Unsere Wanderung von Thale nach Goslar mit Zwischenübernachtungen in Blankenburg, Wernigerode, Ilsenburg und Wöltingerode.
Über die erste Etappe, von Thale nach Blankenburg, habe ich hier berichtet.
Etappe: Blankenburg-Wernigerode 15km
14. September 2020
Am heutigen Montag hatten wir unseren Wecker für 7 Uhr gestellt. Leider war mir das Bett zu hart und das Zimmer zu hell(hörig) gewesen, sodass ich richtig schlecht geschlafen habe.

8 Uhr. Mein erstes Frühstücksbuffet mit ganz normaler Selbstbedienung seit Corona. Ich bin erstaunt und auch ein wenig enttäuscht, denn mir hatte das bisher eigentlich ganz gut gefallen, dass nicht jeder Gast in den Essensauslagen rum pulen kann…
Letztlich war das Frühstück aber gar nicht so schlecht, wenn auch alles tendenziell Billigware und nur eine eher geringe Auswahl. Wir wurden satt und der Kaffee war bestens, also nichts für ungut!
09.15 Uhr. Ebenfalls im Frühstücksraum konnten wir bei einer Mitarbeiterin unsere Koffer für den Gepäcktransfer abstellen, heute war es eine andere Dame als gestern. Diese war jetzt sehr freundlich, jedoch nicht in der Lage, mir für die Wanderung eine Flasche Wasser zu verkaufen, sodass ich mit 0,2 Litern Rest in meiner Flasche starten musste, in der Hoffnung, dass sich unterwegs eine Möglichkeit ergeben würde...
Unsere heutige Tour begann mit der Suche nach dem Stempelkasten vom Kloster Michaelstein, denn als wir hier gestern Nachmittag angekommen waren, hatte uns unser Stempelheft nicht so sehr interessiert wie das Ankommen im Hotel… Der mutmaßliche Hausmeister wies uns den Weg durch die Forellenteiche zur Stempelstelle, die wir ohne ihn niemals gefunden hätten! Dort trafen wir noch ein anderes wanderndes Ehepaar, hielten einen kurzen Plausch mit ihnen, und starteten alsbald möglich Richtung Benzingerode.

Die Strecke war wieder genauso schön und waldig-schattig wie das Wetter wieder herrlich sonnig war, allerdings ließ auch wie am Vortag die mangelnde und/oder in die Irre führende Beschilderung unseres Wanderwegs hin und wieder Unmut aufkommen! Oft mussten wir uns an Weggabelungen oder Kreuzungen trennen und sobald jemand ein Schild des Klosterwanderwegs fand, rief er den jeweils anderen an. Manchmal fand sich auch gar nichts und dann gingen wir entweder nach Google Maps oder Bauchgefühl. Google Maps hat ja bei weitem nicht jeden Waldpfad im Programm, aber auch meine Wander-App war nicht so hilfreich wie erhofft.
Im Nachhinein haben wir uns fast nie falsch entschieden sondern sind fast immer irgendwie richtig gegangen, aber davor stand oft ein kleiner Wutausbruch. Da war es nicht besonders hilfreich, dass ich in Benzingerode, keine Möglichkeit vorfand, meinen Durst zu stillen, den ich nun schon lange verspürte, schließlich wollte ich nicht den Wasservorrat meines Mannes leer lutschen… Die einzige Gaststätte hatte heute, wie befürchtet, Ruhetag. Montag eben…
Also weiter bei 26 Grad… Jedenfalls nach einer kleinen Maiswaffelpause an der Dorfkirche, der der Aufstieg zum Austberg folgte. Hier war dann meine schlechte Laune der Antrieb, diesen zu erklimmen, denn der Durst war mittlerweile kaum noch zu ertragen – in der prallen Sonne! Oben angekommen ließ ich Philipp alleine den Aussichtsturm erklimmen und sobald es wieder halbwegs bergab ging, gab ich größtmögliches Hackengas, ich wollte einfach nur noch ankommen…

Es dauerte aber noch mindestens 4km bis wir endlich Wernigerode ankratzten. Um ein Haar hätte ich in einer Autowerkstatt um Wasser gebeten, bevor Philipp mich nötigte, endlich einen Schluck aus seiner Wasserflasche zu nehmen.
Im Lustgarten von Wernigerode war ich kurz davor, unsere Wanderkarte einfach aufzuessen und lotste uns per Google Maps zum Hotel. Zum Glück, denn per Wanderkarte wären wir in die komplett entgegengesetzte Richtung gelaufen. Wie kann man derart undetailliertes Kartenmaterial an Ortsfremde ausgeben?
Übernachtung in Wernigerode
In der Breiten Straße checkten wir in unsere zweite Unterkunft ein: Das Hotel Am Anger [!KEINE WERBUNG!].
Mitten in der Fußgängerzone zu wohnen, also super zentral, ist schon etwas Tolles! Allerdings war der Empfang hier nicht sehr viel euphorischer als gestern in Blankenburg, zudem mussten wir auch hier unsere Koffer selbst wieder viele Treppen hoch schleppen.
Dann jedoch eine positive Überraschung: Statt eines Doppelzimmers haben wir ein Appartement bekommen! Nach Öffnen der Tür stand ich im großen Wohnzimmer und wusste gar nicht wie mir geschieht. Gerade zu befanden sich Küche und Badezimmer, durch beide konnte man hindurch gehen und gelangte so in das nicht minder großzügige Schlafzimmer. Jackpot!
Das war wirklich ein Trost nach dem irgendwie etwas enttäuschenden Zimmer in der Nacht zuvor. Trotzdem verweilten wir nicht lange sondern gingen gegen 14.45Uhr nach dem Duschen wieder sofort auf Restaurantsuche. Die 15km hatten sich ohne Wasser schließlich weitaus anstrengender angefühlt als die 17km am Vortag…

Wir irrten annähernd 40 Minuten durch die nähere Umgebung aber es war so schwer, ein geöffnetes Restaurant zu finden, fast überall würde es erst ab 17 Uhr wieder etwas geben… Wir hatten aber Glück: Das Schnitzelhaus direkt gegenüber vom Hotel! Die „Alte Brennerei“ [!KEINE WERBUNG!] war für uns genau das Richtige! Für mich einen Liter Wasser bitte und ein Jägerschnitzel!
Schnitzel? Jep! Ganz genau! Hier kann man fast jedes Schnitzelgericht auch mit einem veggie Sojaschnitzel bekommen. Ich war maßlos begeistert und köstlich war es ebenso!
In einem kleinen Obst- und Gemüsehandel in der Nähe konnten wir uns anschließend noch mit Wasserpullen (!) und Obst eindecken, sodass einem gemütlichen Sofaabend nichts mehr im Wege stand!
20.30 Uhr. Wir versuchten zu schlafen aber es gelang uns beiden nicht wirklich, dabei waren wir Schlag-K.O.!
Gegen Mitternacht zog ich auf´s Sofa und es wurde so langsam…
Alle Fotos von heute findest du: HIER.
Möchtest du über den weiteren Verlauf der Wandertour lesen? Hier geht es zur nächsten Etappe, von Wernigerode nach Ilsenburg.