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Ostfriesland 2013



Spätestens an Pfingsten 2013 auf Rügen packte mich die Lust, mal wieder nach Ostfriesland zu fahren, wo ich mit meinen Eltern früher unzählige Urlaube verbracht und mich nahezu heimisch gefühlt hatte.

 


 

Wenig später wurde Daniel damit konfrontiert und wir beschlossen schnell, über unseren 5. Jahrestag ein verlängertes Wochenende hoch zu fahren… Daraus wurde leider nichts – wie das terminlich manchmal so ist. Aber eine gute Woche später wollten wir dann starten.

 

So ging es also am 3. August los in den nächsten Urlaub in Deutschland. Was nur mit mir los sei – fragten viele… Nun ja, finanziell könnte man meinen, ist ein Deutschland-Urlaub naheliegender als eine Flugreise wenn man gerade in Amerika war UND ein Auto kaufen musste…

 

Aber weit gefehlt! Die abschließenden Abrechnungen schockieren schon ein wenig… Aber ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass es günstig wird und so war dies nicht mein Beweggrund zu diesem Urlaub, wie ich oben schließlich bereits schilderte. Ich wollte vielmehr endlich wieder einmal die frische Nordseeluft schnuppern und sehen was sich in den vergangenen Jahren hier oben verändert hat!

 

Die erste Nacht von Samstag auf Sonntag verbrachten wir allerdings noch nicht an der See sondern an der Weser. Nach fast fünf (!!) Stunden Autofahrt auf nur 165km bis Bremen, checkten wir völlig erschöpft in einem Best Western Hotel [!KEINE WERBUN!] in Bremen ein. Solch einen Stau hatten wir selten erlebt!

 

Das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof und zu diversen Restaurants und Bars! Somit sind auch die Altstadt mit dem Rathaus sowie die Fußgängerzone in Kürze erreicht! Aber dafür war nun wirklich keine Zeit mehr! In einer knappen dreiviertel Stunde sollte unsere Brauereiführung bei Beck´s beginnen!

 


 

Mit dem Bus fuhren wir drei Stationen ab Hauptbahnhof, um eine wieder zurück zu laufen… Man hätte die zwei Stationen also auch direkt ab Hotel von Vornherein zu Fuß gehen können. Aber wie auch immer, wir waren gerade noch pünktlich und schlüpften in quietschgelbe Warnwesten bevor es losging. Der Malte fasste in wenigen Sätzen die Geschichte der Brauerei zusammen und zeigte uns einen etwas ausführlicheren Film dazu.

 

Anschließend ging es in eine Art kleines „Museum“, in dem der Brauprozess veranschaulicht wird. Es war hier drin elendig heiß aber man muss zugeben, dass die ganze Aktion ziemlich interessant war. Anschließend gab es einen weiteren kleinen Film plus kurzem Gang über das Gelände und anschließend durften wir endlich zur Bierprobe. Man kann so eine Tour wirklich nur empfehlen, der Preis von 10,50€ pro Person inkl. Verköstigung lohnt sich absolut.

 


 

Drei Biere und insgesamt ca. anderthalb Stunden später waren wir also erst recht in Bierlaune und machten uns zu Fuß auf den knapp 20 minütigen Weg zum Hofbräuhaus, wo wir in weiser Voraussicht (wegen dem Bierdurst…) einen Tisch reserviert hatten.

 

Lecker Käsepätzle und ein Kaltgetränk und der Abend konnte beginnen.

 


 

Leider landeten wir zunächst in einer wirklich grausamen „Cocktailbar“, die eben nicht einmal als solche zu bezeichnen war, vielleicht mehr ein Eisacafé. Hier gab es in erster Linie Pizza und Eis aber eben auch Cocktails mit Happy Hour. Es hielt uns hier nur einen knappen Cocktail lang bevor wir einmal um die Ecke bogen und zig super schöne Bars zur Auswahl hatten… Hier verweilten wir etwas länger in einer spanischen Bar, die wundervolle Cocktails in superschöner Atmosphäre und sogar mit netter Bedienung anbot!

 

Die Nacht im Best Western war gut aber ich wüsste spontan auch nicht, was uns nach diesem Abend noch beim Schlafen hätte stören können.

 

Das Hotel würde ich jedenfalls jederzeit wieder buchen. Eine bessere Lage gibt es nicht, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, die Zimmer sind schlicht aber sehr sauber und auch groß genug für einen Städtetrip, man parkt vergünstigt im Parkhaus gegenüber und das Frühstück war unheimlich reichhaltig!

 

Sonntag waren wir erstaunlich früh wach. Bei mir ging es um 20 nach 6 los, Daniel war um 7 soweit. Daher gingen wir recht früh frühstücken und checkten dann auch direkt aus weil wir um die Uhrzeit in Bremen noch nicht besonders viel anstellen konnten. Museen etc. öffneten erst um 10 Uhr und Geschäfte auf nem Sonntag sowieso gleich gar nicht.

 

Um 10 Uhr standen wir dann bereits in Wiesmoor auf dem Minigolfplatz – wobei die Bezeichnung „Erlebnisgolf“-Platz tatsächlich angebrachter ist. Der Minigolfplatz auf Malle am Ballermann war schon wirklich originell… Aber das hier ist mit Sicherheit einmalig.

 

Der Platz ist „ostfriesisch gestaltet“ und zwar widmet sich jede Spielbahn einem Thema. In die erste Bahn ist eine Windmühle integriert, die den Ball zwischen den Schlägen transportiert und weiter rollt, eine andere Bahn ist mit einer Kuh, die nächste mit einem Leuchtturm dekoriert. Dann gibt es eine Bahn, die quasi ein Labyrinth aus Hecken darstellt. Man spielt teilweise durch einen alten Schiffscontainer, über eine Brücke, auf einer Insel, auf einem Kutter, einen Deich hoch und so weiter. Total super gemacht und für 6,50€ unbedingt mitzunehmen! Danach noch ein kühles Getränk im Lokal gegenüber und weiter ging die Reise - ab hier nur noch gut eine Stunde Fahrt nach Norddeich!

 


 

Der Check In in unserer Pension „Deichblick“ verlief zügig und problemlos und auch das Zimmer entsprach mindestens unseren Erwartungen. Zwar fehlte Balkon/Terrasse aber bei unserer „Last Minute“-Buchung muss man eben das nehmen was noch frei ist. Dafür hatten wir einen Kühlschrank, ausreichend Platz und es war immer tip top sauber und gepflegt!

 

Unser erster Weg führte uns natürlich an den Strand. Es war unglaublich heiß, was wir von der Nordsee nicht gerade erwartet hatten, und so stiegen wir sofort in unsere Badeklamotten und stiefelten los. Von der Pension dauert der Weg zum Deich zu Fuß ca. 2 Minuten und kurz darauf ist man am Strand.

 

Leider haben wir natürlich die Ebbe erwischt und stiefelten nicht durchs erfrischende Nass sondern durchs Watt! Aber egal. ICH war angekommen…! :-)

 

Irgendwann schlugen wir unsere Strandmuschel auf, hauten uns in den Sand und lasen und schliefen und holten uns einen Sonnenbrand (ich). Dieses Mal traf es meine Unterschenkel, die als einziges nicht im Schatten lagen… Aber was wäre ein Strandurlaub für mich ohne Sonnenbrand???

 

Als es uns dann doch zu heiß wurde, beschlossen wir kurz auf´s Zimmer zu gehen um den Strandkram los zu werden und uns frisch zu machen und anschließend die weitere Umgebung zu Fuß zu erkunden.

 

Eine bessere Lage hätte unsere Unterkunft nicht haben können! Wir konnten eine riesige Runde durch Norddeich gehen – erst die komplette Norddeicher Straße hinunter und dann den Dörper Weg wieder hoch. Hier wurden wir dann auch fündig was unsere Suche nach einem Restaurant für´s Abendessen betraf. „La Trattoria“ bietet italienische und Fisch-Spezialitäten an, sodass für mich eine tolle Pizza und für Daniel der erste gute Fisch dabei herumkam!

 

Montag war wieder so tolles Wetter. Wir gingen daher direkt nach dem Frühstück zum Strand und siehe da! Zu dieser Uhrzeit war noch Flut! Erst spazierten wir nur durch´s Wasser, landeten dann wieder in unserer Strandmuschel aber sprangen schließlich doch noch in die 21 Grad frischen Fluten! Okay… Daniel sprang… Ich schlich… Als wir getrocknet waren musste aber bald ein neuer Plan her. So einen ganzen Strandtag ertragen wir dann ja doch nicht.

 

Also fuhren wir nach Norden und bummelten durch die doch sehr kleine Fußgängerzone und landeten zu einem frühen Abendessen im Pizzastübchen. Meine Bandnudeln mit Spinat und Daniel´s „Dicker Hund“ machten Lust auf mehr und ich fasste ruck zuck den Entschluss, dass wir noch einmal hier her kommen würden.

 

Anschließend waren wir noch einkaufen im Combi und ließen dem Abend am Strand mit einem kühlen Fläschchen Wein ausklingen! Was für ein toller Urlaub!

 


 

 

Dienstag regnete es zunächst aber es sollte Gott sei Dank nicht allzu lange anhalten. Wir fuhren zuerst zum Käsehof nahe Krummhörn weil ich hier unbedingt wieder leckeren Ziegenkäse kaufen wollte.

 

Als wir danach am Pilsumer Leuchtturm ankamen, hatte es schon aufgehört zu regnen, es wehte nur noch ein kräftiger Wind und wir machten einen schönen Spaziergang am Deich entlang zum Leuchtturm und Schafe gucken! :-)

 

Nach anderthalb Stunden ging es weiter nach Greetsiel. Auf meinem „Nostalgie-Trip“ durfte natürlich eine große Eistüte aus dem Eiscafé am Hafen und ein kleiner Bummel entlang der Fischkutter nicht fehlen!

 

Da wir hier aber vier Stunden Parkzeit bezahlt hatten musste noch ein neuer Plan her und da kam uns die Kanalrundfahrt mit der „Uschi“ ganz recht. Unser „Kapitän“ hat die einstündige Tour unterhaltsam kommentiert, sodass wir echt Spaß hatten – ich natürlich am Ende mit Sonnenbrand auf dem Kopf und im Nacken. Wer hätte das gedacht?

 

Mittagessen gab es dann bei de Beer. Die vermutlich größte aber auf jeden Fall bekannteste Firma in der Region, die frischen Fisch und anderes Meeresgetier fängt, verarbeitet, in drei Filialen serviert und natürlich auch ausliefert. Für mich lief es daher auf Salat und Bratkartoffeln hinaus aber der Matjesteller soll gut gewesen sein.

 

Bevor wir es uns wieder mit einer Flasche Wein am … ja nicht Meer… – vielmehr am Watt, bequem machten, wollte ich einen Zwischenstopp auf dem Ponyhof machen, auf dem ich als Keks das Reiten gelernt hatte. Es war super schön hier rumzugucken bei den vielen Ponys, Hunden, Kaninchen, Wellensittichen, Tauben, Hühnern, Eseln, Ziegen, Schweinen usw.! Das war wie damals… Kindheitserinnerung pur!

 

Als die Weinflasche dann geleert war, gönnten wir uns noch ein paar Cocktails/Weizen in den Lokalitäten vor Ort und den heute erworbenen Ziegenkäse auf dem Zimmer und konnten wieder einen äußerst gelungenen Tag verbuchen.

 


 

 


 

Mittwoch sollte es den ganzen Tag regnen… Daher war der Plan, die Seehundaufzuchtstation zu besuchen und anschließend ins Schwimmbad zu gehen. Da die Schlange bei den Seehunden aber unfassbar lang und der Himmel noch hell und sonnig war, drehten wir eine Tour durch den Norddeicher Irrgarten.

 

Man muss wissen, dass ein Urlaub hier oben entweder sehr relaxt und faul am Strand verläuft oder aber man sich eher Kinder- bzw. Familienaktivitäten widmet, da es nun mal keine „Sehenswürdigkeiten“ oder große touristische Attraktionen gibt.

 

Aber ich muss sagen der Irrgarten war nicht schlecht. Immerhin verbrachten wir eine gute Stunde an der frischen Luft, in der Sonne, mit Bewegung und ein bisschen Anstrengung der grauen Zellen, da es 20 Fragen zu finden und beantworten gilt. Thema des Tages war „Sport“, sodass eben solche Fragen auf uns warteten. Daniel hat natürlich gewonnen! – Wie übrigens ungewöhnlicherweise auch schon beim Minigolf in Wiesmoor!...

 


 

Langsam wurde es etwas frischer und man konnte erahnen, dass die Sonne wohl nicht mehr allzu lange durchhalten würde. Also ging es direkt nach dem Irrgarten ab ins Ocean Wave, das ich auch noch von früher kannte. Ein paar Stunden später verließen wir das Wellenbad wieder und es war tatsächlich ziemlich ungemütlich draußen.

 

Auf dem Weg zur Pension holten wir noch einen kleinen Snack vom Bäcker, denn Baden macht hungrig und nach der Verspeisung und einem kleinen Nickerchen ging es für mich wieder ins Ocean Wave aber dieses Mal zur Massage! Eine Stunde Erholung pur – das tat gut!

 

Als ich dieses Mal aus dem Bad kam regnete es in Strömen, sodass wir heute keinen Wein am Watt genießen konnten sondern einen Spieleabend auf dem Zimmer veranstalteten. Kniffel sei Dank haben wir aber auch diesen rumbekommen.

 

Donnerstag sollten nun aber die Seehunde drankommen! Pünktlich zehn vor zehn waren wir dort und mit uns warteten bereits etliche Leute. Als dann endlich Einlass war, strömten regelrechte Massen in die Station obwohl das Wetter eigentlich nicht verkehrt war!

 

Wir schauten uns die süßen Tiere und die begleitende „Ausstellung“ mit Infos rund um Seehunde und das Wattenmeer an und um elf war dann die Fütterung.

 

Da unsere Ohren vor Kindergekreische zu platzen drohten, zogen wir ab und verbrachten ein paar faule Stunden auf dem Zimmer weil wir uns nicht so recht aufraffen konnten noch etwas zu unternehmen – und für den Strand war es dann heute doch zu frisch!

 

Mittags gingen wir zu Fuß zum Norddeicher Hafen, da es auch hier eine De Beer – Filiale gibt.

 

Ansonsten war der Tag recht ereignislos bis wir am Abend unsere Bekannten nahe Emden besuchten – es war ein schöner Raclette-Abend auf der Terrasse. DANKE nochmal euch Zwei! :-)

 

Freitag war dann leider schon der letzte Tag. Alles was wir bisher gemacht und erlebt hatten war super schön und definitiv empfehlenswert.

 

Na jedenfalls sollte auch dieser letzte Tag schön werden aber da das Wetter zunächst nicht so recht wollte, blieben wir den gesamtem Vormittag auf dem Zimmer – ich musste schließlich meinen zweiten Krimi noch schaffen!

 

Irgendwann rafften wir uns dann noch zu einem Spaziergang am Wasser auf und fuhren anschließend nach Osteel ins Reitsportfachgeschäft weil ich eine Reithose brauchte. Leider wurde ich nicht fündig.

 

Um 15 Uhr dann endlich die Kutschfahrt, die wir bzw. ich schon die ganze Woche gerne machen wollte. Die Haflinger-Ponys Artur und Anja zogen uns durch die Westermarsch und dabei schien auch endlich die Sonne – ein toller Abschluss.

 

Aber a pro pos Abschluss: Der eigentliche war dann im Norder Pizzastübchen – ihr erinnert euch an den Montag? Riesige, fantastische Pizzen und ein großes, kaltes Alster beendeten unseren diesjährigen Sommerurlaub!

 

Samstag erfolgte nur noch die Abreise und die sofortige Erstellung dieses Berichts. Ich glaube so schnell war ich wirklich noch nie – aber wer weiß wie lange es dauern wird, bis er online zu sehen ist… Es wollen schließlich noch Bilder sortiert und auserwählt und dann der ganze Kram hochgeladen werden.

 

Auch wenn dies sicherlich nicht mein längster Bericht ist, strahlt er hoffentlich große Wiedersehensfreude meinerseits mit dem Reiseziel aus und gibt vielleicht Anlass selbst mal über einen Kurztrip in diese herrliche Gegend nachzudenken. Nur wie gesagt: Glaubt ja nicht, dass es ein billiges Vergnügen wird. Es ist zwar nicht Sylt aber dennoch… Die Ausgaben läppern sich! Aber wie ich eben finde, sie lohnen sich auch!

 

Die Kürze meines Textes ist vielleicht auch damit zu begründen, dass wir längst nicht so viel unternommen haben, wie wir gekonnt hätten: Es gibt zahlreiche ostfriesische Inseln, die einen Tagesausflug gelohnt hätten, ebenso wie Emden, die größte Stadt Ostfrieslands – oder man hätte Radtouren machen können, Leuchttürme, Kirchen und Museen besichtigen, Surfen, Reiten, und vieles mehr - aber letzten Endes war unsere Zeit nun mal begrenzt, was wiederum auch richtig war. Eine Woche ist eine gute Zeit für die Gegend. Man muss sich dann die Zeit einteilen und Prioritäten setzen. Aber ist das nicht überall so? Alles kann man gar nicht machen und sehen. Da hilft eben nur Wiederkommen!...







Für alle Bilder: Schaut gerne hier!