Hochsauerlandkreis und Kreis Soest
Unser elftägiger Sommerurlaub 2021 in Südwestfalen erfordert weder eine weite Anreise (ca. drei Autostunden) noch großartige Vorbereitung: Wanderschuhe und -stöcke sind essenziell, der Rest fügt sich!
Ein paar Worte vorweg
Vom 20.-30.07.2021 sind wir also in Arnsberg! Das Städtchen selbst ist uns dabei zweitrangig. Wir kommen her weil wir eine großartige Unterkunft gefunden haben: Die Country Lodge (!keine Werbung!) ist ein grüner Ruhepol, mitten im Wald- und Wandergebiet, und versprüht dazu noch jede Menge nordamerikanisches Flair! Genau das Richtige für uns!

Man wirbt hier mit dem Slogan „Der Luxus liegt im Einfachen…“ – was befürchten lassen könnte, dass es sich hier um sehr einfache Unterkünfte handelt… - dem ist mitnichten so!
Aber der Reihe nach.
Tag 1 – DI 20.07.21 – Ankunft in Arnsberg
Erst gegen 11.50 Uhr fahren wir auf die Autobahn auf weil wir ganz in Ruhe ausgeschlafen und fertig gepackt haben, wir wollten einfach endlich einmal ganz entspannt in den Urlaub starten und nicht extra früh aufstehen, nur um dann vor der Check In Zeit am Hotel einzutreffen und noch Zeit totschlagen zu müssen…
Entsprechend sind wir gegen 15 Uhr da und werden unwahrscheinlich herzlich empfangen. Die Inhaberin heißt uns Willkommen, plaudert angenehm mit uns, zeigt uns schon einmal den wunderschönen Frühstücksraum und erklärt das Wichtigste, bevor wir um die Ecke fahren dürfen zu unserem Zimmer Nr. 9 in einem separaten Blockhaus.
Hier ist übrigens wirklich alles aus Holz gebaut, und zwar in Eigenleistung der Betreiberfamilie! Entsprechend durchdacht ist alles angelegt und liebevoll eingerichtet.
Die Anlage am Berghang ist in erster Linie grün und weitläufig! Es ist ein ehemaliges belgisches Munitionsdepot, kaum zu glauben wenn man heute hier seinen Urlaub in einem idyllischen Landhotel auf Vier-Sterne-Niveau verbringt!
Klar ist: Unser Zimmer gefällt uns ausgesprochen gut. Ich fühle mich in der Tat nach Nordamerika versetzt, wir haben mehr als genug Platz, es ist rustikal und gleichzeitig modern, vor allem aber sauber und mit einer fantastischen, überdachten Terrasse samt Ausblick auf Arnsberg gesegnet. Keine Autos, kein Lärm, einfach nur Ruhe und Natur pur! …
Nachdem also klar ist, dass wir uns hier wohlfühlen werden, gönnen wir uns direkt einen Kaffee auf unserer Veranda, und strecken uns anschließend auf unserer mitgebrachten Sofadecke auf unserer Wiese aus, bevor wir überhaupt anfangen auszupacken!
Erst um 18 Uhr machen wir uns auf den Weg – aber wir verlassen die Anlage heute nicht mehr sondern speisen à la carte im hoteleigenen Restaurant, wo wir unheimlich idyllisch im kleinen Gärtchen sitzen. Und auch hier: ehrlich gemeinte Herzlichkeit, toller Service und vor allem grandioses Essen! Das hat zwar durchaus seinen Preis, ist aber irgendwie schon gerechtfertigt! Der perfekte erste Abend!
Und wo ist jetzt der Haken? Ich sagte ja: Natur pur! Das bedeutet, dass wir ab dem späten Abend das „Vergnügen“ haben, uns mit diversen Nagetiergeräuschen wie Trapsen und Tippeln und Fiepen herumzuschlagen… Aber ich nehme es vorweg: Ja, die ersten fünf Nächte werde ich ab und zu davon wach (und ekle mich durchaus), die nächsten fünf Nächte sind sie zum Glück endlich alle ausgeflogen.
Tag 2 - MI 21.07.21 – Von Wildblumen und Wildpferden: Soest und Umgebung

Ja, die erste Nacht war heftig gewesen, von 4 bis 6 Uhr hatte ich Mäuse-bedingt wach gelegen, um 8 Uhr hatten wir uns aber schon den Wecker gestellt… Ich bin erledigt!
Trotzdem brechen wir um 10.20 Uhr, nach unserem ersten Frühstück (natürlich auch grandios weil lecker, ruhig, ansehnlich, in Buffetform, plastikfrei und mit veganen Optionen), auf nach SOEST!
Die alte Hansestadt befindet sich rund 25km nördlich von unserer Lodge und wir erhoffen uns einen ausgedehnten Spaziergang auf der Stadtmauer, die die Altstadt fast vollständig umgibt. Dies ist in Europa beinahe einmalig: In Lucca, in der Toskana, ist die Altstadt ebenso komplett vom Wall umgeben, auf diesem spazierten wir im März 2018.
11 Uhr. Wir parken kostenlos auf dem Großparkplatz am Dasselwall und starten somit im Süden der Stadt auf dem Wall. Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn bis hoch in den Norden und erhaschen hier und da ein schönes Fotomotiv, in erster Linie freuen wir uns aber über die Sonne und Wärme und die vielen, vielen Wildblumen, die hier wachsen. Das war mir schon in der gesamten Umgebung aufgefallen, man setzt offenbar (endlich) auf Insektenunterstützung!
12 Uhr. Wir ordern Kaffee und Tee in einem Café beim Dom. Es dauert insgesamt eine Dreiviertelstunde aber immerhin sitzt man hier sehr nett.

13 Uhr. Wir kehren zum Mittagessen ein. Es gibt Spätzle bzw. Salat mit Lachs. Alles ein wenig lieblos aber wir werden satt.
14.30 Uhr. Wir sind ca. 4km nach Süden gefahren und parken im Körbecker Weg, bei Hiddingsen, kurz bevor man nicht mehr weiter fahren kann. Ab hier gehen wir zu Fuß: Das ehemalige Truppenübungsgelände Kleiberg ist heutzutage größtenteils wieder der Natur überlassen. Es gibt aber zwei Rundwege, von denen wir uns den östlichen Bogen (ca. 70 Minuten) aussuchen. Zu sehen sein sollen auf den großen, offenen Flächen (halb) wilde Pferde und Rinder, die dafür sorgen sollen, dass nicht alles zuwuchert!
Seit 2004 wird das Gelände nicht mehr militärisch genutzt und ist mittlerweile für seinen Artenreichtum, besonders an Amphibien, bekannt. Ansonsten gibt es natürlich in erster Linie unzählige Vogel- und Pflanzenarten.
Unser Rundweg ist anfangs wunderbar asphaltiert, schnurgerade und flach, es gibt auch Aussichtspunkte. Aber später wird es auch mal uneben, bewachsen, schmal und fast abenteuerlich. Da fehlt dann definitiv doch irgendwann die Beschilderung. Empfehlenswert ist es, zu Beginn die Karte mit den eingezeichneten Rundwegen abzufotografieren und im Zweifel zum Schluss auch Google Maps zu nutzen, denn es sind am Ende doch auch ein paar Wege zu nehmen, die man nicht unbedingt vermuten würde!
Und trotzdem: Dieser Rundweg, übrigens der kürzere von beiden, war die perfekte Ergänzung zu unserem Stadtbummel. Soest (und Umgebung) hat uns damit also einen idealen 1. Tag im Urlaub beschert!!
Die Wildpferde, samt Fohlen, haben wir übrigens gefunden. Die Rinder nicht.
Da es doch etwas heiß und schwül ist, decken wir uns nun nur noch mit ein paar Snacks vom Supermarkt ein und verbringen den restlichen Tag in unserem traumhaften Arnsberger Domizil!
Tag 3 - DO 22.07.21 – Sonnenschein am Sorpesee

Wir gehen es ruhig an. Nach dem Frühstück gibt es noch einen Kaffee auf unserer Terrasse und natürlich rufen wir (Schwieger-) Mama an um zum Geburtstag zu gratulieren!
10.15 Uhr. Am Parkplatz Sorpedamm stellen wir das Auto gebührenpflichtig ab. Wir wollen den Tag am Sorpesee verbringen! Seltsamerweise ist hier absolut nichts los. Nagut, es ist natürlich unter der Woche…
Der Sorpesee ist einer der größten Stauseeen in der Region. Und das bekommen wir zu spüren, denn wir gehen zu Fuß vom Nordende über die Ostseite zum Südende. Dafür benötigen wir über zwei Stunden und stellen auch fest: Wir sind beinahe die einzigen Spaziergänger, ansonsten sind hier nur Fahrradfahrer unterwegs! Verständlich bei einer so schön flachen Strecke!
Sowieso: Kein Wunder, dass der See einer der beliebtesten der Region ist. Zudem kann man hier ja nicht nur radeln und latschen sondern auch angeln, Boot fahren, (mini)golfen, campen, tauchen, baden, Bogenschießen und vieles mehr.
Zum Beispiel: Schiff fahren. Und genau das machen wir jetzt!!
12.30 Uhr. Vom Süd- zurück zum Nordende des Sees fahren wir, für 7€ pro Person, mit der MS Sorpesee (!keine Werbung!). 30 Minuten lang zieht die herrliche Waldlandschaft an uns vorbei und dann sind wir schon in der Kürze der Zeit am Ziel bzw. unserem ursprünglichen Ausgangspunkt! So haben wir doch noch jede Menge See gesehen, nachdem die Strecke zu Fuß oftmals eher durch waldiges Gebiet gegangen war, und gar nicht so sehr nah am See entlang.
Alle meine Bilder vom Sorpesee findest du hier.
Der nächste größere Ort beim Sorpesee ist Sundern. Das kann ich aber kurz halten, denn der Ort ist weder optisch attraktiv, noch gibt er gastronomisch, zum Einkaufen oder sonst irgendwie etwas her. Wir sind schnell wieder weg.
14.30 Uhr. Immer noch in Sundern aber nicht mehr im Zentrum sondern ca. fünf Fahrminuten entfernt. Im Internet habe ich nämlich ein Hof Café aufgetan und hier ist es, trotz Hauptstraße, sehr idyllisch, im Garten zu sitzen, und zwar bei Kaffee und Kuchen! Zwar verweilen wir hier ganze 70 Minuten weil die arme Frau ganz alleine Dienst hat und das Café völlig überrannt wird, aber wir haben schließlich Zeit und der liebe Hofhund holt sich auch regelmäßig seine Kraulerei bei uns und auch anderen Gästen ab.

20 Minuten fahren wir zurück zur Lodge und genießen den restlichen Tag in der Horizontalen auf unserer schönen Wiese.
Tag 4 – FR 23.07.21 – Wandern mit weiter Sicht: Rundweg zu den Jägerbänken
Ein kleiner sehnsüchtiger Rückblick zu Beginn des Tages: Heute vor zwei Jahren sind wir nach Schottland geflogen! Wir landeten in Inverness und fuhren für die erste Übernachtung an den „Nessie-See“... So einen schönen Urlaub hat man auch nicht alle Tage, so schön war die Zeit, die wir in Schottland verbracht haben! Und hier in Arnsberg und Umgebung werde ich, schon seit wir hier sind, ständig daran erinnert, denn einfach ü-ber-all blühen diese wunderbaren pinkfarbenen Blumen, deren Namen ich nicht kenne, die aber auch am Loch Ness wuchsen! Seufz……..
10.30 Uhr. Wir starten heute zu Fuß direkt von unserer Lodge aus auf einen 13km-Rundkurs aus unserer Wander-App aber auch auf Empfehlung und Erklärung hin von unserer Gastgeberin, die selbst Wander Guide für Gruppen ist.
Die Tour lässt sich super nachwandern:
Du startest am Arnsberger Waldfriedhof, den du auch per Bus erreichen kannst. Hier überquerst du die Sunderner Straße, sofern du nicht sowieso schon auf der westlichen Seite stehst.
Du folgst nun, über Stock und über Stein, dem auf den Kopf gestellten T und landest irgendwann auf dem Pfad W. Aber Achtung: Es gibt drei verschiedene Ws: Das weiße W auf schwarzem Grund, das grüne W auf weißem Grund, aber du suchst das weiße W auf grünem Grund!!
Es geht übrigens mehr bergauf als bergab aber die Kraxelei lohnt sich total! Du kommst durch tolle Waldgebiete, zwischendurch gibt es auch mal einen kühlen Bach zur Erfrischung, eine Bank mit Aussicht und letztlich natürlich die Jägerbänke, die dieser Rundtour ihren Namen geben, aber nicht weiter spektakulär sind, wir haben nicht mal ein Foto gemacht!
Wenn du fleißig dem W folgst, kommst du über den Ochsenkopf und früher oder später auch wieder hinunter an die Sunderner Straße, die du nun erneut überquerst und östlich davon weitergehst.

Hier geht es nun ein Weilchen fies bergauf und irgendwann gelangst du auch an den Punkt, Google Maps einzuschalten weil an einer Kreuzung nur anderthalb Wege erkennbar sind aber tatsächlich musst du den Hang hinauf, den ich als verwildert betrachte, Philipp aber erklimmt und oben so etwas wie einen Pfad samt Beschilderung findet. Allerdings ist dies hier auch die einzige knifflige Stelle und du bist jetzt schließlich vorgewarnt! Der Rest bis nach Arnsberg ergibt sich nahezu von selbst.
Insgesamt, mit nur zwei kurzen Pausen zum Trinken und Sonnencreme nachlegen, benötigen wir vier Stunden, was vermutlich ein guter Richtwert für diese Tour ist.
Den Rest des Tages verbringen wir auf unserer schönen Terrasse bzw. Wiese, das haben wir uns verdient! Da wir unterwegs kein Lunchpaket o.ä. gehabt hatten, fahren wir zwar noch mal kurz ein paar Snacks für ein frühes Abendessen holen, aber ansonsten dürfen wir uns nun ausstrecken!
Tag 5 – SA 24.07.21 – Spaßmaßnahmen am Samstag: Der Möhnesee
Welch Wetter! Heute ist es aber besonders schön! Eigentlich wie auch die Tage zuvor aber irgendwie strahlt die Sonne noch ein bisschen fröhlicher! Kein Wunder! Wir treffen heute noch vier Familienmitglieder, die uns für drei Tage besuchen kommen. Ein Drei-Generationen-Wochenende!
09.45 Uhr. Wir fahren zum Möhnesee, am Rande des Naturparks Arnsberger Wald, denn dort wollen wir die Herrschaften später treffen.

Es sind nur 18km Fahrt zum Parkplatz Möhneseeturm, also sind wir bald da. Auf dem 1km langen Fußweg hoch zum Turm erhalten wir auch schon den Anruf, dass wir uns in einer Stunde treffen können. Das passt also so ziemlich genau! Denn der Turm ist wirklich nur ein Aussichtsturm, da gibt es nichts weiter für uns zu sehen. Und genau genommen hat auch nur Philipp die Aussicht, denn ich spendiere ihm meine Maske und verzichte auf die vielen Treppen des Turms… Denn hier herrscht Maskenpflicht obwohl der Turm zu allen Seiten offen ist. Es gibt so viele Dinge, die ich nicht verstehe… Man darf es einfach nicht hinterfragen – und so gönne ich mir ein Päuschen auf der Bank am Fuße des Turms.
11.30 Uhr. Möhne-Staumauer. Das Bauwerk von 1912 staut die Möhne, die Heve und ein paar kleinere Bäche, und ist ein Besuchermagnet. Für uns aber auch ein Treffpunkt: „Meine Männer“ treffen uns hier nicht viel später und wir bummeln gemeinsam einmal über die Staumauer hin und zurück. Und auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Das Wetter ist der helle Wahnsinn! Aber was will man erwarten? Wenn Engel reisen…!
Unweit der Staumauer finden wir eine Art Beach Bar wo wir uns ein paar Getränke gönnen können. Dann ist es 14 Uhr und Zeit, für die vier angereisten Jungs, einzuchecken. Natürlich auch bei uns in der Lodge! Sie haben das Ferienhaus schräg gegenüber gebucht. Wie sich herausstellt: Wahrscheinlich das Penthouse der gesamten Anlage! Hier lässt sich wunderbar der Nachmittag auf der Terrasse bei Skat bzw. Rummikub vertrödeln…
19 Uhr. Wir haben im Hotelrestaurant reserviert für den heutigen Grillabend. Es gibt ein großartiges Salatbuffet und dazu vom Grill diverse Fleisch-, Fisch- und auch Veggie-Varianten! Schade, dass man nicht mehr als essen kann!
Der Abend tröpfelt beim Kartenspielen rasant dahin… Leider tröpfelt es auch etwas vom Himmel… Aber unsere Terrasse ist ja zum Glück teilüberdacht!
Alle meine Bilder vom Möhnsee findest du hier.
Tag 6 - SO 25.07.21 – Arnsberger Aussichten: ~19km Rundwanderung

09.10 Uhr. Abmarsch. Wir wollen rechtzeitig loslegen, denn die heutige Tour, die uns rund um die Stadt Arnsberg führt, wartet mit um die 20km auf uns!
Für die sogenannte Aussichtsroute hatten wir uns bereits im Vorhinein einstimmig entschieden und das Wetter spielt auch heute unwahrscheinlich gut mit!
Da die Lodge direkt am Wanderweg liegt, starten wir die Tour natürlich hier, im Süden von Arnsberg und nicht am „offiziellen“ Startpunkt, dem Hauptbahnhof, im Norden der Stadt. Da wir im Uhrzeigersinn gehen, geht es auch heute zunächst am Waldfriedhof längs und über die Sunderner Straße. Aber heute wird dem grünen W (auf weißem Grund) gefolgt!
Und tatsächlich gibt es auch keine wirklich kniffligen Stellen, der Weg ist überwiegend gut beschildert. Vor allem wenn man, wie wir, zu sechst unterwegs ist, kann wirklich immer mal jemand ein Stück vor gehen und schauen ob das nächste W auch da angebracht ist, wo man es erwartet.
Die Strecke ist, gerade hier im Südwesten, in erster Linie waldig und hügelig aber wirklich wunderschön. Zwischendurch gibt es tatsächlich kurz Punkte mit Aussicht auf Arnsberg und das erste kurze Päuschen legen wir auf den Bänken in der Ehmsenhütte ein.
Der vorgesehene Schlenker über den Römberg lohnt sich aussichtstechnisch übrigens total. Du solltest nach Möglichkeit nicht unmittelbar auf dem Kreuzweg bleiben sondern diesen kleinen Rundkurs ruhig noch mitnehmen!
Mit dem Kreuzweg, Kuhweg und der Wenniglöher Straße erwartet dich nun eine wunderbar lange bergab-Strecke, das ist mal eine angenehme Abwechslung und das auch auf ziemlich ebenem Untergrund ohne Wurzeln und Gestein. Du überquerst dann die Ruhr auf einem kleinen Weg, der auch durch den Kleingartenverein führt und gelangst über das Sträßchen Twiete zum Neumarkt, dem zentralen Punkt in Arnsberg. Hier gibt es allerdings nicht viel zu sehen und du solltest dich zunächst auch zu dem nächsten Highlight aufmachen, denn am Neumarkt kommst du anschließend noch einmal vorbei.
Das Ehmsendenkmal steht fast ein bisschen idyllisch in einem kleinen wäldlichen Gebiet am Rand der historischen Stadt und bietet einfach DIE Aussicht über Arnsberg. Diesen Punkt darfst du auf deiner AUSSICHTSroute also auf gar keinen Fall auslassen! Über die Attraktivität Arnsbergs an sich kann man natürlich diskutieren aber Aussichten von oben auf eine Stadt sind einfach immer beeindruckend! Mir fällt jedenfalls kein gegenteiliges Beispiel ein!

Zurück am Neumarkt geht es nun die gesamte Fußgängerzone hoch. Sehr wahrscheinlich wirst du das zu einer Einkehr nutzen, so auch wir. Denn nun ist ungefähr die Hälfte der Wanderung geschafft und später kommt keine Gelegenheit mehr.
Die Zusatzrunde zur Arnsberger Schlossruine ist heute leider teilweise gesperrt, sodass drei Mann von uns nachsehen gehen, wie weit sie kommen. Zwei Mann und eine Frau, harren der Dinge…
Anschließend dauert es nicht mehr allzu lange bis wir zum Bahnhof von Arnsberg kommen und das bedeutet, dass es nun sehr bald den Lüsenberg hinauf geht! Definitiv das bergigste Abenteuerchen auf unserer Tour! Genaugenommen gehen wir aber nicht mehr den vorgesehenen Rundkurs, der sicherlich auch noch einmal einen tollen Ausblick parat hält, sondern gönnen uns den direkten Pfad „Hinterm Lüsenberg“, denn so langsam darf das Ende ruhig greifbar werden…
Das jedoch dauert noch ein wenig und leider geht es nun auch ein gutes Stück durch Wohngebiet. Zu guter Letzt wird es aber noch einmal schön waldig und nach einem Stückchen an der Landstraße 839 entlang, befinden wir uns auch bald auf den letzten Metern!... Was für eine Tour!
Nach nun mindestens 19km, je nachdem auf welche App oder Uhr man guckt, erreichen wir wieder unser Domizil… Nicht ohne den einen oder anderen Tropfen Schweiß gelassen zu haben! Wir wissen nun was wir getan haben und dürfen k.o. sein, aber in Summe nichts, was ein paar Getränke und eine Dusche nicht wieder richten könnten! Zwei Energiebündel fahren im Anschluss sogar direkt noch ins Freibad! Unverständlich…
Das war ein gelungener Tag! Ein Wahnsinns-Wetterchen und eine abwechslungsreiche Wanderung! TOP empfehlenswert!
Den Abend verbringen wir mit Kartenspielen, es wird beim Lieferdienst Pizza bestellt und Tabu gespielt! Einen runderen Abschluss kann es wohl nicht geben!
Tag 7 – MO 26.07.21 – Nach Hemer und zum Hof Café

11 Uhr. Sechs Personen haben sich auf zwei PKWs verteilt und sind auf dem Weg nach Hemer. Je nach Strecke sind das ungefähr 30-40km von Arnsberg aus.
Der Ort im Märkischen Kreis ist bekannt für seinen Sauerlandpark und auch für das Felsenmeer. Übrigens ist nur letzteres ohne Eintrittsgebühr zugänglich. Und stellt auch unser heutiges Ziel dar: Die zerklüftete Felsenlandschaft kann über ein paar Spazierwege (offiziell: Panoramaweg) sowie eine Aussichtsplattform besichtigt und erkundet werden. Der Parkplatz ist nur wenige Gehminuten entfernt und kostet ebenfalls nichts.
Um den Besuch abzurunden, schließen wir einen Rundwanderweg zum Jüberg an. Dorthin gelangt man, wenn man ab Parkplatz in die entgegengesetzte Richtung geht. Hier sind drei Wanderwege ausgeschildert, diese sind unterschiedlich lang, ca. 2 / 4 / 8 Kilometer. Wir wählen den mittleren Weg und kommen somit am Sauerlandparkturm (Jübergturm) vorbei, haben die Möglichkeit von einer anderen kleinen Aussichtsplattform in einen Steinbruch zu sehen, in dem aktiv gearbeitet wird, und letztlich sehen wir auch noch ein paar Pferde. Das ist hier nun schon das zweite Mal in diesem Urlaub, dass wir auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz „wandern“ gehen.

14 Uhr. Wir brechen unsere Zelte in Hemer ab. Und unsere Besucher treten von hier aus nun ihre Heimreise an! Schön war´s mit euch! ♥
12km südlich von Hemer kehren wir, nun also nur noch zu zweit, in einem Hof Café ein. Anders als neulich in Sundern, können wir hier auch herzhafte Gerichte bestellen. Genau genommen bestellen wir aber beides: Erst kartoffelig, dann Apfelkuchen. Beides verdammt lecker! Dazu gibt es, nach wie vor, strahlenden Sonnenschein, eine erfrischende Brise und Blick auf eine Truppe Ponys, die mit ihren kleinen Reiterinnen und Reitern gerade von einer Tour zurückkommen. Das gibt ein Gewusel! Und die von der Anstrengung erhitzten Begleitväter kommen nach und nach auf ein Kaltgetränk in unsere Richtung…
Alle meine Bilder von Hemer findest du hier.
16 Uhr. Wir treten den Rückweg nach Arnsberg an. Dort kaufen wir noch eine Kiste Wasser und dann geht es zum Lesen auf „unsere“ Wiese.
Als ein kurzer abendlicher Regenguss samt Donnergrollen einsetzt, mache ich es mir auf unserer überdachten Terrasse gemütlich und fasse den Entschluss, zeitnah ein Phase 10 Kartenset zu kaufen…
Tag 8 DI- 27.07.21 – Der Poesiepfad im Mühlbachtal

10 Uhr. Wir sind im Mühlbachtal bei Rumbeck. Der Parkplatz am Poesiepfad ist gerade mal 6km weit weg von der Country Lodge.
Hier wollen wir eine Miniwanderung, einen Spaziergang, unternehmen, der ein bisschen Unterhaltung bietet. Der Rundkurs ist nur ungefähr 2km lang aber trotzdem benötigen wir locker 45 Minuten, denn es gibt zig aufgestellte Gedichte unterwegs. Würde man sie alle sorgfältig lesen, bräuchte man auch noch viel länger!
Alle paar Monate wechselt das Thema. Aktuell geht es um´s „Liegen“. Schnell stelle ich fest, dass es daher auch häufig um das Thema Tod geht. Bei strahlendem Sonnenschein, fröhlichem Vogelgezwitscher und einem plätschernden Mühlbach, will mir das häufig etwas ernste Thema irgendwie nicht so recht zur Umgebung und Situation passen.
Vom Grundgedanken aber sehr schön. Der Weg ist wirklich gut „in Schuss“, die Zusammenstellung der Texte gut gemacht, ich wage zu behaupten, auch Kinderwagen und Rollstühle können diese Tour problemlos bewältigen, und in allererster Linie fällt mir hier eines auf: Ruhe.
Wirklich ein toller Ort ohne störende Nebengeräusche und Lärm. Zudem treffen wir lediglich exakt eine einzige Menschenseele (und eine Hundeseele)! Herrlich!
11 Uhr. Wir parken in Arnsberg unterm Neumarkt und nehmen uns die Fußgängerzone vor. Eigentlich kennen wir die schon von unserer Wanderung vorgestern, aber die Geschäfte haben heute ja geöffnet und warten auf uns… Jedenfalls bilden wir uns das ein! De facto ist das Einkaufsangebot von Arnsberg gänzlich unattraktiv, wir betreten gerade mal drei Läden, und kehren in ein Café ein. Nach zwei Stunden und viel Trödelei sind wir wirklich durch!
Zeit für ein ausgiebiges Nachmittagsschläfchen auf der Miniwiese vor unserer Holzhütte… Und sowieso: Feierabend für heut!
Tag 9 – MI 28.07.21 – Mittwoch am Möhnesee

12 Uhr. Nach einem Rummikub-Vormittag schlagen wir also erst jetzt am Möhnesee auf. Wir parken kostenlos am Straßenrand am Südufer. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Minigolf und Körbecker Brücke gibt es dort ein paar wenige Möglichkeiten.
Wir wollen hier heute ausgiebig spazieren gehen. Am Südufer entlang geht es Richtung Stockumer Damm. Auf dem Weg erwischt uns ein ordentlicher Schauer, zum Glück haben wir einen Schirm dabei!
Nach dem Damm befinden wir uns in Stockum. Bis hier her war der Weg relativ ruhig und naturnah aber ab jetzt geht es an der Hauptstraße entlang und nach insgesamt 6km erreichen wir die Seeterrassen in Körbecke. Hier wollen wir Mittag essen und Adventure Golf spielen, was an einem einzigen fehlenden Gesichtsschlüppi scheitert… Aber man ist ja Kummer gewohnt…
Zurück zum Auto gehen wir, also ohne die geplanten Stopps, den kürzeren Weg: Über die Körbecker Brücke ist es über den Möhnesee rüber zu unserem Auto nur noch ein Hopser von zwei Kilometern.
14.30 Uhr. Wir essen Mittag in Delecke: Der Ausblick auf den Möhnesee ist hervorragend, der Rest nicht der Rede wert.
15 Uhr. Wir parken in Körbecke vor´m Adventure Golf und starten die 18 Loch! Kurios bzw. unangebracht: Als Pfand muss ich meinen Perso hinterlegen, was mir nicht wirklich gut in den Kram passt.
Eine Stunde und 40 Minuten brauchen wir. Wir sind nämlich nicht die einzigen hier! Trotzdem ist es aber nicht überfüllt, zum Glück sind wir unter der Woche hier! Wir haben jedenfalls jede Menge Spaß!

Den Perso gibt es übrigens auch wieder. Man präsentiert Philipp bei der Ausgabe einfach alle vorhandenen Ausweise und er kann sich „seine Frau aussuchen“…
Anschließend plündern wir noch einen Körbecker Supermarkt für die abendliche Verpflegung, bevor es wieder Rummikub und Lektüre gibt!
Alle meine Bilder vom Möhnesee findest du hier.
Tag 10 - DO 29.07.21 – Shopping Time in Neheim
Aufgrund der wenig erfolgreichen Einkaufstour vorgestern in Arnsberg, habe ich mir also Gedanken gemacht, wo man denn als Arnsberger wohl so einkaufen geht. Ich bin dann ziemlich schnell zu dem Schluss gekommen, dass das sehr wahrscheinlich Neheim sein könnte! Arnsberg geht über in Niedereimer, geht über in Bruchhausen, geht über in Hüsten, geht über in Mühlenberg, geht über in: Neheim! Läuft aber offenbar alles unter Arnsberg. Egal.
In Neheim scheint es also alles zu geben. Und noch mehr! Das kommt doch wie gerufen für unseren letzten Urlaubstag. Wir würden zwar gerne auch noch einmal ab/bis Lodge wandern gehen aber ein paar neue Klamotten klingen irgendwie auch gut!
Kurzum: Neheim ist ein voller Erfolg! Es gibt zig vernünftige Parkmöglichkeiten und unzählige sinnvolle Geschäfte nah beieinander! Am Ende schaffen wir nicht mal alles weil man irgendwann auch hungrig und fußlahm ist.
Gegen den Hunger unternehmen wir vor Ort auch noch etwas aber dann muss man den Tatsachen ins Auge blicken: Der Tag ist voran geschritten, die Kreditkarte hat geglüht, die Füße tun es auch, der Koffer will noch gepackt werden und irgendwie kann man vor dem gemieteten Blockhaus auch noch ein paar Sonnenstrahlen erhaschen…
Tag 11 - FR 30.07.21 – Abschied von Arnsberg

Es war wirklich sooo ein schöner Urlaub!! Ich möchte noch gar nicht nach Hause, ich könnte wirklich noch bleiben. Das habe ich tatsächlich selten!
Alle meine Bilder von Arnsberg findest du hier.