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Im John Wayne Country
7. April
7 Uhr: Good Morning America! Good Morning Utah! Good Morning Moab! Good Morning Rike! Good Morning Anna! Good Morning new day! :-)

08.15 Uhr: Wir checken aus und verlassen die River Canyon Lodge, über die wir uns unerwarteter weise wie gesagt kein bisschen beschweren können. Einzig mit der Klospülung hatten wir ziemlich Pech. Auch ein Zettel mit der Bitte um Reparatur nach der ersten Nacht scheint ignoriert worden zu sein aber ich denke einfach mal, dass so ein armes Zimmermädchen wahrscheinlich andere Sorgen hat als eine Klospülung, so wie diese armen Frauen meistens unter Zeitdruck stehen. Sehen wir also darüber hinweg. Ein weiteres Manko können wir jedenfalls nicht entdecken und werden die Lodge weiterempfehlen!
Es ist Zeit für ein Frühstück und die Auswahl von Pancakes und Omeletts kotzt mich schon jetzt an. Was anderes scheint man in diesem Land leider immer noch nicht zu frühstücken… Auch wenn ich Pancakes eigentlich liebe. Ich will etwas möglichst deutsches und erhalte im Wake&Bake immerhin einen brötchenähnlichen Bagel mit Cream Cheese und Tomaten, dazu ne Tasse Kaffee - mit insgesamt 5 Dollar bin ich dabei. Bagel top, Kaffee flop weil in dreckiger Tasse serviert. Nun ja.
9 Uhr: Rike fährt heute. Und zwar uns zum Monument Valley. Kein Valley, also Tal, im herkömmlichen Sinne. Eher eine erodierte Ebene auf 1900m Höhe. 13 Meilen nördlich der Grenze von Utah zu Arizona befinden sich in malerischer Landschaft die flammend roten Monolithe, Berge und Türme aus Stein, die in diversen Hollywoodproduktionen bereits die Hauptrolle übernommen haben.
Die Gegend erfüllt einfach die Vorstellungen eines USA-Reisenden mehr als es andere Gegenden oder Städte des Landes tun. Und schon der Weg dorthin ist wieder einmal unheimlich schön, wenn auch flaches Land und keine Bergwelt mehr. Die Zeit vergeht wieder schnell - wir quatschen über Gott und die Welt und hören unsere schönen CDs. Wir tauschen unterwegs nicht die Plätze, da die Strecke nicht allzu lang und mit der morgigen ungefähr identisch ist, sodass ich dann einfach morgen fahren werde. Als wir auf das Monument Valley zusteuern haben wir auch schon fantastische Ausblicke. Wem kommen Motive wie dieses nicht bekannt vor??:

12 Uhr: Wir erreichen nach Passieren der Entrance Station (wieder 10 Dollar für uns beide) das Hotel The View, können aber leider noch nicht einchecken. Man vertröstet uns auf 16 Uhr. Wir hätten es wissen müssen. Das einzige Hotel hier in dieser Traumlage - und eigentlich immer ausgebucht. Wie konnten wir uns einbilden schon früher das Zimmer beziehen zu können?



Man muss das Beste draus machen. Wir gehen erst mal gucken wann die Jeep Touren starten und ob wir noch irgendwo mitfahren können, denn eigentlich wollen wir unseren Sonic nicht auf die Schotterpiste jagen aber leider haben wir gestern im www erfahren, dass "Same Day Reservations" für die Jeep Touren angeblich „not possible“ sind und man immer mehrere Tage im Voraus buchen soll, will man mit dem Jeep durch das Indianerland kurven.
Glücklicherweise war das eine fette Lüge! Möglicherweise gibt es hier eine Hochsaison (aber wann?), wo die eben beschriebene Situation zutrifft aber wir bekommen noch problemlos einen Jeep.
Da wir noch Jacken, Mützen und Schals aus dem Auto holen wollen (absolut kalter Wind!!), wartet der Fahrer mit dem Start eine Viertelstunde auf uns. Zeit genug, sich auch noch nach Ritten durch das Valley zu erkundigen. Erst klingt es verlockend, einen Einzelritt durch solch ein Panorama zu unternehmen, wo ich auch galoppieren dürfte wenn ich mit dem Guide alleine reite und keine Anfänger dabei sind, aber dann ist mir das doch alles etwas unsicher weil ich nicht mit einem Indianer alleine durch die Wildnis turnen möchte. Ich werde mir das noch überlegen und sage ihm, dass ich gerne mitreiten möchte, für den Fall, dass sich weitere Teilnehmer finden für nach der Jeep Tour.
So aber nun! Die 2.5-stündige Jeep Tour ist definitiv eines der absoluten Highlights unseres Urlaubs! Wir teilen den Wagen mit einer schottischen Familie (Mama, Papa, Sohn) und haben jede Menge Spaß! Unser Fahrer Frank hält an allen wichtigen Punkten an und sagt ein paar Sätze zu dem was wir sehen.






Das Beste ist folgende Aktion: Es gibt einen Punkt im Valley, der stellt das bekannteste Fotomotiv dar. Ein Reiter auf seinem Pferd auf einem Plateau, die das Valley hinab blicken. DAS Foto schlechthin. Und ich erkenne die Szenerie sofort, drücke Rike die Kamera in die Hand und sprinte auf das Plateau. So ein Foto will ich auch! Wenn auch ohne Pferd! Doch während Rike viele Meter entfernt wild drauf los fotografiert und sich über meine spontanen Posen wundert, bin ich vollends entsetzt, dass mir eine Windböe, oder sagen wir Sturmböe, mein Teneriffa-Cappy vom Kopf fegt und das Plateau hinunter weht...!
Ich hampele wild herum (wie gesagt, Rike fotografiert mich dabei munter…) und entdecke es dann plötzlich doch noch unter mir auf einem kleinen Felsvorsprung. Maximal ein, zwei Meter von mir entfernt. Was tun? Auf den Boden legen und heranrobben? Sein Leben riskieren für einen Hut? Es sind extra Schilder aufgestellt, einen gewissen Abstand zu halten zum Abgrund. Verdammt!



Todtraurig arrangiere ich mich mit meiner hutlosen Situation, erhalte das gewünschte Mitleid von den Schotten, die mir inzwischen entgegen gehen und erzähle auch Rike was passiert ist, die überhaupt nichts mitbekommen hat auf die Entfernung. Wie war das? Shit happens!

Und wie wir da so stehen und uns auch noch von dem schottischen Vater fotografieren lassen, dreht plötzlich der Wind und ich sehe meinen Hut wieder oben mitten auf dem Plateau liegen! Unfassbar wie man sich so sehr über ein Cappy freuen kann. Ich sprinte über den Felsvorsprung und schnappe es mir wie ein kleines Kind oder eher wie ein kleiner Hund, für den ein Stöckchen geworfen wurde… HAHAHA!
Die nächsten zehn Minuten haben wir jedenfalls herrlich gelacht über diese Story - und noch viele weitere Male während dem Rest der Reise! ![]()
Das Monument Valley ist ein absoluter Traum! Es ist wie ein Déja-Vu! Man kennt es aus so vielen Filmen, aus Fernsehwerbung, aus Reisekatalogen, ... und es ist fantastisch! Wir können uns kaum sattsehen und unser Fahrer Frank macht seinen Job genial, sodass wir am Ende großzügig Trinkgeld spenden, was schon etwas zu bedeuten hat!


An einem Stopp geht er mit uns unter einen großen Felsen und beginnt Flöte zu spielen. Endlich wissen wir auch, dass das gelb eingewickelte längliche Etwas im Jeep kein Schlagstock ist! :-D Er spielt traumhaft. Hauptsache wir sind von vornherein erst mal skeptisch und malen den Teufel an die Wand!
Wie wir erfahren, ist er mit seiner Flöterei auch schon gut rumgekommen. In französischen Schulen sowie auf der ITB in Berlin ist er damit bereits aufgetreten und hat das ganze mit einem Trip nach London, Paris, Hamburg, München, etc. verknüpft. Richtig so. Am Meisten begeistert haben ihn Windsor und Neu Schwanstein. Und er liebt deutsche Schweinshaxe. Ein englisches Wort gibt es dafür nicht! :-D




15.30 Uhr: Wir kommen zurück von unserer Jeep Tour und ich entscheide mich gegen den Ritt, auch wenn inzwischen weitere Teilnehmer angemeldet sind. Ich habe für heute genug Sand zwischen den Zähnen! - Es war ordentlich windig und auf dem offenen Jeep hat man so einiges abbekommen!
Es sei noch erwähnt, dass die Jeep Tour jeden Cent wert ist! Wer hin und her überlegt ob er das eigene Auto nimmt oder eine Tour bucht, ich denke mit dem Auto hat man absolut keinen Spaß auf den dortigen Wegen und vor allem keinen Guide, der alles so gut erklärt und lebhaft gestaltet. Außerdem bekommt man für 85 Dollar sicher keinen Reifen inklusive Wechsel!?
Wir checken ein und beziehen unser Zimmer. Leider ergattern wir eines im Erdgeschoss, haben aber trotzdem keinen schlechten Ausblick. Wenn möglich sollte man aber versuchen ein Zimmer in den oberen Etagen zu ergattern. Der Rundumblick wird dann noch viel besser sein! Alles in allem finden wir das Zimmer und das gesamte Hotel aber sehr schön. Für diese einmalige Lage ist der Preis sogar noch angemessen. Man kann es teuer finden, muss aber auch bedenken, wo man sich hier befindet und, dass die Zimmer i.d.R. nach einer Nacht wieder verlassen werden und somit so ziemlich jeden Tag das komplette Hotel, also alle Zimmer, gereinigt werden müssen - das sind natürlich Personalkosten etc!


Allerdings glaube ich, dass man das Monument Valley durchaus auch ohne oder aber mit zwei Übernachtungen planen kann. Sollte die Route ähnlich liegen wie unsere, z.B. von Moab nach Page oder umgekehrt, kann man auf jeden Fall einfach nur einen Zwischenstopp im Monument Valley machen. Je Richtung sind es etwa zwei Stunden Fahrzeit, dazwischen dann eine Jeep- oder Reit-Tour, das klappt wunderbar auch ohne Übernachtung im The View. Genauso gut könnte ich mir aber auch vorstellen, an einem Abend anzureisen, zu übernachten, einen vollen Tag (vlt Jeep- UND Reit-Tour!?) im Valley zu verbringen (es gibt ja auch noch längere Jeep Touren als die unsrige) und ein zweites Mal in dem schönen Hotel zu nächtigen um dann erst am wiederum nächsten Tag früh aufzubrechen. Das würde sich auch lohnen. Umso mehr Zeit könnte man auf dem Balkon verbringen und entspannen. A pro pos Entspannung: Alkohol ist leider verboten im Indianergebiet! Weder Verkauf noch Verzehr (also auch Mitgebrachtes) ist gestattet!
18.30 Uhr: Nach einer faulen Zeit des Duschens und Verweilens statten wir dem hoteleigenen Restaurant einen Besuch ab. Alternativen gibt es hier keine und hungern wollen wir nicht. Ich finde die Preise aber gar nicht so überteuert wie häufig zuvor gelesen. Aber das ist ja auch immer Ansichtssache. Ich habe jedenfalls schon fiesere Preise erlebt bei Attraktionen/Tankstellen/... in Alleinlage. Und es schmeckt! Ich entscheide mich für eine der wie immer sehr wenigen vegetarischen Varianten: Blue Navajo Bread mit Bohnen, Salat und Dips für 19 Dollar inklusive Getränk, Tax und großzügigem Tip. SUPER!!

Anschließend toben wir uns im Gift Shop aus und relaxen auf unserem Balkon - den Sonnenuntergang haben wir genau verpasst in unserem Kaufrausch...
22.30 Uhr: Good Night America! Good Night Arizona! Good Night Monument Valley! Good Night Rike! Good Night Anna! :-) Morgen fahren wir weiter nach Page
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