Ein paar Tage in Erfurt
Wie kam die Idee?
Das ist ziemlich einfach. In der Woche zuvor auf Fehmarn, stellten wir fest, dass wir noch ein paar zusammenhängende Tage frei haben würden und uns eine Städtereise vorstellen könnten. Folgende Kriterien: 1. Etwas Neues, für uns Unbekanntes. 2. Nicht zu weit weg für drei Übernachtungen.
Sofort war die Idee Erfurt „geboren“ – Landeshauptstadt vom Bundesland Thüringen!
Alle meine Fotos von Erfurt gibt es, wie immer, hier!
Donnerstag, 04. Juni 2020
Die Fahrt von zu Hause aus betrug etwa drei Stunden und wir parkten um 12.30Uhr in der Tiefgarage des Hotels.
Rückblickend hat uns wirklich ALLES in Erfurt richtig gut gefallen, und so kann ich absolut alle Stationen unserer Erfurt-Tage als Highlights der Stadt bezeichnen und diese absolut empfehlen. ♥ Los geht´s!

Mercure Hotel Erfurt Altstadt [KEINE Werbung!!!]
Um es kurz zu machen: Beste Lage in Erfurt. Superschöne Zimmer, die wir als modern, ruhig, praktisch, sauber und gemütlich empfunden haben. Sowie tolles Personal, immer freundlich und hilfsbereit, sogar vorab per E-Mail und am Telefon. Auch das Management in der aktuellen Corona-Zeit mit diversen Vorkehrungen hat einen durchdachten Eindruck gemacht. Das alles ist meine persönliche Meinung und ich habe vom Hotel keine Vorteile erhalten, dafür dass ich das hier erwähne.
TIPP: Buch dir ruhig ein Zimmer zum Innenhof. Die Superior Zimmer liegen nicht zur Straße und die Minibar ist inkludiert und wird täglich neu befüllt! (So jedenfalls der Stand der Dinge im Juni 2020.)
Die Krämerbrücke
Eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Erfurt erreichten wir nach gerade mal 200m Fußweg. Dort gibt es zahlreiche süße kleine Geschäfte, alles sehr individuell, man kann wunderbar stöbern. Auf der Brücke selbst, merkt man gar nicht, dass man auf einer Brücke ist – ein bisschen wie in Florenz auf der Ponte Vecchio, nur viel schöner!
Wie wir bald darauf erfahren würden, trifft das mit den individuellen Geschäften aber auf fast ganz Erfurt zu. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Ketten aber auch wirklich auffällig viele schöne Möglichkeiten, abseits des Mainstreams einzukaufen!

TIPP: Direkt am Anfang (oder Ende) der Krämerbrücke steht die Ägidienkirche. Leider war uns, Corona-bedingt, der Turmaufstieg nicht möglich aber es heißt, von dort oben hat man eine grandiose Aussicht!
Durch die Altstadtgassen und in den Dom
Über den Fischmarkt, mit dem Erfurter Rathaus, gingen wir durch die Rumpelgasse und die Mettegasse Richtung Erfurter Dom! Am riesigen Domplatz gibt es auch viele schön Geschäfte, Restaurants und Cafés. Wir bummelten durch ein paar Lädchen und kehrten bald in ein bayrisches Gasthaus ein – beim Hinausgehen registrierte ich nebenan ein Restaurant mit Thüringer Speisen… Nunja.
Siebzig Stufen waren dann zu überwinden um zum Dom St. Marien hinauf zu kommen. Die Domtreppen sind sogar extra im Stadtplan eingezeichnet – ich verstehe warum… Aber der Dom lohnt sich tatsächlich. Ein beeindruckender Bau mit hübschem Inneren. Zu Recht das Wahrzeichen der Stadt.
Anschließend ging es für uns weiter über die Marktstraße und Schlösserstraße, ebenfalls gesäumt von sooo vielen tollen Geschäften, zum Anger! In dieser Gegend dominieren dann die bekannten Namen und Marken. Dort wurde es also nun am späten Nachmittag Zeit für uns, den Feierabend einzuläuten. Wir organisierten uns noch ein paar Snacks für den Abend in unserem Zimmer und waren unterm Strich höchstzufrieden mit dem, was Erfurt uns für den Anfang präsentiert hatte!
TIPP: Der Domplatz ist wirklich supergroß, einer der größten Marktplätze Europas! Vormittags ist dort dann auch immer: Markt! Es gibt Obst und Gemüse aber auch Kleidung und Krims Krams!

Donnerstag, 05. Juni 2020
Spaziergang am frühen Morgen
Da wir gestern schon um 20 Uhr ins Reich der Träume gekehrt waren, war ich heute entsprechend um halb sechs wach und voller Tatendrang, schließlich hatte mir Erfurt bisher extrem gut gefallen. So unternahm ich bereits um 7 Uhr einen kleinen Spaziergang alleine. Philipp jetzt schon zu wecken hatte keinen Zweck und eigentlich könnte ich sowieso unterwegs ein kleines Frühstück besorgen, denn das hatten wir im Hotel bewusst nicht mitgebucht.
Ich kann dir nur ans Herz legen: Solltest du Frühaufsteher sein oder es dir zumindest nichts ausmachen, einmal früh aufzustehen um eine wunderschöne Altstadt menschenleer zu erleben, dann – tu – das – unbedingt ! Ich war ungefähr eine Stunde unterwegs und habe es unendlich genossen! Besonders auf der Krämerbrücke und drum herum konnte ich super fotografieren, wo sich sonst die Menschenmassen durchschieben!
Ich ließ mich treiben, auf mir von gestern bekannten aber auch auf neuen Pfaden, und entdeckte dabei richtig tolle Ecken, sowie schlussendlich auch einen Bäcker mit belegten Brötchen für unsere erste Mahlzeit des Tages.

TIPP: Mach das! Ich werde zukünftig versuchen, auch andere Städte auf diese Weise zu entdecken. Einfach ein bisschen frische Luft schnappen, bevor es jeder andere tut. Abgesehen von ein paar wenigen Gassigängern mit ihren Hunden, bin ich so gut wie niemandem begegnet. Je mehr die Uhr Richtung acht ging, desto belebter wurde es aber natürlich…
Der Petersberg
Es war dann 9 Uhr als wir schließlich zu zweit am Hotel aufbrachen. Für Philipp im Urlaub immer noch früh genug! Nicht weit vom Hotel gab es erstmal einen schönen Kaffee…
Der Petersberg liegt quasi gegenüber vom Domhügel, d.h. wir steuerten direkt wieder den Domplatz an und nun war auch Markt! Ich entdeckte Oma´s schönes weiß-blaues Geschirr und musste es mir einfach kaufen!
Direkt um´s Eck dann aber der Petersberg! Darüber hatte ich in den letzten Tagen sooo viel gelesen und der Ausblick auf die Stadt solle sooo unschlagbar sein!
Tatsächlich ist der Begriff Berg deutlich übertrieben, denn es war ein recht kurzer und auch nicht sehr steiler Weg hinauf – und dennoch befanden wir uns plötzlich irgendwie über Erfurt! Wunderschön.
Wir gingen hier eine Weile spazieren und genossen das Panorama aber leider waren überall Baustellen, sodass man nur einen Bruchteil erkunden konnte. Superschade, sonst hätten wir hier weitaus mehr Zeit verbracht!

TIPP: Wir haben in der „Glashütte“ [KEINE Werbung!!!] etwas getrunken, dort befindet man sich auf dem höchsten Punkt des Petersbergs. Das war an und für sich sehr schön aber -für uns- leider begleitet von jeder Menge Baulärm…
Andreasviertel und Venedig
Im Erfurter Andreasviertel stehen viele bunte Häuser, die teilweise recht fotogen anmuten. Die Straßen sind eher Gassen, die Häuser nicht besonders groß aber hübsch. Die Umgebung insgesamt ruhig. Man kann hier durchaus mal vorbei schauen aber ich finde es ein wenig zu hoch gelobt. Es war für uns nach dem Petersberg einfach geografisch der perfekte Anschluss aber einen Umweg würde ich dafür nicht in Kauf nehmen!
Ganz besonders schade finde ich, dass im Andreasviertel, vielleicht auch in anderen Teilen der Stadt, aber hier ist es mir besonders aufgefallen, die Fassaden stark beschmiert worden sind. Vielleicht nicht in den kleineren Straßen aber in den größeren schon. Wirklich hässliche Worte oder Sätze, sowohl inhaltlich als auch künstlerisch, wobei von Kunst nicht im Ansatz gesprochen werden kann.
Ich wertschätze echte Street Art, die es verdient hat, durchaus, aber hier im Viertel kann davon nicht die Rede sein, dagegen weist jeder deutsche Hauptbahnhof bzw. dessen Umgebung prachtvollere „Werke“ auf! Wahrscheinlich ist man aber machtlos, dagegen etwas auszurichten?
Die nordöstliche Begrenzung des Andreasviertels stellt jedenfalls das parkähnliche Gebiet namens Venedig dar. Es ist nicht sehr groß aber super idyllisch! Hier gehen Menschen mit oder ohne ihren Hunden oder Kindern spazieren, ich schätze es sind eher Einheimische als Touristen, die sich eher rund um bzw. südlich der Krämerbrücke aufhalten. Irgendwie schade, aber eben gut für uns, es ist ein hübsches Fleckchen, das durchaus zum Verweilen und Spazierengehen einlädt.

TIPP: Bring etwas Entenfutter mit! 
Der Wenigemarkt
Ein ganz kleiner Marktplatz am östlichen Ende der Krämerbrücke , dort wo auch die Ägidienkirche steht. Und trotz dass der Platz so winzig ist, gibt es hier eine Fülle an Restaurants und Cafés, sodass hier immer der Bär steppt! Nicht zu vergessen die vielen Menschen, die auf die Krämerbrücke wollen oder von ihr runter kommen.
Wir kehrten hier in einem superschönen Restaurant ein, bzw. saßen wir draußen. Die Speisen waren von gehobener Qualität und es hat uns auch ausgesprochen gut dort gefallen! Ich sag nur Trüffelravioli mit sonnengetrockneten Tomaten, grünen Spargelstückchen und lecker Parmesan…
Auch als wir nach einer kleinen Hotelpause und einem erneuten Stadtbummel später am heutigen Nachmittag wieder hier vorbei kamen, kehrten wir noch in ein Café ein, das uns ebenfalls gut gefallen hat. Offenbar kann man am Wenigemarkt wenig verkehrt machen!
TIPP: Viele holen sich einfach eine Tüte Eis und setzen sich auf eine der Bänke, die auf dem Platz im Kreis stehen – ein schönes Plätzchen!
Samstag, 06. Juni 2020
Tagesausflug nach Seitenroda, Jena und Weimar
An diesem Tag kehrten wir Erfurt, trotz seiner Schönheit, einmal den Rücken! Hier liest du alles über unseren Tag in anderen Ecken Thüringens.

Sonntag, 07. Juni 2020
Um Punkt 10 Uhr verließen wir unseren Platz in der Hotel-Tiefgarage. Wir hatten früh morgens schon gepackt und anschließend gemütlich in einem Café wahnsinnig lecker gefrühstückt.
Gartenausstellung
Auf dem Weg nach Hause stoppten wir noch im südwestlichen Stadtteil Hochheim für den egapark. Hier hatten wir uns allerdings mehr erhofft. Coronabedingt waren fast alle Hallen (bis auf eine) geschlossen – und wegen der Vorbereitungen für die BUGA 2021 war auch das Außengelände nur eingeschränkt nutzbar, da sich Baustelle an Baustelle reihte.
Ein paar bunte Blumen und ein paar Tiere, wie Ziege, Schaf und Pony, haben wir trotzdem gesehen und vor allem, unser Hauptanliegen, uns vor der Heimfahrt noch ein wenig die Füße vertreten. Zu einem anderen Zeitpunkt könnte der egapark aber ein schöner Ort sein, sodass er es trotzdem als Tipp für dich in diesen Artikel geschafft hat.
Alle meine Fotos vom egapark Erfurt gibt es, wie immer, hier!
Fazit
Erfurt scheint mir eine ganz besonders angenehme und sehenswerte Stadt zu sein. Allerdings peilen wir erst einmal das nahe gelegene Gotha sowie Eisenach an. Mir scheint, Thüringen hat eine Menge zu bieten! Hatte ich mich doch 2017 schon in Weimar verliebt und mich seit dem dortigen Aufenthalt gefragt ob Erfurt wohl genauso schön ist und wann ich es einmal sehen werde. Nun – jetzt war es also soweit und ich kann ganz klar sagen: Ja, Erfurt lohnt sich genauso! ♥
Und: Alle meine Fotos von Erfurt gibt es, wie immer, hier!