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Berlin 2022 mit Programm


(Fast) Alle Fotos von diesem Berlin-Wochenende: hier.


Berlin gegenüber hege ich durchaus ambivalente Gefühle. Es ist einfach immer irgendwie schön hier. Ja!

 

Aber: An manchen Stellen auch ein bisschen schrecklich...

 

Irgendwas ist ja immer: Nasskaltes oder knallheißes Wetter. Überteuertes Parken. Viel zu viele ungesunde kulinarische Verlockungen an jeder Ecke. Verstopfte Straßen und verstopfte Bahnen. Manchmal auch eine unansehnliche Dusche im Hotelzimmer. Laut und schnell. An zu vielen Ecken ver- und zerstörte Seelen. Schmutzige S- und U-Bahn-Stationen. Manchmal Zu oft miese Bedienungen. So viel Dreck. Mitunter  überbewertete sogenannte „Attraktionen“. Belassen wir es dabei. Berlin kann anstrengend sein.

 

Warum zur Hölle also schon wieder Berlin?

 

Berlin ist immer wieder eine Reise wert!

 



Berlin ist ja nicht nur all das oben genannte, Berlin ist ja auch…

 …so abwechslungsreich...

…Kultur pur…

ein guter Kaffee im hippen Eck-Café

…ein Mekka der Kreativität…

…Zeitvertreib…

…Shopping Paradies…

…tolerant…

fantastisches Panorama

Großstadtwildnis

ein äußerst bequemes Hotelbett

Show

…so grün

…funktionierende Öffis…

...Glühwein im Schnee...

…so wunderbar international…

…ein veganes Paradies…

Schiffchen fahren

…Vielfalt…

…pinker Himmel…

sonnige Biergärten

…Geschichte und Geschichten ohne Ende…

...Glück.

 

Und so bin ich bei weitem nicht nur jedes Mal froh wenn ich wieder abreise sondern eben auch jedes Mal froh, endlich wieder hinzufahren!:

 

Freitag, den 12. August 2022

 

Anreise

 

Und das geschieht dieses Jahr am Freitag, den 12. August 2022 um exakt 10.07 Uhr ab Hannover. Es ist mein erstes Mal mit dem Flixtrain [!Keine Werbung!].

 

Nach der Anreise zum Hannover Hauptbahnhof, und einem Frühstück mit überdimensionierten Kaffeepötten bei der grünen Meerjungfrau, sitzen wir nun also in Waggon 6 am leicht geöffneten Fenster auf unseren vorreservierten Plätzen. Wir sind offenbar nicht die einzigen, die in die Hauptstadt wollen. Ich wage mal zu behaupten, dass die Masse nicht in Stendal, dem einzigen Zwischenstopp, aussteigen wird, auch wenn die Hansestadt vielleicht durchaus sehenswert ist?!

 

Knapp zwei Stunden soll es laut Fahrplan dauern, etwa zweieinhalb sollen es am Ende aber tatsächlich werden. Mir scheint das Unternehmen strikt untergeordnet, immer sind wir es, die abwarten müssen bis irgendein anderer Zug vom konkurrierenden Bahnunternehmen passiert. Die besser bezahlten schnelleren Züge haben eben Vorfahrt…

 


Ankunft

 

Gegen 13 Uhr checken wir ein. Die Wahl fiel erneut auf das Riu Plaza Hotel [!Keine Werbung!] zwischen Wittenberg- und Nollendorfplatz. Damals war ich nur für eine Nacht hier, dieses Mal dürfen es drei Nächte sein.

 

Wir müssen auf unser Zimmer noch etwas warten und überbrücken im Hotelrestaurant bei Pasta bzw. Currywurst. Köstlich! Und just nach dem letzten Happen die erwartete E-Mail: Unser Zimmer ist fertig!

 

Das Eckzimmer auf Etage 14 ist nicht so groß wie vor drei Jahren aber trotzdem genauso modern, neu, sauber und schön, einschließlich des stylischen Badezimmers „with a view“.

 

Spandau

 

14.30 Uhr. Etwas müde und kaputt aber in Aufbruchstimmung. So machen wir uns auf den Weg nach Spandau.

 

Erst vor anderthalb Monaten hatte ich von der Existenz der Spandauer Zitadelle erfahren und irgendwie entstand daraus dann ziemlich spontan und ohne Zögern dieser Kurztrip mit meinem Papa. Dass die Zitadelle selbst nicht halten würde, was die Internetrecherche zu versprechen schien, ist dabei zweitrangig. Immerhin sind wir in Berlin!

 


Durch die Spandauer Fußgängerzone und mit einem Eis auf der Faust schlendern wir also Richtung Havel bzw. Festung. Letztere beheimatet u.a. das Zentrum für aktuelle Kunst, ein Theater und die Deutsche Fledermauswarte. Wir lassen das mal alles auf uns zukommen und zahlen zu zweit günstige 9€ Eintritt. Damit könn(t)en wir alle Museen der Anlage besichtigen und den Juliusturm erklimmen. Allerdings haben wir mehr als 30 Grad und sind ein wenig erschöpft von dem frühen Aufstehen und der Anreise. Vielleicht ein bisschen halbherzig besichtigen wir die Anlage und trinken zwischendurch etwas im dortigen Café.

 

Ich denke inzwischen, man sollte extrem großes Interesse für die Geschichte dieses Ortes mitbringen oder Karten für eine der Abendveranstaltungen (Konzerte, Poetry Slams etc.) haben, dann kann man der Zitadelle vielleicht etwas mehr abgewinnen. Aber sei es drum, wir haben es mal gesehen und ein bisschen von Spandau, das wir noch nicht kannten, gleich noch dazu.

 

Charlottenburg

 

Wir fahren nur wenige Stationen Richtung Stadtzentrum zurück und steigen an der Station Jungfernheide in Charlottenburg  aus und wollen einfach mal schauen was sich hier ergibt. Wir stellen fest: Wir befinden uns nahe des Schlossgarten Charlottenburg, den wir teilweise schon von einer anderen Reise kennen. Heute nehmen wir aber bewusst andere Wege und ganz kurz muss ich meine glühenden Füße auch mal in die kühle Spree halten, die parallel zu unserem Weg fließt.

Ein sehr schöner Garten bzw. Park, der offenbar auch rege genutzt wird um auf Picknickdecken, mit und ohne Schluck, das Wochenende einzuläuten!

 


Den Tag beschließen

 

Von der Otto-Suhr-Allee nehmen wir einen Bus zum Zoo. Das ist die „nächst gelegene“ Haltestelle (immer noch anderthalb Kilometer Fußweg) zu dem Biergarten, den wir aufsuchen wollen. Der Biergarten am Neuen See [!Keine Werbung!] ist riesig und immer extrem gut besucht. Man kann hier leger oder auch schick essen gehen, Boote mieten, etwas Schatten oder einen (leider nicht ganz so) frisch gepressten Orangensaft genießen. 16€ für vier alkoholfreie Getränke sind allerdings durchaus eine Ansage!

 

Den Rückweg zum Hotel bestreiten wir zu Fuß. Es sind 20 Minuten und wäre mit einem kleinen Teilstück Busfahren auch nicht schneller gegangen.

 

Unter der erholsamen Dusche inklusive Sonnenuntergang über Berlin spüre ich noch das Nachbeben der körperlichen Verausgabung des langen Tages aber es wird langsam besser! Und dann heißt es endlich: Füße hochlegen! Und keinen Millimeter mehr bewegen! Schon um 22 Uhr verbanne ich prophylaktisch mit ein paar Ohrstöpseln mögliche Schnarchkonzerte aus meinem Hörfeld.

 

Samstag, den 13. August 2022

 

Good Morning Berlin!

 

Da wir das Hotel ohne Frühstück gebucht haben, führt unser erster Weg heute in ein uns bekanntes Café, zwei U-Bahn-Stationen und ein paar wenige Fußminuten entfernt. Es ist Punkt 9 Uhr als wir uns auf die Socken machen.

 

Es wird leider ein Wespen-Frühstück an einer gut befahrenen Hauptstraße. Allerdings ist das trotzdem die bessere Wahl, denn auch heute wird wieder ein heißer Tag und da nutzen wir lieber die morgendliche noch halbwegs angenehme Luft anstatt uns in den möglicherweise stickigen Innenraum, wo auch gebrutzelt wird, zu begeben. Köstlich und reichlich ist es auf jeden Fall wieder und ich war hier sicherlich nicht zum letzten Mal!

 


Berlin Panorama

 

Weil es auf dem Weg liegt, geht es kurz zurück zum Hotel und um mittlerweile 11.20 Uhr stehen wir an der dortigen Bushaltestelle der M29, die uns zum Weltballon [!Keine Werbung!] bringen soll. Die 15 Minuten Fahrt vergehen wie ein Fingerschnipp, denn ich bin mit meinem Wespenstich beschäftigt. Beim Hinsetzen im Bus hat es mich am A…. erwischt! Ich trage die kürzeste Hose, die ich besitze und darf auf diese Weise lernen, dass ich glücklicherweise offenbar keine Allergie gegen die Mistviecher habe. Trotzdem: Davon habe ich die nächsten drei, vier Stunden noch was…

 

Und dann der Ballon. Will heute nicht. Zu windig. Wo denn? Na gut, möglicherweise in 500m Höhe, das mag alles sein. Da wäre ich hier unten, wo die Luft steht, jedoch nicht drauf gekommen! Also muss ein Plan B her und der ist ziemlich schnell gefunden:

 

Keinen Kilometer Fußweg entfernt befindet sich der Potsdamer Platz, wo wir sowieso eventuell einen Aussichtsturm besuchen wollten. Als wir den Panoramapunkt [!Keine Werbung!] betreten, fühle ich mich im Eingangsbereich für ein paar Sekunden ein bisschen nach New York versetzt und erinnere mich an die Auffahrt auf das Empire State Building oder auch das Rockefeller Center… Ein guter Start!

Dann jedoch stelle ich fest, dass der Preis pro Ticket bei mittlerweile 9€ liegt, vor Kurzem stand im Internet noch 6€. Das nenne ich mal eine Preissteigerung, aber sei es drum, wir fahren schließlich mit dem schnellsten Aufzug Europas. Superlativen haben eben ihren Preis.

 

Oben gibt es zwei Aussichtsebenen und beide sind ausgesprochen schön. Die obere ist dann jedoch nur noch zu Fuß erreichbar über eine Treppe. Der Blick ist in alle Richtungen sehr gelungen, außer Richtung Hauptbahnhof, da versperrt einem der riesige, größtenteils leerstehende  DB Glaskasten die Weitsicht.

 


Genau zum richtigen Zeitpunkt kehren wir im Café des Turms ein, denn als wir gerade unsere Getränke bestellt haben, beginnt es für eine kleine Weile wie aus Kübeln zu schütten, die Sicht ist von jetzt auf gleich extrem eingeschränkt aber nach dem gewaltigen Schauer dauert es ebenfalls nicht lange und man kann wieder so gut gucken als wäre nichts gewesen.

 

Berliner „Seenplatte“

 

Ein wenig unsicher wie wir den restlichen Tag verbringen sollen, entscheiden wir uns kurzerhand, zum Schlachtensee rauszufahren! Dieser befindet sich neben dem See Krumme Lanke, wo wir eigentlich hinwollen, befindet sich aber näher an einer S-Bahn-Station. Die Fahrt raus nach Zehlendorf dauert eine gute halbe Stunde, schließlich befinden wir uns dort schon fast am allseits bekannten Wannsee.

 

Der Schlachtensee zählt zur sogenannten Grunewald-Seenkette und ist von dieser der größte. Er wird umgeben von einem sieben Kilometer langen waldigen Rundweg. Zumindest das östliche Südufer laufen wir heute ab. An jedem noch so winzigen Fleckchen wo man ein Stück Handtuch ausbreiten kann, sitzen die Menschen und nutzen das Wochenende! Ich bin nicht lange neidisch auf sie (unsere Badesachen liegen im Hotel…), denn ich sehe sehr bald eine tote Ratte am Ufer liegen, daher würde ich hier eh nicht baden gehen. Was ich erstmal gesehen habe, habe ich gesehen.

 

Als wir dann zur Krummen Lanke kommen, stellen wir fest, dass diese als Naherholungsort mindestens genauso beliebt ist wie der Schlachtensee. Auch hier sitzen und liegen jede Menge Badegäste herum, manche sogar nackelig: FKK ist an diesem See überall erlaubt. Humor haben sie hier auch: „Kot d´Azur“ steht auf einer Mülltonne für Hunde-Hinterlassenschaften.

 


Rund vier Kilometer sind es von der S-Bahn Schlachtensee bis zum Restaurant Capriole [!Keine Werbung!] östlich der Krummen Lanke. Hier ordern wir eine Rutsche Getränke, mein heißer frischer Ingwertee mundet nach der körperlichen Betätigung wie Götternektar.

 

Rüdesheimer Platz

 

Von der nächsten S-Bahn Station fahren wir ein Stück weiter zum Rüdesheimer Platz. Den wollen wir uns einmal ansehen weil er zu den schönsten Plätzen von ganz Europa zählen soll. Wer diese Liste gemacht hat, war wohl noch nicht in Sevilla auf der Plaza de Espana, in Lissabon auf dem Comercio oder in Krakau auf dem Rynek Glowny! Derartige Panoramen kann der Rüdesheimer Platz nämlich gewiss nicht bieten, ohne Zweifel jedoch ist es ein hübscher, kleiner, gepflegter Platz, den ich mir in den Abendstunden entsprechend belebt vorstellen kann, denn er befindet sich im Rheingauviertel und im Sommer wird hier regelmäßig Wein in rauen Mengen ausgeschenkt.

 

Wir kehren in ein angrenzendes Café ein und gönnen uns einen kleinen aber sehr feinen Lunch. Die Lebensgeister kehren zurück. Was eine Mahlzeit und ein kaltes Getränk bewirken können!

 

Trotzdem wird das Bedürfnis nach einer langen Dusche, einem verhaltenen Deodorant und einem Nickerchen langsam übermächtig. Wir machen uns auf den Weg zum Hotel.

 

Ein klassisches Konzert

 

19 Uhr. Wir gehen zum Bus und fahren zum Ku´damm. Die Entfernung ist von unserem Hotel aus natürlich auch zu Fuß machbar aber wir haben beide gerade einfach das Bedürfnis, diesen knappen Kilometer bequem kutschiert zu werden.

 


20 Uhr. The Berlin Orchestra in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Erst vor wenigen Tagen hatte ich die heutige Abendveranstaltung für uns gebucht und es bewahrheitet sich, was der Saalplan erahnen ließ: Das Konzert ist fast ausverkauft! Dabei findet diese Aufführung viele Male statt. Aber natürlich ist eine solche Veranstaltung, zumal an einem so geschichtsträchtigen, besonderen Ort auch, und vielleicht erst recht, bei Touristen beliebt. Das merken wir auf jeden Fall u.a. daran, dass kaum jemand angemessen hübsch gekleidet eintrifft sondern man kommt vorzugsweise spontan in Shirt und Shorts, gerne auch mit Einkaufstüten frisch (bzw. verschwitzt) von der Shoppingmeile! Mein unangefochtenes Highlight ist ein Japanerpärchen mit Safarihüten, Gesichtsschlüppi und einem riesigen Karton dabei: Das offenbar soeben neu erstandene WMF Kochtopfset.

 

Trotzdem. Bach, Vivaldi und Co. schmeicheln unseren Gehörgängen, auch die Orgel hat zwei „Auftritte“ und eine Sängerin darf auch zwischendurch ihren Beitrag leisten. Ahnung habe ich von klassischer Musik nicht, hört sich aber alles toll an, das meiste kennt man auch irgendwie. Sehr empfehlenswerte Vorstellung, doch die Location eignet sich für einen Hochsommertag so gar nicht: 50% der Zuschauer wedelt sich verzweifelt unablässig Luft zu, ich gehöre auch dazu, und trinkt zwischendurch heimlich einen Schluck Wasser weil es unerträglich heiß und stickig ist. Es ist mir unbegreiflich wie vereinzelte Personen mit langen Ärmeln nicht vom Stuhl kippen. Vielleicht weil sie mit diesem schon verschmolzen sind…

 

Den Heimweg bestreiten wir, nach einem dringend erforderlichen Schluck Wasser auf dem Breitscheidplatz, zu Fuß, die Luft ist jetzt viel besser draußen, auf jeden Fall besser als in der Kirche. Es wird dann auch heute nicht sehr viel später als gestern bei uns.

 

Sonntag, den 14. August 2022

 

Heute haben wir Programm!

 

Raus aus der Stadt

 


Wir sind wieder um acht ohne Wecker wach und brechen ebenfalls um neune auf. Das Frühstück verschieben wir auf später, zunächst einmal haben wir 19 U- und S-Bahn-Stationen mit einmal umsteigen vor uns. Genug Zeit um die Sonntagmorgenmenschen um einen herum zu beobachten. Man klammert sich stets an den ersten Kaffee/Energy Drink/“halben Liter“ des Tages -je nachdem wonach die Routine verlangt- und schaut etwas abwesend aus dem Fenster oder aufs Handydisplay...

 

Es geht für uns raus aus Berlin, Richtung Osten, genau genommen sogar schon nach Brandenburg. Was ich auch hier wieder vermisse ist die Air Con aus der Metro in Singapur. Nicht nur, dass man sich dort wunderbar von der Hitze erholen konnte, nein, man konnte an den Haltestellen sogar vom Boden essen! In Berlin mag man da teilweise kaum lang gehen! Dieses Jahr finde ich das besonders extrem und peinlich, wie wenig man sich hier um die Entsorgung bzw. Entfernung von Müll und Schmutz auf den Wegen und vor allem in den Bahnstationen kümmert! Hat vielleicht mit der neuen, überall akzeptierten Standard-Ausrede von fehlendem Personal zu tun…

 

Hoppegarten

 

Heute ist Renntag! Die Berliner Galopprennbahn, die sich genau genommen im brandenburgischen Märkisch-Oderland befindet, lädt heute zum 132. Großen Preis von Berlin. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

 

Die Tickets hatten wir natürlich vorab organisiert, und zwar zum Glück für die vermeintlich „billigen Plätze“ (zu 20€ das Stück), die sich aber als herrlich schattige „Bänke“ mit guter Sicht erweisen, wohingegen sich die Premium Plätze in der Ziel-Loge stets in der prallen Sonne befinden, das kann doch keinen Spaß machen! Auch heute wieder sehr deutlich über 30 Grad…

 

Wir orientieren uns kurz bezüglich Wettschalter, Gastronomie und WCs und beschließen dann, erst einmal zu frühstücken. Papa Fritten und ich gebackenen Blumenkohl im Brötchen, schmeckt so viel besser als es klingt, und einen schönen Kaffee.

 


Unsere Sitzplätze bescheren uns einen angenehmen Renntag mit einer steten Brise (manchmal schon zu „brisig“), äußerst erfolgreich noch dazu. Vor uns die Picknickwiese, wo überwiegend Familien für den Nachwuchs oder die Vierpfötler ihre Strandmuscheln aufgestellt haben und mitunter Strandtennis spielen. Muddi teilweise im Bikini, Vaddi die Sektpulle am Anschlag, ein buntes Publikum.

Sowieso alles sehr familienfreundlich hier: Ponyreiten, Kinderschminken, Mini-Riesenrad, Eiswagen, …

 

Nach dem siebten Rennen erfrischen uns noch zwei Eiskaffees und dann geht es die 600m zurück zur S-Bahn Station. Das war ein ausgesprochen schöner Tag!

 

Über die Tier(un)freundlichkeit dieses Sports kann man natürlich diskutieren aber Trabrennen finde ich viel, viel schlimmer, wo die Pferde künstlich in einer Gangart gehalten werden, die nicht ihrem Instinkt entspricht. Wenn ein Pferd so schnell wie möglich „flüchten“ möchte, dann galoppiert es! Noch dazu werden beim Trabrennen sogar noch jüngere Pferde eingesetzt als im Galopprennsport. Dennoch insgesamt betrachtet ein Thema, das mich durchaus zunehmend beschäftigt…

 

Oh, was für eine Nacht!

 

16.30 Uhr. Wir sind zurück im Hotel. Nach dem Duschen sieht die Welt gleich noch ein wenig besser aus. Füße hochlegen und noch etwas ausruhen.

 

18.20 Uhr. Wir fahren mit der U-Bahn zur Spichernstraße, von dort ist es nicht mehr weit zur Bar jeder Vernunft [!Keine Werbung!]. Hier wollen wir lecker zu Abend essen und die Show „Oh what a night“ [!Keine Werbung!] erleben! Das Publikum selbst ist auch bereits ein Erlebnis. Und sowieso und überhaupt eine überzeugende Location, dieses Theater(„zelt“). Hier wird von Kabarett bis Konzert, von Chanson bis Musical eine ganze Menge Kleinkunst geboten. Die Einrichtung: 20er Jahre Charme. Die Kellner: Super aufmerksam und freundlich.

 


Montag, den 15. August 2022

 

Sieben Sachen packen

 

Heute vorsichtshalber mit Wecker. Halb acht. Denn bis elf müssen wir auschecken und zuvor wollen wir in aller Ruhe frühstücken und packen. Wir hatten uns überlegt, heute doch mal im Hotel zu frühstücken, denn das war vor drei Jahren ein unsagbares Highlight! Wie ich feststellen muss, hat sich das jedoch drastisch geändert und Auswahl, Geschmack und Qualität sind nicht mehr mit damals vergleichbar.

 

Zoo mit O

Fotoalbum folgt.

10.10 Uhr. Wir checken aus und geben unser Gepäck ab, das wollen wir natürlich nicht mit in den Zoo nehmen. Der Berliner Zoo [!Keine Werbung!] ist nämlich unser heutiger Programmpunkt vor der Heimreise. Das haben wir heute Morgen spontan so entschieden weil wir ihn beide noch nicht kennen und er strategisch günstig liegt. Wir fahren mit der U12, die genau heute eingeführt wird, es gibt jetzt eine weitere Linie vom Wittenbergplatz.

 

Wir kaufen am Eingang „Löwentor“ die Tickets und stehen zu allererst vor den Elefanten , die mir, wie immer, unendlich leidtun. ..

 

Es muss die absolute Höllenqual sein, in einer lauten, lebhaften Großstadt auf engstem Raum eingesperrt zu sein wenn man eigentlich in die afrikanische Weite gehört... Nicht nur, dass Elefanten viel, viel leisere Geräusche als wir Menschen sehr deutlich wahrnehmen können… Die vielen Erschütterungen, z.B. durch U-Bahnen und Straßenverkehr, nehmen Elefanten über ihre Füße ähnlich sensibel wahr, schließlich können Sie in der Wildnis Bodenschwingungen bis zu 40km Entfernung erspüren, etwa Wasserquellen, Savannenbrände, andere Herden. Und hier in Berlin ist rund um die Uhr Action und Reizüberflutung für sie. So traurig!

 


Aber selbst Schuld, warum gehe ich auch in den Zoo?

 

Wir schlendern als nächstes einigermaßen zielstrebig zu den drei Pandas, sehen sie aber nicht in ihrem Außengehege. Auch das Antilopenhaus ist leer. Was ist hier los?

 

Dafür lassen sich Leopard und Tiger blicken und auch die Zebras, Nashörner, Kängurus und Alpakas meinen es gut mit uns. Ich bin wieder munter. Die Elefanten (mehr oder weniger) aus den Augen, aus dem Sinn, stelle ich fest, dass die Anlage dieses Zoos extrem gepflegt und hübsch ist. Ich habe selten einen so liebevoll angelegten Zoo gesehen, es gefällt mir hier richtig gut! Und am Allerbesten wahrscheinlich bei den Seelöwen, Seehunden und Pinguinen!

 

Leider sollen auch bald Wölfe einziehen. Bei diesem Thema bin ich ähnlich empfindlich wie bei den Elefanten.

 

Wir sehen auch noch einen Bären, ein Zwergflusspferd, Giraffen und letztlich doch noch die drei Pandas!

 

Die restliche Zeit verbringen wir bei den Orang Utans, Gorillas und der Schimpansen-Fütterung. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es falsch ist, Affen in einen Zoo zu sperren. Sie sehen nicht besonders glücklich aus und es kommt mir vor als würde ich Menschen hinter Gittern ansehen. Ich glaube das mit mir und den Zoos das wird einfach nichts mehr.

 

14 Uhr. Ich shoppe noch ein paar Kleinigkeiten im Souvenir Shop am Eingang „Elefantentor“ und dann verlassen wir den Zoo über genau diesen Ausgang.

Einen Espresso hatte ich zwischenzeitlich, also spricht nichts dagegen, sich schon ziemlich direkt zum Hotel zu begeben. Wir gehen zu Fuß, holen unser Gepäck und dann geht es auch bald zum Hauptbahnhof.

 

Bye Bye Berlin!

 


Ein später Bahnhofs-Lunch und zack ist es 16.24 Uhr und wir sitzen in unserem knallgrünen Zug nach Hannover.

 

So viel Berlin, so viel Freude und Erlebnis, in nur vier Tage gepackt!

Und genug Gründe… um wiederzukommen!

Berlin ist eben immer wieder eine Reise wert!