Silvester in Bremen
Reise-Rückblick 2019
2019 war für mich privat ein Jahr der Höhen und Tiefen. Wie so ziemlich jedes Jahr dies ja letztendlich ist.
Reisetechnisch betrachtet hatte ich aber definitiv eher Höhen als Tiefen! Auch wenn der mit Abstand meiste Urlaub erst in die zweite Jahreshälfte fiel und die erste dadurch etwas karg ausfiel:
Im Februar Schwerin – das war schon schön aber schreit nicht nach einer Wiederholung. Die Stadt gibt nicht viel mehr her als das Schloss und viel Wasser. Vielleicht war es auch die falsche Jahreszeit.
Von Schwerin aus waren wir auch einen Tag in der Hansestadt Wismar, von der ich zuvor auch geglaubt hätte, man müsste sie gesehen haben. Dieses Gefühl bestätigte sich vor Ort nicht aber im Winter ist natürlich auch tote Hose…
Im März dann Bildungsurlaub auf Borkum! Ein absolutes Highlight aus 2019: Nordseeluft, Möwengeschrei, am Morgen menschenleere Strände, Sonne ohne Ende, Hufgeklapper, Ostfriesentee, Zeit mit Mama. Und dann auch noch etwas lernen, etwas Interessantes tun, sich in gewisser Weise nützlich fühlen – das habe ich gebraucht!
Dann 3 Kurztrips nach Hamburg und einer in den Harz, sowie nach Berlin, aus den unterschiedlichsten Beweggründen, darunter ein Zoo, zwei Konzerte und viel Ruhebedürfnis.
Ende Juli endlich der erste richtige Urlaub: Schottland samt Hochzeit! Wodurch wir ein wunderbares Land kennenlernen durften, welches wir andernfalls möglicherweise nie oder zumindest nicht so bald bereist hätten.
Wenig später Südafrika. Wo ich sehr viel gelernt habe, besonders die Unterschiede zwischen Vorstellung und Tatsachen. Ich werde das Land bestimmt wieder bereisen aber nun definitiv mit ganz anderer Einstellung und völlig neuen Plänen!
Im November dann schockverliebt in Singapur und Pool-Time auf Bali!
Und das Finale bildeten Anfang Dezember Bremerhaven mit Weihnachtsmarktflair und Ende Dezember Bremen zum Jahresausklang! Und darüber möchte ich nun berichten.
Für Silvester nach Bremen
An Weihnachten hat es mich, wie so einige andere auch, gesundheitlich ganz schön erwischt. Erst Fieber und Co., später wieder Migräneschübe – so zogen sich für mich die Tage zwischen den Jahren hin. Ich war ziemlich schnell an dem Punkt, unseren Silvester-Kurztrip abzublasen.
Letztlich sind wir aber doch gefahren! Philipp hat sich bereit erklärt, mit dem Auto zu fahren, damit ich mich nicht auch noch mit Sack und Pack zwischen die Bazillen anderer Bahnreisenden setzen muss sondern mit einer Thermoskanne Tee und meinem Häkelzeug bequem auf dem Beifahrersitz rumlümmeln kann.
Wir sind erst mittags nach dem Packen und Auströdeln losgefahren und kamen entsprechend zur Kaffeezeit in Bremen an. Das bahnhofsnahe Hotel hatte zum Glück eine preisgünstige Tiefgarage, was uns in der Gegend und dann auch noch zu Silvester, sehr gelegen kam!
Kulinarisches
A pro pos Kaffeezeit. In Sichtweite des schönen historischen Bremer Rathauses kehrten wir sehr gemütlich und gemächlich auf je zwei Heißgetränke ein. Es steppte der Bär – jeder wollte den Nachmittag gemütlich Kaffee trinken und allzu viele Möglichkeiten gab es an diesem Tag natürlich nicht, denn die meisten Cafés waren geschlossen!
Für uns aber war es wirklich sehr schön und wir vertrödelten hier die Zeit bis zu unserer Restaurantreservierung gegenüber am späten Nachmittag.
Im Ratskeller plätscherten wieder zwei Stunden dahin, wir ließen es uns gut gehen mit drei Gängen! Erstaunlicherweise war das Restaurant recht leer und füllte sich erst als wir gingen. Perfekt! Ein sehr gelungener Abend. Lecker! Und fantastische Bedienung.
Besonders schön fanden wir die Aktion MahlZeit: Man bittet um mindestens 1 Euro, der auf die Rechnung aufgeschlagen werden soll und dieser Betrag geht dann, in Form einer Mahlzeit, an Obdachlose. Traurigerweise waren wir an diesem Abend der allererste Tisch, so der Kellner, der etwas spendete. Also ganz ehrlich? Üppig und teuer speisen gehen aber dann keine 2 oder 12 Euro für so eine Aktion übrig haben??
Festliches Silvesterkonzert
Vom Ratskeller ging es für uns fast auf direktem Wege rüber in die Glocke. Das Konzerthaus neben dem Dom ist Veranstaltungsort für die unterschiedlichsten kulturellen Veranstaltungen, von denen wir uns das heutige Silvesterkonzert der Klassischen Philharmonie NordWest um 20 Uhr ausgesucht hatten!
Was wir nicht wussten: Ein wohl recht bekannter Cellist, Johannes Krebs, war mit dabei und es gefiel uns auch wirklich außerordentlich gut. Uns war nicht klar warum die Veranstaltung so schlecht besucht war! Phil kaufte in der Pause sogar eine CD!
Nach etwas über zwei Stunden hatten wir dann die volle Dröhnung Tschaikowsky intus -nicht, dass wir etwas von klassischer Musik verstehen würden- und überlegten, was wir mit der restlichen Silvesternacht anstellen sollten.
Jahreswechsel
Der ursprüngliche Plan war, nach dem Konzert an die Weserpromenade, die Schlachte, zu gehen um vielleicht noch irgendwo etwas zu trinken. An der Weser angekommen, irrten wir aber erst einmal in die falsche Richtung. Dort war es wenig belebt aber ein paar Böller flogen einem schon immer mal um die Ohren oder die Füße.
Wir drehten irgendwann um und liefen zurück und weiter in die entgegengesetzte Richtung zu den Bars etc. Dort war dann zwar reges Leben aber die Knallerei wurde nicht weniger – im Gegenteil!
Unterm Strich fühlten wir uns hier extrem unwohl durch die Rücksichtslosigkeit derjenigen, die ihre Böller überall hinwarfen ohne zu gucken, und die Aussicht auf ein Plätzchen in einer Bar zu dieser Uhrzeit war, wie befürchtet, auch eher schlecht.
Also machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Dort angekommen ging es dann auf halb zwölf zu und um Mitternacht stießen wir mit unseren Teeresten aus der Thermoskanne an!
Frohes Neues Jahr!
Trotz Feuerwerk-Lärm schliefen wir schnell und gut und lange.
Das Hotel servierte das Frühstück heute auch besonders lange und man durfte auch später als üblich auschecken! Tja, so war das ein sehr unspektakuläres -aber nicht minder schönes- Silvester für uns!
Sowie für mich persönlich die Bestätigung, dass Bremen und ich einfach nicht zusammen passen. Da springt kein Funke über und mir fällt auch nichts mehr ein, was ich hier noch machen oder sehen möchte. Vor vielen Jahren war ich hier im Hofbräuhaus und bei Beck´s. Nun war ich hier für Kaffee, Dinner und Konzert. Alles schön und gut. Aber mehr eben nicht!
Das Universum Bremen
Aber: Einen Programmpunkt hatten wir an Neujahr noch in Bremen! Zur Mittagszeit schlugen wir im Science Center „Universum“ auf!
Die Sonderausstellung „Der mobile Mensch“ fand ich fast noch am Interessantesten. Danach die Bereiche Technik, Mensch sowie Natur waren dann doch nicht so ganz das was ich mir vorgestellt hatte obwohl ich mir gar nichts allzu konkretes vorgestellt hatte!
Ich finde das Universum ein klassisches Schulklassen-Ziel und dafür auch sehr geeignet! Aber für mich persönlich war es jetzt kein WOW-Erlebnis. Am Besten gefiel mir die Architektur, also das Gebäude selbst, von außen. Sowie das vegane Mittagessen aus der Caféteria und das sehr gut aufgestellte Souvenirshop mit wirklich besonderen, schönen Dingen, wo wir auch gut eingekauft haben!
Fazit
JA! Eine Reise zu Silvester würde ich immer wieder machen! Ich glaube besser geht es nicht!
NEIN! Bremen ist nichts für uns! Wir sind eben Hamburger Jungs! (Oder Mädchen!)