Diese Konstellation hatten wir bisher noch nicht
Ich mit meinem Papa, Bruder und 12-jährigen Neffen. Warum hatten wir diese Konstellation eigentlich noch nicht? Sie verspricht doch, garantiert doch regelrecht, dass das Vorhaben gelingt!
Unser Ziel: Helgoland.
Bis auf meinen Bruder, kennen wir die Nordseeinsel noch nicht und somit freuten wir uns alle sehr auf diesen Tagesausflug ab Hamburg.
Und? Lohnt ein Tagesauflug nach Helgoland? Um es vorweg zu nehmen: JA, definitiv! Auch ich hatte meine Zweifel ob man hier in vier Stunden wohl was beschicken kann aber: JA, man kann! - Ein Tagesausflug reicht auf jeden Fall, um einen Eindruck zu bekommen aber er lehrte mich auch, dass man hier tatsächlich auch ein paar Mal übernachten kann, ohne sich zu langweilen! Aber fangen wir doch an!

Samstag, 28. Juli 2018 und auf dem Weg
Um diesen langen Helgoland-Sonntag etwas zu entzerren, planten wir recht spontan vorab noch eine Übernachtung in Hamburg mit ein. Immerhin fahren wir dorthin rund zwei Stunden von uns aus und der Katamaran legt bereits um neun Uhr morgens an den Landungsbrücken ab.
So fuhren wir gegen 14Uhr an einem weit über 30 Grad heißen Samstag mit dem Auto zu viert los. Bis hier her hatten wir strahlenden Sonnenschein gehabt, welcher uns auch in Hamburg später des Abends wieder erwartete, aber dazwischen herrschten Starkregen und Gewitter auf der Autobahn und bei Ankunft im A&O Hammer Kirche.
Unser Vierbettzimmer war gleich im Erdgeschoss gelegen und hatte den kürzesten Weg aller Zimmer von der Rezeption. Das kam uns doch entgegen. Kurz frisch gemacht und aufgebrochen.
17 Uhr: Hamburger Luft schnuppern
Mit dem praktischen Gruppenticket für die Öffis machten wir uns auf den Weg von der U-Bahn-Station Hammer Kirche Richtung Landungsbrücken. Da man nur einmal Umsteigen muss, war diese Strecke ruck zuck erledigt und wir standen am geliebten Hamburger Hafen. Wie immer war hier auch jetzt viel los aber vorletzten Monat, als ich zuletzt hier gewesen bin, zum Hafengeburtstag, war es natürlich gleich noch einmal eine andere Hausnummer, sodass ich mir hier jetzt fast einsam vorkam.


18 Uhr: Abendessen
Meine Ideen für das Abendessen beschränkten sich auf die Klassiker: Hofbräuhaus nahe der Alster, mein Lieblingsinder nahe der Reeperbahn oder das Portugiesenviertel.
Da wir alle hungrig waren und das Portugiesenviertel am nächsten lag, steuerten wir dieses an. Sehr spontan kehrten wir im empfehlenswerten O Pescador ein, saßen draußen und hatten einen wirklich schönen Auftakt für einen Abend in der Hansestadt.
Ein Abend in der Hafenstadt
Was wir heute noch unternehmen würden, hatten wir uns vorab nicht überlegt. Ich hätte mir diesen lauen Sommerabend am Strand Pauli vorstellen können aber dann kam mir noch die Elphi in den Sinn. Meine Männer waren tatsächlich noch nicht dort gewesen seit diese vor rund anderthalb Jahren eröffnet worden war. Und da ich im März so begeistert gewesen war, machten wir uns auf den Fußweg Richtung Hafen City, wo sich das Konzerthaus befindet.
Was ich nicht mehr wusste: Die Tickets für die Plaza kosten nichts. Philipp und ich hatten vor ein paar Monaten nämlich eine Führung gebucht, die die Plaza anschließend inkludierte. Aber wer ohne Führung rauf will, muss sowieso gar nichts bezahlen. Das ist gigantisch. Und wir hatten doppelt Glück: Trotz Samstag Abend war hier einfach nichts los. Die Plaza war ziemlich leer, sodass wir die Tickets für die aktuelle Stunde bekamen und nicht auf die nächste verfügbare Uhrzeit warten mussten.


Oben in 38 Metern Höhe gönnten wir uns in aller Ruhe hier und da Ausblicke rund um die Elphi auf Hafen und Speicherstadt sowie einen kleinen Abstecher in den Souvenirshop.
Vor der Elphi steuerten wir anschließend den Anleger der HVV-Schiffe an, die in unserem Gruppentagesticket vom Hamburger Verkehrsverbund inkludiert sind. Damit fuhren wir zurück zu den Landungsbrücken und gingen wieder ins Portugiesenviertel auf ein Getränk bevor wir noch die letzten anderthalb Kilometer bis zum Jungfernstieg hinter uns brachten.
An der Alster war es noch sehr belebt. Sommerlich warm, vom Sonnenuntergang pink gefärbter Himmel, die 60 Meter Hohe Alsterfontäne, im Hintergrund Live Musik eines Straßenkünstlers und Menschen über Menschen, die es sich -mit oder ohne Coktail- einfach gut gehen ließen. Mittelmeerflair.
ALLE HAMBURG BILDER HIER!!!
Sonntag, 29. Juli 2018 und bestes Sommerwetter
Pünktlich um 7 Uhr zu Beginn der Frühstückszeit in unserer wirklich brauchbaren Unterkunft, standen wir am Buffet, bereit uns für den langen Tag zu stärken. Danach haben wir nicht mehr viel Zeit verloren und uns direkt wieder auf den Weg zu den Landungsbrücken gemacht, auf der selben Art und Weise wie am Vorabend. Die Sonne lachte und wir betraten frohen Mutes den Katamaran der FRS Helgoline, den Halunder Jet, von mir nur Holunder Jet genannt.


Eine Seefahrt, die ist lustig...
Lustig war es nicht aber wirklich, wirklich schön. Das neue Schiff befährt die Strecke Hamburg-Helgoland erst seit wenigen Monaten und ist immer extrem gut gebucht. Dass das Schiff noch so neu ist, merkt man auch. Die verbauten Materialien wirken noch sehr neu, ob das nun der Fußboden ist, die Sitze oder andere Details. Rund 80€ kostet ein Ticket für einen Erwachsenen und angesichts der Fahrzeit von 2x 4 Stunden und diesem hochwertigen Verkehrsmittel, ist das auch irgendwie in Ordnung.
Auf dem Weg nach Helgoland sind es ca. zwei Stunden auf der Elbe mit Zwischenstopps in Wedel und Cuxhaven, anschließend geht es ca. zwei Stunden raus auf die Nordsee aber wir hatten Glück und keine nennenswerten Wellen. Wer empfindlich ist, so wie ich, sollte also auf dieses perfekte Sommerwetter hoffen für die Überfahrt!
Für den Zeitvertreib während der Fahrt muss man allerdings selbst sorgen. Wir haben die meiste Zeit an Deck verbracht, standen oder saßen in der Sonne und haben das Elbufer bestaunt. Als es auf die offene See ging, haben wir unsere festen Sitzplätze eingenommen und uns mit Handys oder ähnlichem abgelenkt. Für Kinder gibt es kostenlos Kinderbücher zum Ausleihen aber mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Am Besten packt man selbst ein gutes Buch oder Kartenspiel ein!


Für Verpflegung hingegen ist gesorgt. Man kann auch direkt am Platz bestellen, die Sitze sind ähnlich wie im Flugzeug aber sehr bequem und verfügen ebenfalls über ein Tischchen zum Herunterklappen. Es gibt die typischen Snacks wie Weingummis, Erdnüsse, belegte Brote, etc. aber auch eine kleine Karte mit heißen Speisen von der Sylter Sansibar. Die Preise sind erwartungsgemäß hoch aber wer keine Verpflegung dabei hat, greift eben trotzdem zu.
Deutschland´s einzige Hochseeinsel
Pünktlich und gut gelaunt erreichten wir irgendwann unser Ziel. Und es war Liebe auf den ersten Blick.
Vom Hafen bzw. Katamarananleger schlendert man etwa 600 Meter bis zum Beginn des Ortes mit Cafés, Restaurants und Unterkünften. Autos gibt es hier demzufolge nicht, das würde auch nicht hier her passen. Ein paar wenige Elektrofahrzeuge gibt es. Ansonsten geht man zu Fuß! Auch Fahrräder finde ich hier nicht besonders praktisch - im Nachhinein habe ich sogar erfahren, dass sie verboten sind.
Helgoland besteht genau genommen aus zwei Insel. Bis 1721 war Helgoland eine Insel, doch dann zerbrach sie in zwei Teile und so gibt es neben der größeren Hauptinsel auch noch die dazugehörige Insel Düne. Diese besuchten wir aber nicht, denn dort gibt es fast nur Strand, aber auch Robben. Wir hingegen wollten uns auf der Hauptinsel einen Überblick verschaffen und die Lange Anna sehen.


Auf dem Klippenrandweg
Die Insel lässt sich sehr gut auf einem Rundweg umrunden, der selbstverständlich zum Wahrzeichen, der Langen Anna führt. Dazu erklimmt man zunächst ein paar Stufen um ins Oberland der Insel zu gelangen. Für Aufzugliebhaber gibt es auch einen Aufzug. Aber selbst ich, als Gehfaule, fand die paar Treppen wirklich nicht schlimm, vor allem kann man überall kurz Verweilen und den Ausblick genießen.
Der nun beginnende Rundweg ist schätzungsweise etwa 3-4km lang und gespickt mit Aussichtspunkten und Sitzbänken. Es dauert auch nicht lange bis man die ersten Aussichtspunkte auf die Lange Anna erreicht. Und dennoch sollte man nicht ausschließlich darauf warten, denn der Weg gibt auch abgesehen davon eine Menge her.
Überall stehen Informationstafeln zum Lesen, an manchen Punkten gibt es unglaublich viele Basstölpel (große weiße Vögel) zu bestaunen (teilweise kommt man wirklich sehr nah ran, nur ein dünner Zaun trennt den Besucher von den Tieren) und wer den Blick auch einmal in Richtung Insel statt Meer schweifen lässt, entdeckt den ein oder anderen durch Bomben entstandenen Krater!
Nach Passieren der Langen Anna, einem 47 Meter hohen Brandungspfeiler, geht es auf die andere Inselseite und man gelangt, vorbei an Heidschnucken und Rindern, in den Ort in Oberland.


Was tun nach oder außer dem berühmten Rundweg?
Im erstbesten Café kehrten wir auf ein Päuschen ein. Danach erstanden mein Neffe und ich noch Lesematerial für die lange Rückfahrt mit dem Katamaran. Dann machten wir uns auf den Weg nach Unterland. Dort trafen wir noch auf einen annehmbaren Strand und eine lebhafte Fußgängerzone bevor wir uns langsam aber sicher wieder Richtung Südhafen begaben. Erstaunliche fünf Häfen besitzt die kleine Insel!!
Aber wer noch mehr Zeit hat weil er den Rundweg deutlich schneller absolviert hat oder aber auf der Insel übernachtet, der hat zahlreiche weitere Möglichkeiten. Den zweiten und schönsten Strand haben wir vom Rundweg aus vor der Jugendherberge entdeckt. Ebenso das Helgoland-Museum, einen Minigolfplatz und ein Schwimmbad. Es gibt aber auch Bootstouren einmal rund um die Insel, Angelfahrten sowie geführte Inselrundgänge und mehr!


Rückfahrt nach Hamburg
Der Rückweg nach Hamburg war wirklich gänzlich ruhig. Wir hatten einen guten Seetag erwischt! Mein Neffe und ich haben viel gelesen, die älteren Semester bevorzugten es, zu schlafen. Ab Cuxhaven allerdings, beschlossen wir allemann, doch noch an Bord zu Abend zu essen. Auch auf dem Hinweg hatten wir bereits gesnackt und Qualität und Service waren absolut ausreichend, noch einmal zu bestellen.
Nach dem Essen war ich die meiste Zeit wieder an Deck. Auf der Elbe gibt es viel zu Schauen, die vorbei ziehende Landschaft erinnert an eine (Fluss-) Kreuzfahrt. Trotz des Fahrtwindes war es noch mehr als warm und sonnig, später zogen viele interessante Wolken auf, die der Stimmung und Temperatur aber keinen Abbruch taten! Eine fantastische Seereise!