Mit etwa 4,5 Kilometern Länge und einer Dauer von 1,5 Stunden war dieser Spaziergang angegeben auf der Website vom Nationalpark Harz. Ich hatte sie mir vor geraumer Zeit herausgesucht und abgespeichert, denn die Tour schien mir überschaubar, wer mich kennt weiß, dass ich (noch?) nicht so der Wanderer bin.
Im Sommer vor einem Jahr hatten wir uns im Harz bereits den Oderteich vorgenommen und umrundet, was unbeschreiblich schön gewesen war, sodass wir nun, als es endlich um das Torfhausmoor gehen sollte, optimistisch waren, eine ähnlich beeindruckende Route bzw. Landschaft vorzufinden.
Ausgangspunkt für den Torfhausmoor-Rundweg ist das Nationalpark-Besucherzentrum. Genau genommen wird es aber erst nach dem Schullandheim schön. Vom Besucherzentrum bis zum Schullandheim geht man direkt parallel zu stark befahrenen Straße. Das sind zwar keine 10 Minuten aber es ist dort unangenehm laut!
Auf dem Goetheweg starten wir also und, lass es einen Kilometer später sein, erreichen wir bereits das Große Torfhausmoor, Radau Born-Moor genannt. Es kann auf einem Bohlensteg überquert werden und erinnert uns aufgrund dieses Weges sofort beide an die Everglades in Florida, wo man für die Besucher ebenfalls solche bequemen hölzernen Wege angelegt hat.

Ein Hochmoor ist ein extrem nährstoffarmer Lebensraum, sodass hier nur angepasste Tiere und Pflanzen leben können. Dafür ist es optisch umso aufregender, wirklich wunderschön und unerwartet hier nach so viel Wald plötzlich diese freie Fläche in ganz anderer Farbgebung zu sehen.
Der weitere Goetheweg, nach dem Durchqueren des Moores, wird anderthalb Kilometer lang von einem Wasserlauf begleitet, dem Abbegraben, der 1827 gebaut wurde. Er war wichtig für den Bergbau. Aber schlecht für das Moor, das er entwässert. Hochmoore beziehen ihre Nährstoffe ausschließlich aus Regenwasser, das von diesen Gräben aber abtransportiert wird. Der Abbegraben ist einer der wenigen dieser Gräben, die man bestehen lassen hat.
An einer T-Kreuzung gehen wir nach links. Man kann sich wirklich nicht verlaufen. Wir sind mit ein bisschen Vorbereitung aber gänzlich ohne Kartenmaterial gestartet. Der Rundweg ist wirklich ausreichend ausgeschildert. Wir wissen, dass wir ab hier auf dem Kaiserweg weitergehen, denn der Goetheweg führt in die andere Richtung weiter zum Brocken, das ist uns beiden (im wahrsten Sinne) zu hoch!
Auf dem Kaiserweg ist es noch schön flach, so wie die meiste Zeit bisher. Wir überqueren bei der Luchsstatue den Bergbach Abbe und verlassen den Weg dann an der nächsten Kreuzung nach links.
Ab hier geht es Richtung Torfhaus ordentlich bergauf. Bergauf ist nichts für mich aber die unbeschreiblich prächtige herbstliche Färbung der Bäume und die alles erstrahlende Sonne an diesem sommerlich warmen Tag entschädigt dafür vollends!
An diesem Weg treffen wir irgendwann auch auf den WaldWandelWeg. Der markiert im Grunde auch schon das Ende der Bergauf-Strecke.

Der WaldWandelWeg ist nicht lang, ein kleiner Rundweg über einen Bohlensteg, und weiter geht´s! Die Tour ist so gut wie zu Ende, wir kommen sehr bald wieder auf das Schullandheim zu, wenn auch aus einer anderen Richtung.
Am Besucherzentrum wieder angekommen sind genau anderthalb Stunden, wie angegeben, vergangen! Wir sind nun nicht besonders schnell gegangen aber wir haben auch keinerlei Pausen eingelegt. Eine gute Zeitangabe also. Die Kilometer jedoch, die habe ich nicht nachgemessen.
Jedenfalls war es für uns genau das Richtige, vor allem nach einer geschlagenen Stunde im Stau auf dem Weg hierher!
Oderteich oder Torfhausmoor? Beides großartig! Für ungeübte Wanderer wie uns, sind beide Spaziergänge wunderschön. In beiden Fällen muss man sich aber wahrscheinlich bewusst sein, dass es bei schönem Wetter sehr voll wird (so wie heute), denn diese verhältnismäßig kurzen Strecken sind natürlich auch beliebt bei Familien mit Kindern und/oder Hunden, die eine große Gassirunde machen wollen.
Es ist 13.30Uhr als wir unseren Rundgang beenden aber die anvisierte Bavaria Alm in Torfhaus platzt erwartungsgemäß aus alle Nähten, besonders Motorradfahrer sind heute unterwegs! Wir platzieren uns daher direkt an der lärmenden B4 draußen im Restaurant Halali [KEINE WERBUNG!!!]. Auch hier gibt es eine gute Auswahl an Mittagessen und Co. Wir sind zufrieden mit diesem Tag.
Alle weiteren Bilder von dieser schönen Tour am 14. Oktober 2018 findest du hier!