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Nürnberg 2018


Nur etwas mehr als einen Monat im Voraus konnten wir endlich unsere Bayern-Reise 2018 festzurren! Nachdem wir letztes Jahr im Mai in Regensburg Blut geleckt hatten, wollten wir unbedingt bald wieder unsere dortigen Freunde besuchen und zwar im Idealfall auch noch einen anderen, uns unbekannten, Ort des Bundeslandes kennen lernen.

Unsere Wahl fiel wie selbstverständlich auf Nürnberg, wo unsere Freunde vor Beginn Ihrer Regensburg-Zeit gelebt hatten. Das wollten wir uns, wenn auch ohne die beiden, auf jeden Fall ansehen. Eine Nacht, und somit nur ein einziger Tag, musste dafür reichen.

Wir buchten die Bahnfahrt für den Samstagnachmittag, da ich bis 13Uhr noch arbeiten musste. Natürlich ergibt das aus Niedersachsen zwangsweise eine halbwegs späte Ankunft in Nürnberg aber der Sonntag würde dort bestimmt dennoch schön werden!
 

Everything you do is based on the choices you make” – Wayne Dyer

 

Samstag / 25.08.2018

 

Ankunft in Nürnberg und ein erster Eindruck


Gegen 20Uhr erreichen wir mit der Bahn unser heutiges Ziel. Keine 24 Stunden werden wir in Nürnberg verbringen, es ist nur die Zwischenstation auf unserem Weg zu unseren Freunden in Regensburg, die wir zuletzt vor über einem Jahr besucht haben. Es liegen viereinhalb Stunden Bahnfahrt hinter uns, zwei Mal hatten wir umsteigen müssen nachdem Mama Philipp und mich zum Peiner Bahnhof gebracht hatte: In Hannover und in Würzburg.

 

Der erste Eindruck ist sehr schwierig zu beschreiben. Unterwegs hatte einerseits die Sonne geschienen kurz vor Nürnberg aber andererseits war der Himmel teilweise tiefschwarz, sodass ein ganz besonderes Licht und eine ganz besondere Stimmung entstanden war. Jetzt in Nürnberg selbst wird es auch schon relativ dunkel aber an vielen Stellen ist der Himmel dramatisch rosa oder pink verfärbt.

 

Wir haben keinen weiten Weg zum Ibis Hotel Nürnberg Hauptbahnhof, nur ein kleines Stückchen die Straße Königstorgraben hoch und dann auf der rechten Seite. Wir werden freundlich eingecheckt, unser Zimmer ist geräumig aber das Badezimmer nicht so sauber wie es sein sollte. Trotzdem: Wir haben nur für eine Nacht gebucht und ansonsten ist alles in Ordnung.

 

Unser einziger Abend in Nürnberg

 

Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer abgestellt haben, begeben wir uns auf Wunsch eines einzelnen Herren noch auf Essenssuche. Es ist schon recht spät und ich bin müde, war ich doch gestern erst von Norwegenkreuzfahrt zurückgekehrt! Deshalb nehmen wir fast das erstbeste, das die Königstraße zu bieten hat: Gasthaus Pillhofer mit zünftiger bayrischer Küche. Auch ich lasse mich noch zu einer Portion Käsespätzle hinreißen. Leider versalzen. Trotzdem gefällt uns der Besuch hier. So schön bayrisch.




 

Sonntag / 26.08.2018

 

Frühstück

 

09.30Uhr. Für ein 2-Sterne-Hotel ist das Frühstück sehr umfangreich. Das kenne ich aber schon von Ibis. Der Frühstücksraum ist außerdem recht leer. Wir machen es uns gemütlich, lassen uns Zeit, haben Ausblick auf die viel befahrene Straße vor dem Hotel.

 

Unser Stadtspaziergang (durchaus zum Nachahmen)

 

10.30Uhr. Wir brechen auf. Wieder ist unser erstes Ziel die Königstraße. Den Stadtspaziergang den wir jetzt unternehmen, hatte ich mir zu etwa der Hälfte zu Hause schon so überlegt gehabt, nachdem ich Google Maps und ein paar Reiseblogs durchkämmt hatte.

 

Der erste Blickfang ist die Lorenzkirche am Lorenzer Platz. Leider gerade nicht begehbar weil ein Gottesdienst stattfindet. Für Sonntag Vormittag nicht verwunderlich.

 

Wir schlendern weiter und entdecken zeitnah einen Starbucks, wo wir direkt eine sehr ausgiebige Kaffeepause einlegen. Das Frühstück ist zwar wahrlich noch nicht lange her und der zurückgelegte Weg mit etwa einem Kilometer auch absolut nicht weit. Eigentlich ist das Päuschen hier also überflüssig. Aber wir haben so viel Zeit, mögen so gerne das Flair (und WLAN) der Kaffeekette und sind hier auch wirklich in einer sehr schönen Filiale gelandet. Also warum nicht?



 

Aus dem Starbucks einmal lang hingeschlagen befindet man sich auf dem Hauptmarkt mit der Frauenkirche. Hier ist es jetzt auch ein wenig trubeliger. Mag einerseits an der leicht fortgeschrittenen Uhrzeit liegen, andererseits daran, dass hier einer der Punkte ist, an dem Stadtrundfahrten beginnen. Uns hält hier aber nichts, abgesehen von einem Fotostopp, sodass wir direkt weiter gehen, die Burgstraße führt uns hoch zur Kaiserburg. Von hier oben haben wir einen schönen Ausblick auf die Stadt, bei diesem sonnigen Wetter sogar bis runter zum Nürnberger Volksfest.

 

Die Kaiserburg dürfte als Wahrzeichen zugleich die bekannteste und vermutlich meist besuchteste Sehenswürdigkeit von Nürnberg sein. Leider wurde sie im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt – so auch viele andere Teile der Altstadt. So sieht man zwischen vielen schmucken historischen Gebäuden auch viel Platte.

 

Hier in Nürnberg ist auf jeden Fall alles sehr nah beisammen. Deutlich näher als gedacht. So befindet sich das Albrecht-Dürer-Haus also fast schon um die Ecke. Der Maler wohnte dort fast 20 Jahre lang.

 

Die Albrecht-Dürer-Straße bringt uns aber wieder von hier weg. Unser einziges, richtiges Ziel, außer der Kaiserburg, ist die Weißgerbergasse. In einem der Reiseblogs meines Vertrauens war sie hoch gelobt worden, weshalb ich umso enttäuschter bin, wie kurz und unattraktiv sie auf mich wirkt. Sie ist wirklich nicht brilliant viel schöner als andere Ecken der Stadt, noch dazu weitaus unbelebter! Ich bin für einen Moment mächtig irritiert und enttäuscht!



 

An der Pegnitz entlang und über ihre Brücken, gelangen wir auf die Liebesinsel. Auch diese ist an anderen Wochentagen vielleicht attraktiver. Es gibt zwar ein paar frequentierte Cafés aber hauptsächlich sticht ins Auge, dass alle Geschäfte geschlossen haben, was auch nicht weiter verwundert, es ist ja immer noch Sonntag. Aber ein bisschen vermissen wir die Möglichkeit, bummeln zu gehen in irgendwelchen Läden.

 

Von hier aus sind wir sehr bald zurück an der Lorenzkirche, in der nun kein Gottesdienst mehr stattfindet. Wir könnten sie für 2€ Eintritt besuchen aber haben keine richtige Meinung dazu. Es ist gerade mal knapp 13Uhr und wir haben Nürnberg nun schon zu großen Teilen durchkämmt. Spontan wollen wir noch die südwestliche Ecke innerhalb der Stadtmauern, die die Innenstadt umgeben, erkunden. Über die wirklich nicht sehenswerte Brunnengasse gelangen wir zum Weißen Turm. Hier befindet sich ein sehr großer und interessanter Brunnen: Das Ehekarussel oder der Ehebrunnen besteht aus sozusagen mehreren Figurengruppen, die die verschiedenen Szenen (wie Freud und Leid) einer Ehe darstellen. Gestaltet wurde er von einem Braunschweiger! Wir meinen: Man kann sich den Brunnen ruhig einmal ansehen.

 

Um die Ecke befindet sich dann die evangelische St. Jakobskirche. Sie ist Station des fränkischen Jakobswegs, kostet keinen Eintritt und die Tür steht offen. Eine eindeutige Einladung für uns, uns drinnen einmal umzusehen. Es ist ein schöner Ort, kurz die Füße auszustrecken.

 

 

Als wir grob Richtung Bahnhof zurückgehen wollen, stellen wir fest, dass wir nun im Rotlichtbezirk der Stadt gelandet sind. Ich wusste gar nicht, dass es einen solchen in Nürnberg gibt. Wir kommen an etlichen Schaufenstern vorbei, in denen die Damen auf Kundschaft wartend sitzen. Es handelt sich um die Straße Frauentormauer – wir wechseln bei der nächsten Gelegenheit lieber auf die Straße Frauentorgraben, die sich außerhalb der Stadtmauer befindet aber parallel zur Frauentormauer auf der anderen Seite entlangführt. Erst auf Höhe des Germanischen Nationalmuseums wagen wir uns wieder ins „Innere“. Über den Kornmarkt gelangen wir zurück auf die Königstraße. Unserem Ausgangspunkt dieses Stadtspaziergangs.

 

14.00Uhr. Wir sitzen im Mondo. Ein Schnellrestaurant mit ausschließlich hypergesunden Speisen. Phil kann einen Lunch vertragen, ich ein kühles Wässerchen und einen Sitzplatz. Man kann es hier gut aushalten.

 

15.00Uhr. Unser im Ibis abgestelltes Gepäck haben wir zurück erhalten und wir machen uns ganz langsam auf den Weg zum Bahnhof, wo wir ein Bayernticket erwerben, mit dem wir per Bummelzug um 15.36Uhr nach Regensburg gelangen können.

 

Nürnberg hätten wir also abgehakt. Es war schon schön hier aber wir hatten doch mehr erwartet. Das eigentlich kleinere und etwas weniger touristische Regensburg hatte uns letztes Jahr so sehr geflasht, dass wir vielleicht eine ähnlicher Erwartungshaltung Nürnberg gegenüber hatten. Wir hatten hier nun einen schönen (halben) Tag heute, die Stadt hat uns gefallen aber der Funke ist definitiv nicht übergesprungen.

 

 

Man muss auch wissen, dass Nürnberg im zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, sodass man hier zwischen Fachwerk und Bilderbuchmotiven eben auch viele unattraktive alte Kästen findet, die so auch in Ostberlin stehen könnten. Dafür finde ich aber die Auswahl der Geschäfte unglaublich umfangreich, auch wenn heute alles geschlossen war. Außerdem mag ich die vielen bayrischen Gaststätten und das internationale Flair, zumal die Stadt unter anderem auch viele Asiaten und Amerikaner anzieht.

 

Einen Kurzaufenthalt, wie wir ihn gemacht haben, kann ich Nürnberg also abschließend empfehlen. Wer sich für die Vielzahl der Museen hier interessiert, ist natürlich auch noch deutlich besser dran als wir Museumsmuffel.

 

Alle meine Nürnberg-Bilder findest du übrigens HIER !!!