnliche Parkplatz überhaupt nicht mehr ins Auge. Ich bin gefesselt von der Aussicht auf die Stadt, die uns zu Füßen liegt.
Dass die Piazzale ganzjährig gut besucht ist, zu fast jeder Uhrzeit, und nicht nur von Touristen, kann ich völlig nachvollziehen. Im Sommer wird aber sicher noch mehr los sein als heute – ich finde es erträglich. Auch die Zahl der Souvernir- und Snackstände ist noch sehr übersichtlich. Man kann es hier wunderbar aushalten.
Und so lassen wir uns einen Moment Zeit, auf den zwei Ebenen zu fotografieren und zu verweilen. Besonders beeindrucken tut mich die Ruhe. Besonders auch hier oben fällt auf, dass der Straßenverkehr unten in der Stadt stark eingeschränkt ist, denn man hört ihn gar nicht! Ich höre fast nur Vogelgezwitscher, die Sonne scheint und der Arno rauscht! Toll! ♥
Auf dem Rückweg über Treppen überkommt Phil aber ein Hüngerchen. Ich bin von Wein, Käse und Aussicht gesättigt aber eine Kleinigkeit nehme ich ihm zuliebe gerne noch irgendwo ein.
Im I Bastioni begehen wir dann leider einen sehr großen Fehler: Wir nehmen Platz. Gefolgt von dem zweiten sehr großen Fehler: Einer Bestellung.
Nun, Philipp´s Pizza war wohl schon ganz ok, aber mein Bruschetta war zum Abgewöhnen. Ich ließ mindestens die Hälfte davon liegen und zahlte am Ende zusammen mit meinem Wasser genauso viel wie zuvor in der vermeintlichen Nobel-Vinothek. Ist das zu glauben? Naja immerhin gab´s ein WC und WLAN. Was soll´s? Wieso kehren wir auch an der Touri-Ecke schlechthin ein?

Über die hässliche Ponte alle Grazie gehen wir wieder auf die Nordseite des Arno´s, also Richtung Innenstadt, wo wir per Zufall zur Piazza di Santa Croce kommen. Dieser Platz und seine gleichnamige Kirche strahlen eine ungeahnte Schönheit aus, dass wir gerne auch in die Kirche reingehen wollen. - Was wir uns anders überlegen als wir den Eintrittspreis von 8€ pro Person sehen.
Für eine Kirche Eintritt zahlen?? In Italien?? - Wie wir ab jetzt beobachten: völlig üblich. Im gesamten Urlaub werden wir nur eine einzige toskanische Kirche finden, wo der Eintritt nichts kostet! Der Schock sitzt.
Ich kaufe für das Geld lieber ein paar Postkarten und Briefmarken und so langsam bummeln wir ohne einen wirklichen Plan Richtung Dom zurück. Auch der kostet natürlich Eintritt und dann ist die Schlange auch noch unfassbar lang! Wir wollen jetzt nicht mal mehr hoch in die Kuppel. So langsam sind wir kaputt. Wir umrunden den gigantischen Kirchenbau noch einmal komplett und beschließen dann, langsam aufzubrechen, schließlich ist unser Hotel von hier nicht mehr weit!
17.00Uhr
Tut das gut, die Füße hoch zu legen. Eigentlich könnten wir heute auch hier bleiben. Nicht mehr aus dem Zimmer rausgehen!
Aber irgendwie ist es noch echt früh. Und vor allem regnet es nicht. Das soll die kommenden Tage schon ganz anders aussehen!
18.30Uhr
Wir gehen doch noch mal vor die Tür. Ich habe genug Zeit auf Trip Advisor und Google Maps zugebracht um eine hoffentlich adäquate Abendessenvariante aufzutun: I Camaldoni.
Das kleine Restaurant befindet sich direkt hinter der Markthalle, die wir heute Morgen besucht haben, und ist somit nur ungefähr 250m von unserem Hotel entfernt.
Es ist mehr eine Pizzeria aber mit einem kleinen Restaurantbereich, also nicht nur für Selbstabholer. Irgendwie winzig aber urig und stylisch. Dass sie nur Platz 52 auf Trip Advisor belegt, soll uns nicht stören, da die Fotos vielversprechend waren. Und kaum sind wir hier, werden wir überfreundlich und eifrig empfangen und bedient. Wir sehen die Pizzen im Steinofen. Alles passt.

Aber: Wir entscheiden uns für Salat und eine Flasche Weißwein. Die Flaschenpreise für Wein beginnen hier schon bei 8€ - was kann man da falsch machen? Die Salate sind auch sehr lecker aber wir gönnen uns zum Nachtisch eine Käseplatte (meinerseits) bzw. lecker italienisches Tiramisu (Phil).
Wir sind hier wirklich extrem zufrieden und haben fest vor, die Tage noch mindestens einmal her zu kommen, wenigstens, wenn alle Stricke reißen, an unserem letzten Abend.
Für heute aber ist jetzt wirklich gut.
20.30Uhr
Wir sind zurück im Hotel und fix und foxi.
Ob wir morgen lieber nach Pisa oder Bologna fahren, lassen wir dann spontan die Wetter App entscheiden. Montag ist dann auch noch ein Tag!
Schiefer Turm oder Bolognese? Galileo Galilei oder Parmesan? Eine weitere Stadt am Arno oder Parma-Schinken?

Pisa bietet bekanntermaßen Kunst und Bauwerke. Bologna ist Heimat zahlreicher kulinarischer Exportschlager, darunter nicht nur die bereits genannten Produkte sondern vor allem auch: Tortellini, Tortelloni und Mortadella. Die Stadt ist damit eine Hochburg der guten italienischen Küche. Ich bin schon extrem gespannt! - Auf beide Städte.
Samstag 17. März 2018
Day Three of our Trip to Florence! But now let´s visit Pisa! ♥
07.30Uhr
Ich bin wach und gehe gut gelaunt duschen. Spätestens nach dem Frühstück entscheiden wir uns dann für Pisa. Nix Bologna, nix Emilia-Romagna, in der sich die Stadt befindet. Bologna ist nämlich nicht mehr Toskana. Somit auch nur konsequent wenn wir auf unserer Toskana-Reise auch in der Region bleiben, oder? Naja mal schauen, wir wollen Bologna nicht gleich streichen – wir vertagen es auf Montag, denn ich freue mich unbändig auf diese wohl sehr schöne Stadt, die im Schatten von Florenz, Rom und Venedig völlig unterschätzt wird. So jedenfalls wird es in vielen Blogs und Reportagen geschrieben.
09.40Uhr
Ja, ich bin extrem gut vorbereitet auf Bologna aber jetzt suchen wir erstmal den Ticketschalter für ein Ticket nach Pisa. Gut, dass wir mehr oder weniger gleich gegenüber vom Bahnhof Santa Maria Novella wohnen, so oft wie wir diese Woche hier her kommen.
Den Ticketautomaten möchte ich nicht konsultieren. Das mache ich zu Hause schon ungern. Allerdings sind die Schlangen vorm Schalter elendig lang und ich glaube man muss auch eine Nummer ziehen, das durchblicken wir gerade nicht.
Wir sprechen eine offensichtliche Bahnmitarbeiterin an, die uns sagt, wir bekämen, die Tickets direkt am Gleis. Wohl also beim Schaffner. Wieso es dann an jedem Gleis eine Ticketkontrolle gibt, ohne die man nicht zum Gleis kommt, erschließt sich uns nicht ganz. Dennoch nickt der Mann am Gleiszugang und lässt uns passieren.
Die Schaffnerin am Gleis würde uns in der Tat ein Ticket verkaufen aber wohl erst an Bord. Das macht mich sehr skeptisch, hatte ich doch gestern erst gelesen, dass diese Möglichkeit mittlerweile nicht mehr besteht und das Betreten des Zuges ohne Fahrkarte ein absolutes No Go ist und teuer enden kann.
Immerhin ist der Zug schon da und wird auch gleich losfahren. Die Schaffnerin steigt mit uns ein und bedeutet uns, Platz zu nehmen, sie hätte gerade ein Serverproblem mit ihrem Tablet, kommt aber später zu uns, um uns Tickets zu verkaufen.
Um es kurz zu machen: Sie kam nie.

Etwa 75 Minuten Bahnfahrt vergehen ohne Ticketkauf. Die anfängliche Skepsis wich irgendwann dem guten Gefühl, es würde schon hinhauen und zuletzt freuten wir uns, eine Bahnstrecke eingespart zu haben, wobei ich allerdings zugeben muss, dass Bahnfahren in Italien nicht teuer ist. Jedenfalls nicht die etwa 80km zwischen Florenz und Pisa.
11.00Uhr
Pisa Centrale. Die Sonne scheint.
Wir haben keinen Reiseführer und keinen Stadtplan aber ich hatte mir die Strecke zum Schiefen Turm auf Google Maps vorab lange angesehen, gut eingeprägt und mir als Anhaltspunkt Straßennamen zur Vorsicht notiert.
Erster Eindruck: Pisa ist ein Florenz im Miniaturformat. Naja und mit weniger prachtvollen Bauten. Aber ansonsten irgendwie ähnlich: Nicht zu groß. Am Arno gelegen. Angenehmes Völkchen.
Wir überqueren die Piazza Vittorio Emanuele 2 und tauchen (natürlich gaaanz zufällig) in die Shoppingmeile Corso Italia ein. (Und ebenso der Zufall will es, dass ich hier ganz schön fündig werde...!)
Leider (oder glücklicherweise??) ist die Shoppingmeile nur rund 800m lang, dann endet sie am Arno, den wir auf der Ponte Di Mezzo überqueren. Der Fluss ist hier wie in Florenz völlig braun und ziemlich flott unterwegs – in nur 12km, bei Marina di Pisa, wird er sich ins Mittelmeer ergießen.
Auf der Nordseite des Flusses begleiten wir ihn ein Stück bis wir auf die Via Santa Maria abbiegen, die uns schlussendlich irgendwann zur Piazza del Duomo führt, wo sich die großen Drei befinden: Dom, Baptisterium, Turm. Der schiefe natürlich.
12.00Uhr
Es ist brechend voll an den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt! Was so schön begonnen hatte, wird nun unentspannt und unübersichtlich. Wo kommen all die Menschenmassen her und was zur Hölle suchen sie hier?

Sie posen für die wildesten Motive, es sieht teilweise recht Yoga-Style bis akrobatisch aus. Am Beliebtesten ist die Variante, dass es auf dem Foto so scheint, sie würden den Turm mit einer Hand stützen und ihn somit vorm Umkippen bewahren. - Nichts für uns!
Bei diesen Menschenmengen bin ich plötzlich doch froh, dass wir in Florenz wohnen. Dort ist zwar auch viel los aber dort erwartet man das wenigstens auch. Phil hatte von Anfang an lieber in Florenz das Hotel beziehen wollen, mich hingegen hatte Pisa mehr angesprochen. Ich bin froh, dass er sich durchgesetzt hat.
Oder liegt es daran, dass Wochenende ist? Wir sind auf einem Samstag hier, wenn auch in der totalen Off Season. Aber nein – das sind hier bei weitem nicht alles Italiener. Die Leute reisen einfach zu jeder Jahreszeit quer über den Planeten. Wir sind ja nicht anders!
Im Gegensatz zu den meisten Besuchern, verzichten wir aber auf einen Besuch eines der Gebäude sondern begnügen uns mit einem Spaziergang um sie herum. Allein der Turmaufstieg soll 18€ kosten! Das sind wir nicht bereit zu zahlen, zumal wir zunächst unsere Taschen wegschließen, uns dann in die Schlange stellen und wer weiß wie viele Stufen hoch kraxeln müssten um dann eine Aussicht zu haben, von der wir nicht mal wissen ob sie sich lohnt.
Nein, danke. Wir haben Hunger.
13.00Uhr
Offensichtlich haben wir gestern nichts gelernt. Das Desaster von mittags sollte sich nun wiederholen, indem wir gerade mal 100 Meter vom Schiefen Turm entfernt in das touristischste aller Restaurants einkehren. Somit hatten wir das Dilemma auch nur verdient: Service gänzlich unfreundlich. Gläser ziemlich dreckig. Ambiente nicht schön. Calzone so naja, nicht lecker.
Und das war dann irgendwie der Wendepunkt. Nach dem Shopping-Hoch und die Freude darüber, dass wir den Weg wie geplant gefunden haben zum Turm, war dieser eben doch nur mäßig aufregend zu bestaunen und das Essen stutzte die Laune weiter zurecht...
Brechen wir also auf, zurück Richtung Bahnhof. Mehr scheint es hier in Pisa nicht zu Holen zu geben.
Ein kleiner, schnell zu übersehender, Wegweiser zum Botanischen Garten der Stadt erinnert mich daran, dass ich mir diesen eigentlich auch schon auf Google Maps angsehen hatte. Warum also nicht dorthin abbiegen? Ist schließlich einer der ältesten Botanischen Gärten der Welt und angeblich sehr sehenswert...
Ich hätte die WC-Benutzung beim Botanischen Garten als Omen sehen sollen. Nachdem ich in unserem Gourmetlokal nicht hatte Pipi machen gehen wollen, dachte ich, hier im Botanischen Garten, da kann man das Stille Örtchen mal schnell benutzen, ist bestimmt vernünftig, da kommt ja nicht so viel Laufkundschaft längs, die dieses benutzt.
Nun ja, offensichtlich kommt auch nie Putzpersonal vorbei. Jedenfalls noch nicht in diesem Jahrzehnt. So war es reine Beherrschung und Überwindung und ich betrete den Botanischen Garten selbst danach nur noch weil wir schon die Tickets für 4€ pro Person erstanden haben.
Leider.
Kann ich nicht anders sagen. Leider! Denn der Garten ist absolut nicht gepflegt und absolut nicht schön. Ich hatte mir ihn auch größer vorgestellt aber das allein ist sicher nicht das Problem. Aber auch in einer solchen Jahreszeit kann man das bisschen Garten doch wohl wenigstens so ansprechend gestalten, dass es wenigstens gerechtfertigt ist, den Eintritt zu kassieren! Da reißt es auch das kleine Kakteen-Gewächshaus nicht mehr raus, obwohl ich Kakteen seit Arizona vor einem Jahr sehr mag.
Ich schwanke zwischen Enttäuschung, Fassungslosigkeit und Belustigung darüber, was man uns hier als Attraktion, im Wahrsten Sinne des Wortes, verkauft hat. Und ja, 4€ sind nicht die Welt, also müssen wir uns nicht ärgern. Aber man darf sich sehr wohl sehr, sehr wundern...
Jetzt wollen wir erst recht zurück zum Bahnhof.
Auf dem Weg dorthin, ich wähle einen leicht anderen Weg als auf der Hin-Tour, verschwindet dann auch noch die Sonne und Pisa schickt uns noch ein kleines nasses „Fuck You“ mit auf den Weg, in dem es uns einmal durchregnet! Aber wir sind ja gewappnet: mit Schirm und Kapuze! Fuck You Selber Pisa!
Nach anderthalb Kilometern stehen wir am personell besetzten Bahnschalter in der Pisa Centrale Station und erstehen unsere Rückfahrtickets – es reicht ja, eine Strecke gratis zu bekommen. Der Fahrschein kostet je 8,60€ und ist für jeden Zug heute nach Florenz gültig.
14.37Uhr
Wir nehmen natürlich den nächstmöglichen, sodass wir nur wenige Minuten Wartezeit überbrücken müssen. Aber dann sind wir froh, im Zug Richtung „Heimat“ zu sitzen.
Fazit:
Auch wenn ich das vielleicht nicht so rüber bringen konnte, ist Pisa eigentlich ganz nett. Ich hatte nur wirklich zu hohe Erwartungen und irgendwie wäre eine Stadtführung bestimmt sinnvoll gewesen. Diese hätte uns die Stadt doch wirklich noch etwas näher gebracht!
So aber wusste ich, dass die Sehenswürdigkeiten sich auf Turm, Dom und Baptisterium beschränken und, da wir diese nur von außen besichtigt haben, sind wir vielleicht auch ein bisschen selbst Schuld.
Die Stadt sonst ist aber auch ganz schön. Wer in der Nähe ist, sollte wirklich einen kleinen Bummel hier unternehmen. Aber dann bitte, nicht wie wir, wenn der Regen droht.
Pisa aber als MUST SEE auf seine Bucket List zu setzen, ist meines Erachtens völliger Quatsch. Die Stadt lebt eigentlich nur von ihrem Turm und er ist sicherlich etwas Besonderes aber ich sag nur soviel: Der Kirchturm im ostfriesischen Surhuusen ist meiner Meinung nach schiefer!
Ich empfehle also lieber Florenz – das hat so viel mehr Flair und Charme!
Alle Fotos von Pisa findest du: HIER.
Das Schöne: Der Zug zurück braucht nur etwa eine Stunde und hält auch bei Weitem nicht so oft an wie der Bummelzug auf dem Hinweg. Das ist recht angenehm und leitet eine ausgiebige Pause im Hotel schon mal ein.
Erst gegen Abend trauen wir uns wieder vor die Tür. Die Anstrengungen und Enttäuschungen des Tages liegen hinter uns und die Biblioteca Delle Oblate von Florenz nahe des Doms vor uns. Ich habe gelesen, dass es hier eine tolle Aussichtsterrasse geben soll und stelle mir vor, von dort der Domkuppel sehr nah sein zu können, doch so hoffnungsfroh wir die Biblioteca auch betreten, so wenig werden wir fündig und müssen unverrichteter Dinge vondannen ziehen. Irgendwie will Florenz mir seine Dachterrassen nicht präsentieren...
Dann eben doch ein Guinness im Pub!

Hä?
Ja, heute ist St. Patrick´s Day und ich habe vorgestern beschlossen, diesen zu feiern. Ich habe einen grünen Pullover an und dürfte damit bestens gerüstet sein.
Es war so:
Vorvorletztes Jahr, 2015, am St. Patrick´s Day – da war ich gerade zwei Tage wieder zurück aus New York, nachdem ich dort die schon Tage vorher beginnenden Vorbereitungen auf diesen sehr grünen Tag hatte mit ansehen können – gerade an der Ostküste leben ja extrem viele Menschen mit europäischen, auch irischen, Wurzeln. Sicher kann man den St. Patrick´s Day nur dort so begehen wie in Irland selbst.
Vorletztes Jahr, 2016, am St. Patrick´s Day – da sind wir gegen Mittag von Honolulu wieder zurück nach Hause geflogen obwohl man sicher auch dort, wie überall in den Staaten, fantastisch hätte diesen Feiertag einmal miterleben können.
Letztes Jahr, 2017, am St. Patrick´s Day – da sind wir in unseren Flitterwochen von Orlando nach Phoenix geflogen und der Tag endete mit einem desaströsen Hotel und einem Umzug in eine ähnliche Absteige, die mittlerweile übrigens geschlossen wurde (das nur am Rande). In Phoenix gab es zwar Pubs aber wir hatten definitiv andere Sorgen...

Das war also drei mal knapp daneben und dann doch vorbei und dieses Mal wollte ich, nachdem ich schon zwei irische Pubs in Florenz gesichtet hatte, gerne eben hier in einen solchen gehen!
Und aus Bequemlichkeitsgründen entscheiden wir uns für den, der weniger als 300m entfernt von unserem Hotel liegt. Erstens haben wir dann einen kurzen Heimweg und zweitens dürfte dieser jetzt noch nicht so überfüllt sein, da er sich in einer kleinen Gasse befindet. Der Pub hier am Dom platzt jedenfalls aus allen Nähten – klar!
Unser Dublin Pub um die Ecke hingegen ist fast leer und wir fragen sogar erstmal ob wir überhaupt rein dürfen, denn sie sind gerade erst am Dekorieren. Schnell stellt sich aber heraus, dass sie das einfach so während des normalen Geschäfts machen. Der Pub hat ganz normal geöffnet. Wir entscheiden uns gegen ein Essen und für leckeres Bier. Phil trinkt Guinness, welches ich bekanntermaßen nicht mag, und ich trinke nicht-irisches Newcastle, welches ich erst hier kennen aber auch lieben lerne! Wir bleiben doch eine ganze Weile und bald ist die Hütte bumsvoll! Von Rockmusik wird nun auf irische Trällermusik umgestellt (mir gefällt beides) und man wähnt sich doch bald auf der Irischen Insel und gar nicht mehr in mediterranen Gefilden...

Der Hunger aber treibt uns irgendwann doch weiter. Und da wir wissen, dass es auf dem wirklich kurzen Weg zum Hotel noch unzählige Restaurants gibt, entscheiden wir uns gegen ein Essen im Pub. Wir haben unseren Wunsch-Pflicht-Part für die Iren getan. Jetzt wird’s wieder italienisch!
Nach 100 Metern stolpern wir in die Trattoria Cornelius und verlieben uns auf Anhieb in die coole Butze, die sehr individuell und bunt eingerichtet ist. Hinzu kommt hervorragendes Personal, das auch in dem völlig ausgebuchten Saal den Überblick behält und dann: das Essen! So - der Klassiker: Phil Pizza und ich Spaghetti! Und zwar die weltbesten Spaghetti! Wir werden defintiv wieder kommen!
Dublin und Cornelius! Ihr habt alles entschädigt was heute nicht optimal gelaufen ist!!
20.00Uhr
Zeit für´s Zimmer.
Sonntag 18. März 2018
Day Four of our Trip to Florence! Let´s go to very famous places! ♥

07.00Uhr
Heute vor einer Woche haben wir eine Toskanarundfahrt gebucht, weswegen wir heute diesen Wecker zu dieser unchristlichen Zeit (gemessen an der Tatsache, dass wir Urlaub haben) benötigen.
08.00Uhr
Es sind nicht mal anderthalb Kilometer Fußweg bis zu unserem Treffpunkt in einer halben Stunde aber wir wollen wirklich sicher gehen, dass wir diesen pünktlich erreichen und vor allem finden.
Am Santa Maria Novella führt die Via Luigi Alamanni vorbei. Von dort zweigen wir wenig später in eine andere Straße ab, auf der wir zur Hauptstraße gelangen. Nur einmal links abbiegen, dann kommt irgendwann der Treffpunkt, grob an der Station Porta Al Prato.
Wir finden uns exakt an der beschriebenen Straßenkreuzung ein aber weit und breit ist niemand zu sehen. Da ich in den Bewertungen aber gelesen hatte, dass in der Off Season (oder sogar in der Hauptsaison) manchmal Touren sehr privat, nur für 2 Teilnehmer, stattgefunden haben, irritiert mich das nicht weiter, zu keiner größeren Gruppe zu stoßen.
HA! Weit gefehlt! Irgendwann winkt uns ein Mann aus einem abgeschlossenen Restaurantbereich, einem Restaurantgarten, auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu sich. Dort sind sie: Die Busladungen Toskana-Touristen!!
Wir werden mit einem blauen Punkt beklebt, der darstellt, auf welche Tour wir gehen, da jetzt offenbar verschiedene Ausflüge starten, und dann dauert es nur wenige Minuten bis es los geht!
08.45Uhr
Ok das war nichts mit zu zweit und privat. Wir sitzen in einem sehr großen und komfortablen Bus, der aber voll besetzt ist. Ich habe die Plätze am hinteren Einstieg ergattert, dort kann man immer noch ganz gut sehen, wenn es schon mit der ersten Reihe nicht geklappt hat.
Im Eingangsbereich hält sich auch ein merkwürdiger junger Mann auf. So allein ist er bestimmt kein Teilnehmer. Nachdem sich die Reiseführer vorgestellt haben, ist aber auch klar, dass er kein Guide ist. Er schwitzt in Strömen und strahlt einfach nur Unbehagen aus. Seiner Nervosität entnehmen wir im Nachhinein, dass er vermutlich auf eine Gelegenheit gewartet hat, verstautes Handgepäck abgreifen und damit flüchten zu können aber er verlässt den Bus vor Abfahrt unverrichteter Dinge... Man muss einfach überall auf der Hut sein!
Wir beide sind jedenfalls die einzigen Deutschen an Bord. Die Tour sollte dreisprachig stattfinden: Portugiesisch, Englisch und Deutsch. Wenn nicht genug Deutsche an Bord sind, fällt die Sprache weg. So wurde es klar bei Buchung angegeben. Nun ist es aber so, dass die freundliche Führerin alles einmal auf Englisch und alles einmal auf Spanisch (nix Portugiesisch) erzählt und ihre männliche Begleitung, der Simone (auch so ausgesprochen wie unser deutscher Frauenname), zwischendurch immer zu uns nach hinten geturnt kommt um noch einmal zu übersetzen. Anfangs ist uns das unangenehm weil wir doch das Englische verstehen, Simones Deutsch hingegen stark ausbaufähig ist, was bedeutet, dass er an Fragen oft scheitert bzw. auf etwas ganz anderes als die Frage antwortet...
Aber im Laufe des Tages gewöhnen wir uns daran. Allerdings stellt sich heraus, dass die freundliche Führerin auch ein paar Sätze Deutsch spricht – und ich ahne, dass sie vielleicht insgesamt ganz gut Deutsch kann. Mit den chinesischen Mädchen spricht sie sogar Chinesisch – sie sind völlig aus dem Häuschen und ich ehrlich gesagt auch. Respekt!
10.00Uhr
Ankunft San Gimignano. Es regnet.

Für den Ort, dem ich ein kleines bisschen entgegen gefiebert hatte, sind zwei Stunden Freizeit vorgesehen. Ich wusste, dass wir hier keine Führung im Ort haben würden, bin aber trotzdem ein kleines bisschen enttäuscht, dass sich die Infos auf wenige Eckdaten im Bus beschränken, wo nichts bei rum kam, was ich nicht auch schon wusste:
kleine Bilderbuchstadt, umgeben von Mauern aus dem 13. Jahrhundert, geprägt von mittelalterlichen Häusern und Türmen, es gibt auch einen Dom
Das sind die Eckdaten zu San Gimignano und doch kann man sich darunter eigentlich nichts vorstellen, jedenfalls nicht das, was es wirklich ist. Nämlich sagenhaft schön.
Vor wenigen Jahren fuhr ich mit Papa von Madrid aus nach Toledo. Und Toledo wird auch niemals zu toppen sein. Aber San Gimignano ist verdammt nah dran! Und zwar optisch. Natürlich ist der Stil hier ein völlig anderer aber man kann es sich, wie in Toledo, ein bisschen wie eine Filmkulisse vorstellen. Sehr unwirklich einfach. Das sind filmreife Straßen, Gassen, Gebäude!

Alles andere als filmreif ist aber das Wetter. Der Regen hört und hört nicht auf und schon nach dem kurzen Fußweg zum Dom, der natürlich wieder Eintritt kosten würde, kehren wir an der Piazza Del Duomo in die Bar Le Torri ein und wärmen uns an due Cappuccini auf! ♥ Ich bleibe dabei: Kaffee können die Italiener nicht. Aber die Wärme, die die Getränke jetzt spenden sind von unschätzbarem Wert.
Ohne Plan, weder Stadtplan noch im Kopf erstellten Plan, schreiten wir aber irgendwann weiter durch den Ort und erkunden im anhaltenden Regen die verwinkelten Gassen. In erster Linie ist es kalt und Fotografieren macht bei solchen Bedingungen auch einfach keinen Spaß, sodass ich von dem Ort in der Tat gar nicht so furchtbar viele Bilder habe!
Sehr früh beschließen wir langsam Richtung Treffpunkt zurück zu bummeln, mittlerweile dürften alle Souvenirshops offen sein, also durchstreifen wir sie, wobei wir aber nicht fündig werden. So richtig Shoppinglust will aber auch nicht aufkommen!

Direkt am Treffpunkt gehen wir in ein anderes Café um uns aufzuwärmen und die Zeit zu überbrücken. Zwischen offen stehender Eingangstür, offen stehendem Verkaufsfenster und dem Kühlschrank für Kaltgetränke ist das mit dem Aufwärmen aber auch nur arg bedingt möglich. Zeit und Anlass für mich, die Wollsocken überzustreifen, die ich dabei habe falls ich nasse Füße bekommen sollte. Nun sind sie kalt, nicht nass, ist auch ein Grund!
12.00Uhr
Wie auch wir sind viele überpünktlich am Treffpunkt gewesen. Dieser befindet sich genau vor dem Café, in dem wir Platz genommen hatten.
Fazit:
Im Sommer ist San Gimignano sicher reizvoll und zwei Stunden Freizeit womöglich ideal. Aber bei Kälte, Wind und Regen ist das deutlich zu viel Zeit, denn die Motivation ist sehr gering, ziellos umher zu bummeln! Ansonsten, wie gesagt, ein wirklich schnuckeliger Ort!
Alle Fotos von San Gimignano findest du: HIER.

Der nächste Programmpunkt ist ca. eine halbe Stunde Fahrt entfernt. Die freundliche Führerin gibt immer und ständig Infos, wie es weiter geht, wie lange wir dorthin brauchen, was uns dort erwartet. Das finde ich sehr vorbildlich und gestaltet den sonst recht anstrengenden Tag sehr viel angenehmer.
Die Familie Mazzarini betreibt seit 1988 ein Weingut in der Chianti-Region. Hier erwartet uns eine kleine Weinprobe und ein Mittagessen. Ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, dass wir durch wunderschönes Weinanbaugebiet fahren, dass sich malerische Motive ergeben,... aber wenn man ehrlich ist, geben das weder Wetter noch Jahreszeit her. Im März findet nunmal eher keine Weinlese statt! ![]()
Auf jeden Fall sind wir froh und glücklich, hier Schutz vor dem Regen zu finden. Kalt ist es in den Räumlichkeiten zwar immer noch aber man präsentiert und reicht uns ein paar schmackhafte Tropfen samt Snacks und später ein feines Pastagericht, sodass wir dennoch sehr zufrieden sind.

Wir sitzen mit unserer riesigen Gruppe an zwei sehr langen Tischen. Phil und ich sitzen nebeneinander. Uns gegenüber hat niemand Platz genommen. Aber links von uns: ein mittelaltes spanisches Ehepaar. Rechts von uns: zwei Mädels aus New Jersey. Das spiegelt wider, wie bunt-international unsere Gruppe doch ist! Neben Rumänen konnten wir im Laufe der Zeit zum Beispiel sogar noch Brasilianer ausmachen.
Die Weinkellerei ist extrem modern und gefällt uns auch optisch. Kaufen wollen wir allerdings nichts, da sämtliche Produkte, auch abseits von Wein, extrem teuer sind. Das haben wir in Florenz schon zu ganz anderen Preise gesehen. Morgen will ich nochmal in die Markthalle!
14.00Uhr
Wieder beginnt eine ca. 30-minütige Fahrt. Es geht jetzt nach Siena. Eigentlich wäre dort das Ende unserer Toskana-Tour gewesen aber die letzten beiden Programmpunkte wurden kurzerhand getauscht weil in Siena am Abend noch ein Duathlon stattfinden soll. Viel Spaß bei dem Wetter! Denn es gießt nach wie vor und schon lange ist uns klar, dass sich das heute auch nicht mehr ändern wird...

Bereits im Bus verteilt man kleine Radios, die natürlich keine sind, aber von der freundlichen Führerin so genannt werden. In Siena erfüllen sie den Zweck, die Stadtführerin, die in ein extra Mikro spricht, darüber gut hören zu können, selbst wenn sie 100m entfernt geht. Die Stadtführung dauert etwa eine Stunde, beginnend am Treffpunkt, wo wir uns anschließend alle wieder versammeln werden und endet am Dom. Dazwischen liegt ein weiteres kleines „Toledo“.
Denn auch Siena ist eine Bilderbuchstadt, nur dieses Mal ein bisschen größer und nicht so verschlafen, denn man merkt, dass hier auch Menschen wohnen und nicht nur Touristen umherziehen.
Weltberühmt ist Siena zum einen weil es ein Zentrum der Gotik ist aber zum anderen wegen eines großen Events, das jeden Sommer zweimal stattfindet und so auf der Welt vermutlich einzigartig ist: PALIO.
Palio ist das härteste Pferderennen der Welt und geht drei mal rund um die Piazza del Campo, findet aber wohl auch in anderen italienischen Städten statt.

Vor dem Rennen findet immer ein historischer Umzug statt, alle sind in mittelalterliche Kostüme gekleidet und die Teilnehmer werden per Los entschieden. Das Spektakel dauert keine zwei Minuten und das spannende ist, dass keine Sättel erlaubt sind. Aber selbst wenn ein Reiter runterfällt, kann sein Pferd noch gewinnen. So etwas ist auch schon vorgekommen.
Die Piazza del Campo ist entsprechend groß, es ist der Hauptplatz der Stadt und dort halten wir uns nach der Stadtführung auch in erster Linie auf. Wir trinken wieder grottenschlechten und überteuerten Kaffee und schlagen die Zeit tot. Denn auch in Siena haben wir wieder ungefähr zwei Stunden Freizeit, was bei Regen und Kälte absolut keinen Sinn macht. Aber der Gipfel ist, dass mir seit gestern mein rechter Fuß unglaublich weh tut und jetzt hier in Siena habe ich regelmäßig das Gefühl, dass ich gleich keinen Schritt mehr tun kann...
Fazit:
Siena ist eine echte Perle, alles ist verwinkelt, klein, niedlich und für Autos gesperrt. Bei schönem Wetter kann man sich viel ansehen, viel fotografieren oder wunderbar shoppen gehen. Gegen Gebühr (…) kann man sogar den überwältigenden Dom von innen besichtigen.
Alle Fotos von Siena findest du: HIER.
Ein Besuch von Siena ist für Toskana-Reisende somit empfehlenswert. Wer, wie wir, sein Basislager in Florenz aufschlägt, kann von dort aus auch einen Ausflug mit der Bahn (ca. 90 Minuten ohne Umsteigen) nach Siena machen – was ich sinniger finde, als nach Pisa zu fahren, das Thema hatten wir ja gestern...
18.00Uhr
Wir fahren zu unserem letzten Tages-Programmpunkt. Die malerische und majestätische Burg von Monteriggioni liegt wieder etwa eine halbe Stunde entfernt und länger halten wir uns schlussendlich dann vor Ort auch nicht auf.
So richtig weiß ich gar nicht warum wir hier her gekommen sind. Die kleine Burg, wenn man so will, sieht toll aus und ist von Weinbergen umgeben. Problem: Es ist mittlerweile spät und dämmert sehr stark. Dennoch bemühen wir uns den Fußweg hinauf, besichtigen den dortigen großen Platz und machen hier und da ein Foto. Aber so wirklich und richtig erschließt sich uns nicht der Sinn, was wir hier sollen... Ich finde es ist ein klassisches Mietwagenziel. Tagsüber mal hinfahren. Die Burg auf ihren Mauern umrunden (denn das wird angeboten), nett essen, etwas verweilen, wieder fahren.
Etwa 1h15 soll die Rückfahrt dauern. Diese Zeit verdoppelt sich aber fast als nicht weit vor uns ein Unfall geschieht und wir über eine Stunde stillstehen. Damit ist ein Besuch bei Cornelius dann heute gestorben, denn wir sind so müde und erschöpft, dass wir locker ohne Abendessen auskommen. Wir, vor allem ich, wollen einfach nur noch in die Horizontale, insbesondere mein Fuß! Langsam bin ich daher extrem genervt und müde. Der lange und kalte Tag steckt einem in den Knochen!
Alle Fotos von der Weinprobe und Monteriggioni findest du: HIER.
Am anfänglichen Treffpunkt in Florenz angekommen, nehmen wir die Tram für eine Station von Porta Al Prato nach Santa Maria Novella, denn ich bin nicht bereit noch einen Schritt mehr als nötig zu humpeln.
Bald darauf unter der heißen Dusche sieht die Welt natürlich schon wieder anders aus und ich ziehe einen Strich unter den heutigen Tag: Ich fand die Tour ausgesprochen schön, für das Wetter kann schließlich niemand etwas.
Montag 19. März 2018
Day Five of our Trip to Florence! Let´s have a break! ♥
09.00Uhr
Im Verhältnis zu gestern ein angenehm spätes Frühstück. Viel später geht nur leider nicht, da die Frühstückszeit um 10Uhr endet.
10.00Uhr
Ja, heute wollen wir nach Bologna, aber vorher möchte ich noch in die Markthalle hier um die Ecke.
Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Klamottenladen vorbei, in dem wir Phil unbedingt eine neue Jacke kaufen wollen. Da es von dieser Kette in Pisa auch eine Filiale gab, wo ich einkaufen war, schaue ich mich auch hier noch etwas um und findet direkt auch zwei Jäckchen für mich.
Mit unserer Beute ziehen wir durch die Markthalle, wo ich ein paar Kleinigkeiten für zu Hause finde und anschließend bringen wir all die neuen Sachen ins Zimmer.
11.30Uhr
Wir machen uns langsam aber sicher startklar für Bologna. Ich freue mich riesig darauf aber alles wird für mich weiterhin getrübt weil ich nicht vernünftig laufen kann. Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen und sage nichts aber Belastung des Fußes fällt mir immer noch unheimlich schwer.
Am Bahnhof widmen wir uns dann doch mal den unterschiedlichen Automaten. Unser Ziel ist ungefähr 100km entfernt, somit noch ein Stückchen weiter als Pisa (wenn auch in eine andere Richtung). Dass ich für eine Strecke aber plötzlich 23€ bezahlen soll, wo Pisa 8,60€ one Way gekostet hat, erscheint mir ganz schön bitter und hatte ich vorab auch anders recherchiert. Noch dazu dauert die Fahrt viel, viel länger als geplant.
Eine Bahnmitarbeiterin spricht uns an und ich verstehe es so, dass wir einen Sparpreis hätten kaufen müssen und zwar vor dem heutigen Tag. Vielleicht. Ja. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall können wir so heute nicht nach Bologna fahren. Es geht schließlich schon auf 12Uhr zu und wir wollen nicht um Mitternacht zurück kommen, schon gar nicht für fast 50€ pro Person. Dafür wären wir ja nach Rom gekommen!
Tja, Bologna, das war´s mit uns. Aus der Traum! Irgendwie hatte ich mir das schon gedacht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Stadt würde ein Traum bleiben... Ich sehe es aber schnell positiv: Wie weit wäre ich mit meinem Fuß dort heute schon gekommen wenn wir mal ehrlich sind? Wenn wir jetzt in Florenz bleiben, dann bin ich in der Nähe vom Hotel und kann mir jederzeit eine Pause gönnen. Das ist doch auch was. Also los. Was tun?
Ich spanne wieder den Regenschirm auf und wir gehen wieder grob Richtung Innenstadt, dieses Mal auf uns noch unbekannten Pfaden. Gegenüber vom Bahnhof Santa Maria Novella liegt die gleichnamige Basilika an der gleichnamigen Piazza. Von dort aus suchen wir uns auf bekannten und unbekannten Wegen zurecht. Noch einmal an den Arno und am Arno entlang, durch Straßen und vorbei an Gebäuden, die wir teilweise Freitag schon gesehen haben und die wir teilweise noch nicht kennen.
13.15Uhr
Was wir aber definitiv schon kennen: Das Hard Rock Café.
Und da ich noch einen Einkaufsauftrag dort habe und eigentlich auch selbst gern noch ein Souvenir von dort hätte aus dieser schönen Stadt, kehren wir hier nach dem Einkauf gleich noch zum Essen ein. Phil bestellt den Texan Burger und ich die Parmesan Pommes und meinen geliebten Caesar Salad. Wieder zwei Sides. Veggie, bitte. Denn es gibt den Caesar Salad oft auch mit Chicken.

Unser freundlicher Kellner ist der erste gütige Mensch, der mich dann endlich mal darauf hinweist, dass ein Caesar Salad auch ohne Chicken noch nicht Veggie ist, da die typische Caesar Salad Sauce im Originalrezept weltweit Anchovies beinhaltet! - Der Schock sitzt. Fishy stuff, hat er es genannt. Ich hab es bereits mehrfach gegoogelt und es stimmt. Pfui.
Dann eben einen House Salad. Ohne Tomaten bitte.
Wieder verbringen wir einen äußerst angenehmen Aufenthalt in einem wirkich sehr schönen Hard Rock Café. Und anschließend schlendern wir über verregnete aber gewollte Umwege langsam wieder zurück zum Hotel, wo wir uns den gesamten Nachmittag über aufhalten, und das gern. Das beweist wenigstens, dass wir a) heute alles richtig gemacht haben mit bzw. vielmehr ohne Bologna und, dass wir b) ein wirklich schönes Hotel haben!

18.30Uhr
Wenn schon nicht gestern, dann wenigstens heute: Eine Wiederholung bei Cornelius. Heute bedient uns ein anderer Cornelius aber der ist auch sehr nett und eifrig, wir sind aber auch die ersten und eine zeitlang einzigen Gäste. Als wir später gehen sieht das schon ganz anders aus.
Philipp bestellt einen griechischen Salat (italienischen hatten sie nicht) und ich endlich mal eine Pizza, welche wirklich großartig ist! Lag also nicht am Pub-Bier, dass es uns bei Cornelius so gut gefallen hatte! Morgen müssen wir unbedingt nochmal herkommen, ist dann schließlich schon unser letzter Abend.
19.30Uhr
Feierabend.
Dienstag 20. März 2018
Day Six of our Trip to Florence! Let´s go to a very beautiful place! ♥

08.30Uhr
Keine Überraschung, dass wir heute wieder einen Wecker gebraucht hatten, denn wir sind bereits jetzt, zu so früher Stunde, auf dem Weg zum Santa Maria Novella (Bahnhof).
Am Schalter, an dem wir (wie vor ein paar Tagen vermutet) vorab eine Nummer ziehen mussten, werden wir sehr schnell bedient, denn heute ist es nicht so voll. 15€ kostet das Return Ticket pro Person: Es geht nach Lucca.
Lucca ist ähnlich weit weg wie Pisa, hoffentlich aber ein bisschen schöner. Es ist ein historisches Städtchen und soll auch wieder sehr bilderbuchhaft sein.
Unser Zug fährt jedenfalls pünktlich. Was hier in Italien auch normal zu sein scheint. Von Gleis 7 startet unsere Bahn nach Viareggio und wir entwerten vorher noch unser Ticket an einem Stempelautomaten am Gleis. Das haben wir mittlerweile auch gelernt.

09.00Uhr
Die Fahrt dauert keine anderthalb Stunden und die vorbeiziehende Landschaft ist sehr pittoresk. Die Sonne lacht. Richtung Norden sieht man oftmals Berge, teilweise sind sie schneebedeckt. Ein hübscher Kontrast und ein angenehmer Zeitvertreib.
In Lucca haben wir sogar ein konkretes Ziel obwohl man das dort eigentlich gar nicht haben kann. Der Ort hat keinen Schiefen Turm und auch keine Ponte Vecchio – sprich: es gibt keine Sehenswürdigkeiten, die bekannt sind und wegen derer man konkret extra her kommt.
Mehr ist es das Gesamtbild wieso man nach Lucca kommt, ähnlich San Gimignano und Siena. Einfach das Flair, die -gewissermaßen- Authenzität eines italienischen Ortes oder Städtchens.
Wir aber sind verabredet!! Meine Freundin Sarah, mit der ich vor ziemlich genau zehn Jahren schon nach Venedig gereist bin, verbringt ihre Osterferien, wie so oft an der italienischen Mittelmeerküste, in ähnlicher Entfernung zu Lucca, wie wir. Nur eben in die entgegen gesetzte Richtung. Mit Hund und Mann hat auch sie sich heute auf den Weg nach Lucca gemacht.

11.45Uhr
Tatsächlich gelingt uns ein Treffen unweit des Doms, nachdem wir schon ein paar Gassen durchstreift haben. Phil und ich trinken einen Kaffee draußen im Café Del Duomo und die beiden (oder die drei) finden uns sehr bald auf meine Wegbeschreibung hin.
Gemeinsam bummeln auch wir noch etwas durch die filmreifen Gässchen – es macht hier einfach keinen Sinn, sich einzbilden, man könne mit einem Stadtplan und einer Art System den Ort sinnvoll ablaufen... Lucca hat einfach nur Charme und sollte ziellos erlaufen werden. So in der Art handhaben wir es daher auch.
Das Wetter ist uns hold, viele Menschen gehen shoppen, einige mieten sich Räder und umrunden die Stadt, etliche suchen das beste Gelato der Welt. Wir: begeben uns auf die Stadtmauer, die die Stadt vollständig umgibt und so insgesamt 4km unverstellten Weg bietet. Ideal für einen ausgiebigen Hundespaziergang!
Die Männer haben Hunger – uns ist es auch recht, demnächst irgendwo einzukehren. Was folgt ist der klassische Fehler, den wir diese Woche zum mindestens dritten Mal begehen: Am Platz der Plätze, der Piazza Napoleone, wo dann doch so ziemlich jeder Tourist vorbei kommt, lassen wir uns nieder. Die Bar Lippi ist ein Restaurant mit Sitzbereich draußen, was uns mit dem Hund sehr entgegen kommt. Das ist aber auch schon alles Schöne.
Hinterher ist man immer klüger: Bei Trip Advisor belegt diese Lokalität Platz 460 von 487 von Restaurants in Lucca – das hätten wir vorher recherchieren sollen... Und können wir so auch unterschreiben! Denn: Es war wirkich nicht besonders toll: Pizza mit Plastik, Weingläser dreckig, die Lasagneportionen wirklich klein. Auf jeden Fall nicht weiterempfehlenswert. Da sind wir uns einig.
13.45Uhr
Dieses Mal sind wir einem nahegelegenen Trip Advisor Tipp gefolgt und befinden uns im Café Ristretto, welches auch wirklich sehr urig, sehr individuell und sehr, sehr günstig ist. Es gefällt uns hier ausgesprochen gut – dem Hund auch. So verweilen wir noch ein Stündchen bevor sich unsere Wege, nicht sofort, aber demnächst wieder trennen.
Das war unterm Strich ein ganz herrlicher und vor allem regenloser letzter Tag in Italien. Einen besseren Abschluss als gute Freunde in so einer Kulisse zu treffen, gibt es wohl kaum.
Die Drei bleiben noch etwas, sie haben den Parkplatz für den ganzen Tag bezahlt. Aber wir nehmen den Zug um 15.30Uhr, denn es gibt nicht viele Verbindungen, die weniger als anderthalb Stunden für die Strecke brauchen und den Abend wollen wir in Florenz schon noch in Ruhe für uns haben.

Als wir dort ankommen gönnen wir uns zunächst auch nochmal eine Auszeit auf dem Zimmer bevor wir uns wieder in den Trubel stürzen.
Alle Fotos von Lucca findest du: HIER.
18.30Uhr
Jetzt ist es an der Zeit, den letzten Abend einzuläuten. Auf dem Weg zu Cornelius erspäht mein Mann aber noch einen Klamottenladen direkt um die Ecke unseres Hotels, in dem ich dann gleich noch einmal zulange, sodass ich doch noch einmal alles hoch ins Zimmer bringe bevor wir essen gehen.
19.00Uhr
Am dritten Abend bei Cornelius bedient uns mal Cornelia. Auch sie stellt uns mit ihrem Service sehr zufrieden und die Wiederholung unserer Speisen vom ersten Besuch hier stellt sich auch als goldrichtig heraus. Wieder sind wir die ersten. Erst als wir gehen sind zwei weitere Tische besetzt.
Aber wir gehen nicht direkt zurück ins Hotel, denn wir haben da noch einen Plan offen: Das I Camaldoni von Freitagabend! Hier hatte es uns so gut gefallen, hier wollten wir unbedingt nochmal hin.

Wir bestellen wieder eine Flasche Wein und obwohl wir so satt sind einen Dessert – für mich wieder die Käseplatte und für Phil eine Art Wurstplatte. Da wir von Cornelia aber gut abgefüttert worden waren, lassen wir uns hier unwahrscheinlich viel Zeit mit unseren Leckereien und den Abend in völliger Ruhe ausklingen.
Florenz, wir haben uns wohl gefühlt! ♥
Italien, wir sind gespannt was du noch für uns auf Lager hast und wann wir uns entscheiden, weitere Ecken deines Stiefel´s zu erkunden! ♥
Mittwoch 21. März 2018
Day Seven of our Trip to Florence! Time to Say Goodbye! ♥

09.00Uhr
Das letzte Frühstück tut mir nicht weh. Für mich gab es jeden Morgen das Selbe. Ja, ich bin selbst Schuld aber ich wollte wenigstens morgens so nah wie möglich an „Zuckerfrei“ bleiben und das hat auch recht gut geklappt. Immerhin.
Anschließend packen wir und nutzen unser Zimmer bis zur maximalen Check Out Time um gerade mal elf. An der Rezeption müssen wir dann noch 48€ City Tax zahlen, was ich viel finde aber leider üblich ist. Dafür erlässt man uns die beiden Flaschen Wasser aus der Mini Bar, die wir am letzten Abend entnommen haben.
Heute strahlt Florenz wieder. Als wir unsere Koffer zum Busbahnhof neben dem Santa Maria Novella (Bahnhof) zerren, scheint die Sonne. So begleiten uns nicht die Regenschirmverkäufer wie bei unserer Ankunft sondern Sonnenbrillenverkäufer. Man ist hier flexibel.
11.30Uhr
Jede halbe Stunde fährt der Bus zum Flughafen und auch unserer ist wieder proppevoll. Wenigstens sitzen wir und unser Gepäck ist gut im dafür vorgesehenen Fach verstaut.
12.12Uhr
Busfahrt, Check In und unglaublich unfreundliche Sicherheitskontrollen liegen bereits hinter uns und wir sitzen im einzigen Restaurantbereich des Flughafens.
Dass „FLR“ nicht besonders groß ist, ließ sich bei Ankunft schon erahnen. Dass der Abflugbereich aber wirklich nur aus Sicherheitskontrollen, einem kleinen Duty Free und einem einzigen Restaurantbereich mit zwei Bistros bestehen würde, hatte ich so nicht geahnt. FLR ist wirklich deutlich kleiner als unser heimischer HAJ.
Hier im Restaurantbereich ist es phasenweise recht ruhig und leer, zwischendurch natürlich sehr stark besucht. Wir haben gute Plätze am Fenster und können Flugzeuge gucken. Zwischendurch geht auch mal das WLAN. Wir haben Bücher und Candy Crush.
13.30Uhr
Und nicht zuletzt gibt es noch eine letzte Pizza! Aber die ist leider nicht der Rede wert.
Und dann beschließen wir, zu den Gates zu gehen. Dazu braucht es nur ein Stockwerk in die Tiefe, wo sich wenige Gates und noch ungefähr drei Geschäfte mit Gepäckstücken und Sonnenbrillen befinden. Dort verweilen wir bis unser 30 Minuten verspäteter Flug starten soll.
Was mich betrifft, ich bin bestens damit beschäftigt, darüber nachzudenken, wer der Mann ist, der hinter uns sitzt, bis ich darauf komme und mich die weitere Zeit damit amüsiere, Mousse T zu beobachten. Ein einziger Mann nur spricht ihn für ein gemeinsames Selfie an.
Dieser Mann steigt dann auch später mit uns in die Swiss nach Zürich ein, Mousse T muss noch etwas warten, da die Lufthansa nach Frankfurt weit mehr Verspätung hat!

15.15Uhr
Wir sitzen. Unser Flieger ist kein Flugzeug sondern ein fliegender Bus. Die Bestuhlung mit 2-2 lässt einen dies assoziieren. Aber damit nicht genug. In einer Kurve auf dem Rollfeld stelle ich fest wie ultra kurz die Startbahn ist und, dass an ihrem Ende ein großer Berg aufragt. Das wird also steil! Wenn überhaupt.
Vergessen ist die komische Notausgangstür von Air Dolomiti. Jetzt habe ich erst richtig Angst! Zum Ersten Mal so richtig. Und das wo wir noch festen Boden unterm Hintern haben. Natürlich nicht mehr lange, denn Zürich wartet!
Der Start klappt. Ich schätze aber, es ist sehr windig. Oder liegt es an den Bergen? An allem? Vielleicht ist es auch der erste Flug unseres Piloten? Jeder hat mal angefangen! Muss so sein. Denn die erste Zeit ist es wirklich sehr schaukelig, von links nach rechts, von oben nach unten, wahrscheinlich insgesamt nur ein paar Minuten. Aber gefühlt.......... Gefühlt möchte ich diesen Sommer gerne Urlaub in Bayern machen! Mit der Bahn! Wirklich.

Nach einer guten Stunde landen wir sehr sanft in Zürich. Vielleicht doch nicht der erste Flug des Piloten. Oder der Co-Pilot hat übernommen. Wie auch immer. Zürich begrüßt uns mit Sonnenschein und einer umliegenden Landschaft, die Lust auf mehr Schweiz macht! Auf dem Flughafengelände selbst sehen wir eine Air Berlin-Maschine stehen – nostalgische Gefühle schwappen kurz herauf...
Die Preise am Flughafen in Zürich allerdings machen dann weniger Lust auf einen Urlaub in der Schweiz. Mir ist zwar klar, dass hier die Kombi „Schweizer Preise“ und „Flughafen“ dafür sorgt, dass es ganz besonders teuer ist, aber ich habe nicht wirklich die Hoffnung, dass es außerhalb des Flughafens dann so viel günstiger wird. Nein, es ist wirklich alles ausgesprochen teuer, sodass ich mich gegen etwas zu essen entscheide, obwohl ich wirklich Hunger habe.
Wir begeben uns zum Gate, lesen ein bisschen und pünktlich zum fast romantischen Sonnenuntergang heben wir ab mit unserem Heimatflieger nach Hannover... ♥

Vom heimischen Bahnhof transferiert Papa uns nach 22Uhr nach Hause.
Wir sind erschöpft. Aber glücklich.
♥
Alle Fotos von Florenz findest du: HIER.