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Dublin & Belfast 2016


Auch diesen Irland-Artikel gibt es wieder in zwei Varianten.

Hier und jetzt unten stehend oder wahlweise auf
Flickr inklusive aller Fotos!

Einfach die Bilder einzeln aufklicken und den Text als Bildunterschriften lesen.







 

Montag – 30.05.16


02.30Uhr:


Der Wecker klingelt mich wach, doch ich empfinde es als weniger brutal als angenommen nach ein paar stressigen Wochen und einem ganz besonders schlafarmen Wochende.


Spaß macht es trotzdem nicht, so früh wach zu sein aber ich will mit Papa auf die Insel! Ab in den Norden! Ab nach Irland!


04.00Uhr:


Hannover Flughafen. Phil hat uns abgeliefert und wir warten auf Check in und Sicherheitskontrollen. Letztlich geht alles schneller als befürchtet und im Duty Free erwartet mich die große Überraschung: Es gibt Reese´s Peanut Butter Cups! Außer in einem amerikanischen Süßwarengeschäft im spanischen Toledo, hatte ich meine geliebten Reese´s außerhalb der Staaten noch nirgends entdeckt! Ich kaufe uns 200g für fast 7 Euro und bin selig!


06.15Uhr:


Pünktlich starten wir mit SAS bzw. Jet Time nach Kopenhagen. Man hatte uns zuvor mit dem Bus zur Maschine gebracht, die weniger als 20 Reihen à 4 Sitze aufweist und ziemlich zügig nach dem Boarding hebt unser fliegender Bus ab und landet nach etwas über einer Stunde pünktlich.


Zeit für ein Frühstück! Für Papa ein Hotdog, für mich nach der Passkontrolle, die sich mir an dieser Stelle nicht erklärt, ein belegtes Brötchen, ein Joghurt mit Müsli und ein Latte vom Seven Eleven.


Jetzt geht es uns besser und wir gehen zum Gate.


08.45Uhr:


Zeit für ein Nickerchen! 45 Minuten Power Napping, ohne sich von irgendwas oder irgendwem stören zu lassen! Und dann geht es auch schon langsam ans Boarden.


Immer noch SAS, steigen wir ein, dieses Mal in eine „normal große“ Maschine, die mit 25 Minuten Verspätung startet aber dennoch pünktlich unser Ziel erreicht!

11.30Uhr:


Neue Ortszeit! Irland liegt eine Stunde hinter Deutschland. Man gönnt uns auch gar nichts.


Auf dem Kofferband tobt sich ein kleiner Hund aus, der vom Zoll darüber gejagt wird. Es scheint das schönste auf der Welt für ihn zu sein, wie er sich freut über die Koffer zu wetzen und hier und da eine Millisekunde eine Nase voll zu nehmen.


Unsere Koffer kommen sogar recht schnell und ruckzuck finden wir auch den Air Coach, also den Bus, mit dem wir zur O´Connell Street fahren. Es dauert keine halbe Stunde, dann steigen wir vorm Gresham Hotel aus und gehen 100m weiter bis zum Lynam´s Hotel.


Die O´Connell Street ist die Hauptverkehrsstraße und Einkaufsmeile, somit ist unser Hotel wirklich zentral gelegen!


Wir können tatsächlich schon einchecken und somit unsere Koffer auf´s Zimmer bringen und uns frisch machen. Mehr Zeit muss man hier aber auch wirklich nicht verbringen, also Flucht nach vorn!!





Eigentlich wollten wir heute direkt eine Liffey River Cruise machen, ein, zwei Gedenkstätten besichtigen und das Kneipenviertel Temple Bar unsicher machen aber irgendwie ist das Angebot, für 10 Euro mit dem Hop on Hop Off Bus zu fahren, gerade verlockender.


Wir studieren die Route und steigen ein. Ohne Aussteigen dauert die Fahrt zweieinhalb Stunden und wir werden spontan entscheiden ob wir durchfahren oder unterbrechen.


Schnell wird auch klar, warum die Fahrt zweieinhalb Stunden dauern soll. Nicht nur, dass die Stadt weitläufiger ist als gedacht, der Verkehr ist auch weitaus dramatischer als angenommen.


Nach ungefähr der Hälfte der Strecke plagen uns Hunger, Durst und Müdigkeit mindestens ebenso sehr wie die eingequetschten Beine, sodass wir kurz vorm Dublin Castle aussteigen.


In einem kleinen französischen Bistro kehren wir ein. Die Portionen scheinen auf den ersten Blick enttäuschend klein, reichen uns letztlich aber doch und vor allem schmeckt es gut. Papa bekommt ein Sandwich und Weißwein - obwohl er Croque bestellt hat und ich eine kleine Kartoffelsuppe und eine Mini-Quiche mit anderthalb Cocktailtomaten.


Wenige Meter später erreichen wir das Dublin Castle aus dem 17. Jahrhundert, erstehen spontan Tickets und begeben uns auf die Self Guided Tour. Die Befürchtung, in den verbleibenden 45 Minuten bis zur Schließung nicht fertig zu werden, ist völlig umsonst! Das Castle ist nicht besonders groß und nicht besonders prunkvoll. Ich möchte nicht behaupten, dass man es zwangsweise von innen gesehen haben muss!


Einen Busstopp später kommen wir zur St. Patrick´s Cathedral. Irland´s Nationalkathedrale aus dem 13. Jahrhundert, eine gotische Erzbischofskirche ist DIE Attraktion der Stadt.


Die hingegen ist wirklich sehr schön von innen und es gibt viel zu sehen. Darunter zahlreiche Denk- und Grabmäler im Inneren. Außerdem kann man dort die Kirche mit Bauklötzen nachstellen, Informationen und Videos über Kopfhörer bekommen und sogar per Pausch-Verfahren Bleistiftbilder von der Kirche machen. Für all das reichen uns die letzten 30 Minuten bis zur Schließung zwar nicht aber wir haben uns trotzdem einmal grob umgesehen.


18.00Uhr:


So langsam sind Augen und Beine wirklich müde. Gelaufen sind wir heute in der Summe zwar höchstens vier Kilometer, abgesehen von den Flughäfen, aber trotzdem schlauchen der fehlende Schlaf, die lange Anreise und die vielen neuen Eindrücke!


Deshalb steigen wir wieder in den Bus und wollen die zweite Hälfte der Tour fahren.


Unterwegs passieren wir unter anderem die Jameson Distillery und das Guinness Storehouse, welches wir die Tage noch besichtigen werden.


Wir fahren einen winzigen Bruchteil in den Phoenix Park hinein und dann Richtung Ende der Tour. Der Phoenix Park steht bisher mit Fragezeichen auf unserem Programm... Die grüne Lunge der Stadt ist ideal zum Fahrrad fahren oder spazieren gehen aber bei rund 7 km² Fläche sprengt das tendenziell unseren zeitlichen Rahmen denn er ist somit doppelt so groß wie der Central Park in New York!


Gerne würde ich den Irish National War Memorial Park ansehen, der hier in der Nähe sein soll aber aufgrund mangelnder Vorbereitung und schlechtem Kartenmaterial verpassen wir den Park zu Ehren der knapp 50.000 gefallenen irischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs, der 1988 eröffnet wurde und aus einem terrassenförmigen, symmetrisch angelegten Garten mit Säulen, Pagoden, Blumen, Bäumen und Brunnen besteht! Langsam wird mir klar, dass ich Dublin wohl nochmal besuchen muss, da wir noch extrem viel vor haben die Tage!


Am vorletzten Hop on hop off Stopp steigen wir aus und laufen zu Fuß zum Hotel. Auf dem Weg liegt noch eine Touristeninfo, ein Supermarkt und ein Souvenirshop und dann sind wir versorgt!


20:00Uhr:


Geduscht und geschafft, so langsam bereiten wir uns auf die Nacht in unserem „Penthouse“ vor. Direkt neben unserem Fenster, welches wir nicht schließen können ohne zu ersticken, rauscht monoton und wirklich sehr laut, die Klimaanlage. Aber es kommt ja immer auf den Blick- bzw. Hörwinkel an – so höre ich Papa´s Schnarchen nicht so laut!




Dienstag – 31.05.16


07.00Uhr:


Unser Wecker klingelt weil wir für heute einen Tagesausflug gebucht haben!


Es geht Richtung Süden in die Wicklow Mountains, auf die ich mich schon riesig freue!


Zunächst gibt es Frühstück im Carlos Café nebenan. Es gehört zum Hotel und das Frühstück ist im Zimmerpreis inkludiert. Aber das Lynam´s macht auch beim Frühstück keine Ausnahme. Dieses passt sich den Zimmern absolut an.


Nach Toast, Croissant, Müsli und Kaffee, was mich auch die kommenden vier Morgen erwarten wird, brechen wir ziemlich bald auf zum Treffpunkt für die Bustour.


10.00Uhr:


Abfahrt vor der Molly Malone Statue. Allerdings mit rund einer halben Stunde Verspätung weil unser Fahrer Johnnie noch auf "Tina Austin" wartet, die jedoch leider nicht mehr eintrifft.


Wir fahren durch den schrecklichen Dubliner Verkehr, dann an der Küste aus der Stadt raus und über eine Schnellstraße, die ggf. eine Autobahn gewesen sein mag, Richtung Grafschaft Wicklow.


Wir stoppen kurz im Bilderbuchdörfchen Enniskerry mit drei Pubs, zwei Geschäften und wenigen Restaurants. Hier können wir Wasser kaufen oder lassen bevor es weiter geht zum Startpunkt unserer einstündigen Wanderung.


Ganz in der Nähe befinden sich die Powerscourt Gardens, die ich nächstes Mal unbedingt sehen möchte. Aber wir fahren weiter und halten kurz darauf irgendwo im Nirgendwo und brechen auf zu unserem Walk, welcher dann doch anderthalb Stunden dauert!





Es geht über befestigte Wege, sattgrüne Wiesen, durch schattigen Wald, meistens flach und vor allem viel entlang eines idyllisch plätschernden Baches. Am Schönsten sind die Strecken mit den Pferden, über deren Weiden wir teilweise laufen. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Pferde fotografiert – sie sind einfach so schön und so gepflegt und passen so klischeehaft oder filmreif in diese irische Traumlandschaft! Und das alles bei strahlendem Sonnenschein unter leuchtendem Himmelblau!




Unsere Gruppe ist 14 Mann stark und unterschiedlicher Herkunft: Deutschland, Holland, Frankreich, Florida. Bunt gemischt also.


Nach der kurzen Wanderung fahren wir allerdings zurück nach Enniskerry und vergrößern uns auf 20 Personen. Die Dazugestoßenen sind auf einer anderen Bustour offensichtlich weniger glücklich gewesen. So genau erfahren wir das nicht mehr. Dafür bekommen wir auch einen größeren Bus und fahren nach einer kleinen Pause weiter nach Glencree.


Glencree ist ein 400m hoch gelegenes Tal, das erst seit 300 Jahren bewohnt ist. Vorher war es zu felsig und bewaldet. Erst nachdem viel Wald gerodet worden und Felder entstanden waren, konnte die Gegend besiedelt werden.


14.00Uhr:


Hier machen wir kurz einen Kaffee-Stopp um unsere Errungenschaften aus Enniskerry zu picknicken und besichtigen anschließend den deutschen Soldatenfriedhof. Dort ruhen 134 deutsche Gefallene aus den beiden Weltkriegen.


Es geht weiter ins Tal Glendalough! Auf dem Weg dort hin halten wir an zwei Aussichtspunkten. Da wäre zunächst die Brücke aus P.S. Ich liebe dich und dann der Lake Guinness. Beides ist beeindruckend schön weil Bilderbuchlandschaft!


Glendalough ist berühmt für die ehemalige Klosteranlage, die 1398 von britischen Truppen zerstört wurde. Heute sind nur noch wenige frühchristliche Ruinen erhalten geblieben. Wir spazieren hier also noch über den Friedhof bevor wir die mehr als einstündige Rückfahrt nach Dublin antreten.


19.00Uhr:


Raus aus dem Bus! Rein in den Pub! - Leider will man uns im Fitzgerald´s partout nicht bedienen, also machen wir uns wieder aus dem Staub.


Einmal links abgebogen, landen wir zufälligerweise beim Hard Rock Café! Und zwar wirklich zufälligerweise! Hier gibt es endlich Heineken und Dinner, wenn auch nicht von gewohnter Qualität und Menge. Ein T-Shirt gibt es trotzdem, und ab dafür!





Wir schlendern noch durch Temple Bar und beschließen, hier noch einmal her zu kommen, wenn wir nicht so kaputt sind wie heute Abend! Denn das bekannteste Stadt- bzw. Kneipen- und Vergnügungsviertel mit seinen engen Kopfsteinpflastergassen, bunten Pubs und Restaurants, Live Musik, Souvenirshops, gemütlichen Bistros und sehr lauten Nachtclubs ist einfach aufregend, angenehm klein, kompakt und zentral!


Es soll auch ein paar schrullige Plattenläden, Schauspielschulen, Theater- und Musikbühnen, Künstler-Ateliers, das Irish Film Institute und eine Wall of Fame als Tribut an die wichtigsten irischen Musiker geben – also noch viel, das wir zu entdecken haben!


Jetzt machen wir aber nur noch einen Schlenker zum Clarence Hotel weil ich ein Foto davon brauche und dann machen wir uns auf den Weg zum Hotel! Seit 14 Jahren ist das Hotel im Besitz von Bono und The Edge, die hier vorgestern noch im Croke Park mit Bruce Springsteen auf der Bühne gestanden haben, aber sie wollen sich heute Abend leider nicht mehr blicken lassen...


23.30Uhr:


So langsam machen wir uns lang – demnächst wird geschlafen! Morgen haben wir viel vor! Dieses Mal innerhalb Dublins, aber es gilt, ein gutes Tempo vorzulegen, da wir die beiden Tage danach wieder Ausflüge vorhaben!


12km haben wir heute laut Schrittzähler zu Fuß zurück gelegt!

 



Mittwoch – 01.06.16


07.00Uhr:


Unser Wecker klingelt weil wir für heute Dublin Hard Core Sightseeing machen wollen! Wenn man nämlich genau überlegt, beschränkt sich unsere Zeit hier direkt in und für Dublin auf ungefähr zwei Tage – einer davon war Montag und davon ging auch einiges für die Anreise von zu Hause aus drauf...


Frühstück, Postkarten schreiben, Briefmarken shoppen im General Post Office und dann können wir endlich starten. Wir haben hier nämlich das Problen, dass Geschäfte, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten immer erst recht spät für unsere Verhältnisse öffnen und auch wieder irgendwie früh schließen – kann aber auch sein, dass wir das nur so empfinden, weil wir so unglaublich viel machen und sehen möchten!


09.30Uhr:


Trinity College. Die altehrwürdigen Gebäude, zwischen denen wir auf gepflasterten Wegen laufen, zählen u.a. eine Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert zu ihren Institutionen. Diese Bücherei ist weltberühmt und verfügt über 200.000 Bücher, darunter das Book of Kells, eine kunstvoll illustrierte lateinische Bibel aus dem 9. Jahrhundert. Eintritt zu der Bibliothek bekommt man aber nur gegen Eintritt – so spannend ist das nicht für uns!






Die Höfe der 1521 gegründeten Universität können aber kostenlos besichtigt werden. Fotogen finde ich den 30m hohen Glockenturm - aber dann machen wir uns auch langsam wieder vom Acker.


Prominente Absolventen des Trinity College sind übrigens z.B. Chris de Burgh und Oscar Wilde.


Als nächstes wollen wir zum St. Stephen´s Green, dem Stadtpark am Südende der Grafton Street. Die 500m lange Grafton Street ist die Shoppingmeile, also Fußgängerzone, aber leider gibt es vorwiegend sehr exklusive Geschäfte und außerdem ist auch noch nicht viel davon geöffnet!


Der St. Stephen´s Green ist jedenfalls ganz schön aber wir belassen es bei einer kurzen Durchquerung.


Von hier aus sind es etwas mehr als 2km zum Guinness Storehouse! Auf dem Weg dorthin gönnen wir uns eine halbe Stunde Pause im Starbucks bevor wir die Guinness Tour in Angriff nehmen!


12:00Uhr:


Für 21 Euro pro Person begeben wir uns mit Audio Guide in deutscher Sprache durch das viktorianische Fabrikgebäude aus dem 19. Jahrhundert, wo historische Brauanlagen und die Stufen des Brauprozesses gezeigt werden. Das ganze ist äußerst modern, interaktiv und multimedial gestaltet und erstreckt sich über mehreren Etagen!


Ich finde es ist am ehesten mit der Heineken Experience vergleichbar, wobei uns die vielleicht sogar noch ein wenig besser gefallen hat! Mag aber daran liegen, dass dies die erste Tour dieser Art war, die wir gemacht haben und vor allem weil das Heineken uns deutlich besser schmeckt als das Guinness...


Abschluss der Tour ist ganz oben in der rundum verglasten Gravity Bar auf dem Dach mit Rundumblick über Dublin! Leider ist es hier oben sehr laut, unglaublich voll, dolle warm und es herrscht akuter Sitzplatzmangel. Als wir endlich einen Sitzplatz für jeden von uns ergattern, lassen wir uns die Zeit für unser Guinness, die wir benötigen...


Das Storehouse ist tatsächlich die meist frequentierte Sehenswürdigkeit der Stadt – das kann ich mir gut vorstellen, finde es aber auch schon irgendwie schade bzw. bezeichnend. Warum ist das so? Es gibt so viele kultuerelle und landschaftliche Highlights in Dublin! Wieso Bierbrauen??




14:15Uhr:


So langsam können wir uns auf den Weg machen! Wir stöbern noch durch den Guinness Shop und laufen dann Richtung Liffey. Nähe Hapenny Bridge, also nicht weit von unserem Hotel, starten die River Cruises. Bis dahin laufen wir dann wieder fast 2,5km – und dann fährt nicht mal ein Boot!!


Wie wir auch schon festgestellt hatten, herrscht extremes Niedrigwasser und die Touren starten 20 Gehminuten entfernt. In 15 Minuten ist aber Abfahrt! Eine Stunde später gibt es zwar auch noch eine Tour aber das ist uns wirklich zu viel Wartezeit!


Stattdessen machen wir einen Zwischenstopp im Hotel – ich betone nochmals: Wir haben schönstes Sonnenwetter! Immer noch! Aber es ist auch wirklich sehr warm und ein T-Shirt-Wechsel kann wahrlich nicht schaden!


15:30Uhr:


Jetzt wollen wir einmal Linienbus fahren. Zum Nationalfriedhof von Dublin sind es nämlich ca. 6km – das muss dann doch nicht zu Fuß sein!!


Das Abenteuer geht auch direkt schief weil wir den Ausstieg verpassen und dann wieder recht weit zurück fahren müssen. Netterweise müssen wir für´s Zurückfahren nicht neu bezahlen beim Busfahrer. Das entzieht sich mir jeder Logik aber er lässt sich überreden – ohne diesen Hinweis des ersten Busfahrers hätte ich mich gar nicht getraut, danach zu fragen. Ich wäre nicht einmal auf die Idee gekommen!


Jetzt aber können wir sicher sein, ans Ziel zu gelangen, denn der Fahrer ist wirklich sehr nett und sagt uns extra Bescheid wann wir aussteigen und wo wir lang gehen müssen!


Der Glasnevin Cemetery ist der größte Friedhof Irlands, was ich sofort glauben will! Über 1,5 Mio Gräber, also fast drei mal so viele wie Dublin zurzeit Einwohner hat!


Es mag makaber klingen aber ich finde es sehr schön, hier im Sonnenschein spazieren zu gehen und zu fotografieren!




Anschließend wieder das Abenteuer Bus. Dieses Mal klappt es aber im Grunde auf Anhieb. Wir fahren ja die gleiche Strecke zurück, jedenfalls meine ich das, und der Fahrer weiß von vornherein Bescheid, dass wir eine Spezialbetreuung brauchen. Er schickt uns also wieder aus dem Bus, für meinen Geschmack eine Haltestelle zu spät aber das ist nicht zu weit, das können wir zurück gehen.


Im Garden of Remembrance bin ich jedoch ein wenig enttäuscht, denn die Gedenkstätte für diejenigen Iren, die beim Kampf für die Unabhängigkeit starben, ist heute mehr Baustelle als alles andere! Wir halten uns nicht lange auf – hier müssen wir nicht verweilen. Und wir haben langsam wirklich Hunger!


Das Captain America´s Cookhouse im südlichen Teil der Grafton Street darf es sein! Das bedeutet zwar wieder einen ordentlichen Fußmarsch aber ich möchte die irische Antwort auf das Hard Rock Café gerne kennen lernen!


Und wir werden nicht enttäuscht! Das Essen und überhaupt das Konzept ist dem des Hard Rock Cafés sehr ähnlich aber ich finde es fast noch besser oder uriger weil es voll gestopft ist mit U2 Krempel! T-Shirts gibt es nicht, ist für mich aber auch uninteressant. Wir essen hier gut, ich mache ein paar Fotos und dann sind wir auch wieder weg.


19:00Uhr:


Rückweg zum Hotel mit einem Schlenker durch Temple Bar. Im Hard Rock Café habe ich noch Einkaufsaufträge zu erfüllen, eventuell wollen wir noch irgendwo einkehren und außerdem interessiert mich die Wall of Fame mit irischen Musikern aber letztlich ist diese dann leider doch nicht weiter aufregend!


Auf einen Absacker verzichten wir dann auch... Mittlerweile ist es sonnenuntergangsbedingt recht schattig und somit kühl, da sind uns Dusche und Bett lieber.


22:00Uhr:


Gute Nacht Dublin – morgen gehen wir dir fremd und erkunden Belfast!


17km haben wir heute laut Schrittzähler zu Fuß zurück gelegt!

 



Donnerstag – 02.06.16


06:45Uhr:


Heute wollen wir nach Belfast in Nordirland. Großbritannien´s zweitgrößte Stadt ist Hauptstadt von Nordirland und weniger als zweieinhalb Busstunden von Dublin entfernt.


08:30Uhr:


Wenige Meter von unserem Hotel entfernt, fährt der Aircoach. Mit zwei Zwischenstopps am Dublin Airport fährt er weiter nach Belfast. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, was aber wieder an diesem sagenhaften Wetter liegen mag. In Grau und nass ist es sicherlich weniger herrlich. Die Fahrt vergeht jedenfalls wirklich schnell und das obwohl das WLAN ausgefallen ist. Es gibt einfach so viel zu sehen!


10:50Uhr:


Pünktlich kommen wir am Europa Bus Center in Belfast an. Nicht weit entfernt ergattern wir in einer Touristeninfo zwei Stadtpläne und machen uns ohne konkretes Ziel auf den Weg.


Belfast hat fast 300.000 Einwohner und ist somit schon eine recht große Stadt aber wie wir feststellen, lässt sich das Stadtzentrum superleicht zu Fuß erkunden.


So grob wollen wir Richtung Lagan gehen, das ist der Fluss, der durch die Stadt fließt und wo Bootstouren angeboten werden.


Wir kommen vorbei an der mächtigen City Hall, durch die Shoppingmeile Royal Avenue und dann entlang der High Street hoch zum Lagan. Insgesamt ist das vom Bus Center bis zum Lagan also ungefähr eine Meile, die man gut und gerne in 20-30 Minuten ohne Zwischenstopps bewältigen kann.


Wir erstehen Bootstickets und überbrücken die kurze Wartezeit mit einem fixen Lunch in der Sonne.


12:30Uhr:


Die Tour wird live kommentiert aber leider verstehen wir kein Wort. Hat es was mit dem britischen Englisch zu tun? Nein in dem Fall wohl wirklich eher damit, dass der Fahrer unglaublich undeutlich und nuschelig spricht. Das ist sehr schade, denn es gibt nicht wirklich viel zu sehen, da wäre es schon schön gewesen, zu wissen, was es damit auf sich hat.


Nach einer halben Stunde dreht das Boot wieder um und fährt ohne Livekommentar aber dafür mit irischer Musik zurück zum Anleger. Es ist zwar schön sonnig und mit 20 Grad theoretisch ideal – aber leider bin ich heute irgendwie schlecht drauf, fühle mich schlapp, bin müde, erschöpft und friere meistens.



13:30Uhr:


Vom Boot aus gesehen hatten wir nun bereits das Titanic Museum, das mir auch schon eine Kollegin dringendst empfohlen hatte! Das Wetter ist zwar eigentlich zu schön für Drinnen-Aktivitäten aber wir haben spontan kaum eine Alternative und außerdem scheint die Ausstellung das Highlight schlechthin zu sein in Belfast.


Wir laufen eine weitere Meile bis wir das spektakuläre Gebäude der Titanic Ausstellung erreichen. Bevor wir jedoch Tickets für die sogenannte Titanic Experience erstehen, toben wir uns schon einmal im Titanic Store aus.


Die Tickets sind mit fast 18 Pfund schon recht teuer aber wir legen direkt noch einmal 3 Pfund nach um Audio Guides auf Deutsch zu erhalten. Das war die klügste Entscheidung überhaupt! Ohne diese deutschen Kommentare wären wir im Nu durch die Ausstellung gehüpft und hätten irgendwie nichts davon mit nach Hause genommen...


Das Museum befindet sich übrigens direkt auf dem ehemaligen Gelände der Harlan & Wolff-Werft, in der die Titanic gebaut wurde. Wenn man aus den großen Fenstern schaut, kann man sogar genau sehen, wo sich das Dock befunden hat.


Das Museum selbst ist in neun Abschnitte geteilt, darunter viele Infos zu Belfast im Allgemeinen, aber natürlich geht es in erster Linie um die Titanic. Dazu gehören aber auch stadtgeschichtliche Eckdaten, da die Reederei der Titanic schließlich ein vielfacher Arbeitgeber war! - Wenn auch unter schlechten Bedinungen...


Man erfährt viel über den Bau des Schiffes, kann Nachbauten der Kabinentypen anschauen und natürlich wird der Untergang thematisiert. Insgesamt hochinteressant und sehr multimedial.


Gute Mischung aus Stahlträgern wie im Inneren eines Schiffes, Videoleinwänden, musikalischer Untermalung, Ausstellungsstücken, Fotos, Modellen, Touchscreens und so weiter.


120 Millionen Euro sollen hier investiert worden sein um auf 11.000 Quadratmetern diese Ausstellung zustande zu bringen. Da die meisten der 10 Millionen Besucher Belfasts pro Jahr auch wirklich hier her kommen, hört sich diese zunächst gigantisch erscheinende Summe dann doch wieder erträglicher an.





Anschließend kehren wir im Museum auch noch ins Bistro ein und verweilen bevor wir uns auf den Rückweg zum Bus Center machen.


Wir wählen eine leicht abgeänderte Strecke aber ich bin inzwischen nicht mehr sonderlich begeisterungsfähig – zu groß die körperliche Erschöpfung. - Leider!


18:00Uhr:


Starbucks-Stopp und dann fahren wir auch mit dem nächsten Bus nach Dublin.


Die Rückfahrt zieht sich. Ich bin k.o. - will ins Bett.


21:00Uhr:


Es ist geschafft. Ein schöner Tag liegt hinter uns, noch ein gutes Stündchen zum Runterkommen und dann ist Schlafenszeit!


9km haben wir heute laut Schrittzähler zu Fuß zurück gelegt!




Freitag – 03.06.16


10:30Uhr:


Früher als jetzt war es nicht machbar, aufzubrechen. Ich habe Fieber und fühle mich ziemlich ausgekotzt...


Halbwegs planlos laufen wir los, die Henry Street hoch. Sie beginnt gleich um die Ecke und wir haben sie bisher ignoriert gehabt. Diese Shoppingmeile gefällt mir schon viel besser als die Grafton Street aber mir ist leider nicht nach Shoppen zumute. Außer in der Apotheke...


Erst unterwegs entscheiden wir uns gegen die Fahrt nach Kildare und für die Liffey River Cruise.


In der Nähe von Kildare befindet sich das irische Nationalgestüt, das man besuchen kann. Dort gibt es ein Pferdemuseum, self guided Tours entlang der Stallungen und Weiden, wo zurzeit viele, viele Fohlen sein müssen, sowie einen japanischen Garten und ein Café/Restaurant. Eigentlich wollten wir uns hier unbedingt umsehen aber dazu müssten wir bis zur Heuston Station laufen, was recht weit ist, dann mit der Bahn nach Kildare fahren, dann weiter nach Tully entweder zweieinhalb Kilometer laufen oder auf eine Busverbindung hoffen und nach dem Besuch des Gestüts das ganze wieder rückwärts. Dazu fühle ich mich leider wirklich nicht imstande.


11:30Uhr:


Nahe Custom House startet die Bootstour auf dem Fluss. Die 45 Minuten vergehen wie im Flug und sind trotz Live Kommentar nicht besonders aufregend. Alles was wir sehen, haben wir Montag schon vom Hop on hop off Bus aus gesehen. Egal – ich hatte keine Wahl, immerhin eine Beschäftigung, die weniger anstrengend für mich ist.






12:30Uhr:


Nahe O´Connell Bridge endet die Fahrt und wir erspähen ein hübsches Restaurant, das wir ansteuern. Das Frühstück hatten wir ja ausfallen lassen, also wird es jetzt Zeit für einen ausgiebigen Lunch.


Das Essen hier ist gut. Aber auch nicht mehr. Die Bedienung deutlich ausbaufähig. Den Namen des Restaurants weiß ich leider nicht mehr aber es gehört zum Hotel Arlington.


Anschließend schlendern wir wieder durch die Henry Street und Umgebung, noch einmal zum General Post Office und dann liefert Papa mich im Hotel ab bevor er Kaffee trinken geht.


17:30Uhr:


Wir brechen noch einmal Richtung Temple Bar auf. Heute ist Freitag. Die Deutschen werden mehr und alles ist voll von Junggesellenabschieden. So auf einen Haufen hat das schon was abstoßendes.


Aber wir finden ein tolles Restaurant mittendrin! Das Quays Irish Restaurant hält für uns kaltes Bier bzw. Wasser und lecker Garlic Cheese Bread bereit – ein Snack reicht nach dem üppigen Mittagsmahl aus.


Hier gefällt es uns richtig gut. Kulinarsch ist Irland wirklich kein Hochgenuss gewesen für uns in den Tagen. Wie so vieles ist auch das Essen hier dem in Amerika sehr ähnlich. Aber im Quays stimmt wenigstens endlich mal die Atmosphäre, Einrichtung und Bedienung. Bisher waren wir hier noch nicht sonderlich begeistert.


Und dann war es das mit unserem Dublin-Besuch. Zurück über die Hapenny Bridge zum Hotel und Koffer packen!


20:30Uhr:


Der Wecker ist gestellt. Das war Irland Part One. Fortsetzung folgt. Irgendwann. Ganz sicher! Es war einfach viel zu schön und wir haben nur einen Bruchteil kennen gelernt!


7km haben wir heute laut Schrittzähler zu Fuß zurück gelegt!

 



Samstag – 04.06.16


Die Abreise erfolgt mühelos. Frühstück, auschecken, Bus zum Flughafen und warten.


Mit Lufthansa geht es nach München und von dort nach dem Umsteigen weiter nach Hannover.