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Lüneburg 2018


Lüneburg

 

11. Mai 2018 > Alle Bilder auf einen Blick: HIER!

 

Backsteingotik, Fachwerkhäuser, norddeutsche Perle, Rote Rosen und mittelalterliches Flair – Begriffe, die stark mit Lüneburg verbunden aber auch ein bisschen ausgelutscht sind. Zwar beschreiben sie diese wunderschöne Stadt recht gut aber ich will damit im Folgenden nicht um mich werfen. Mal schauen ob das klappt…

 

Einen einzigen Tag aber zwei ganze Nächte haben wir in Lüneburg verbracht. Über den Hamburger Hafengeburtstag am 10. Mai habe ich bereits berichtet. Vom 10.-12. Mai haben wir aber in Lüneburg übernachtet, da zwischen den beiden Hansestädten nur eine halbe Stunde Bahnfahrt liegt und Hamburg zum Hafengeburtstag und gleichzeitig Himmelfahrt 1. sehr teuer und 2. hoffnungslos überfüllt ist.

 

Da wir Lüneburg schon seit geraumer Zeit gerne einmal sehen wollten, sind wir sehr zufrieden, dort nur einen Monat im Voraus noch spontan im Lübecker Hof ein Zimmer zu ergattern.





 

Der Lübecker Hof ist eigentlich nicht weiter der Rede wert. Die Lage ist super (fußläufig zwischen Bahnhof und Altstadt), die Zimmer sauber und groß, das Personal freundlich aber das Frühstück ausbaufähig. Kurz: Für uns gut genug.

 

Noch vor zehn Uhr an diesem Freitag stiefeln wir los. Nach nicht mal 200 Metern erreichen wir bereits den Alten Krahn an der Ilmenau. Der historische Hafenkrahn von 1797 gilt als Wahrzeichen Lüneburgs und befindet sich auf so ziemlich jeder Postkarte der Stadt.

 

Gegenüber auf der anderen Seite der Ilmenau liegt auch direkt der Stintmarkt. Der was?

 

Der Stint ist ein kleiner heringsähnlicher Fisch, der besonders im Mittelalter beliebt war. Heute befindet sich am ehemaligen Stintmarkt im Grunde die Kneipenmeile der Stadt. Wir haben heute bestes Sommerwetter und können uns schon vorstellen, wie belebt, vielleicht beinahe südländisch-urlaubshaft-entspannt, es hier heute Abend zugehen mag.

 

Immer der Nase nach, erreichen wir nach wiederum 200 Metern die St. Nicolai-Kirche und noch mal so weit ist es bis zum Rathausplatz mit der Touristeninfo von Lüneburg.




 

Schon auf diesem kurzen Stück durch die Stadt sind viele historische Giebelhäuschen zu sehen, die den Charme Lüneburg´s definitiv mit prägen. Sie blieben von Krieg und Katastrophen verschont und sind daher nahezu vollständig erhalten geblieben. Das sieht man und das kann man herrlich fotografieren.

 

Ab Rathaus werden an bestimmten Tagen in der Woche auch Kutschfahrten angeboten aber wir haben heute leider Pech weil alle Plätze zu allen Uhrzeiten vorreserviert sind, u.a. von einer Hochzeitsgesellschaft.

 

Insgesamt durchstreifen wir die Kopfsteinpflastergassen und Einkaufsmeilen heute größtenteils mehrfach! Die Altstadt ist nicht winzig aber nennen wir´s kompakt. Es gibt so viel zu sehen aber alles ist doch auch nah beieinander.

 

Bereits gegen elf Uhr ist unser erster richtiger Stopp das Johnson´s Coffee, wo es richtige Scones gibt, man eine echte Tea Time zelebrieren kann. Herrlich britisch und mit Blick auf´s Rathaus – sofern man, wie wir, draußen ein Plätzchen ergattert. Aber vor allem drinnen ist es wirklich schön – Fans des Britischen dürfte das Herz aufgehen. Alles ist liebevoll dekoriert, bis ins Detail britisch und geschmackvoll! Mir gefällt das hübsche Porzellangeschirr besonders.



 

Scones und Tea Time können uns aber nicht locken, wir machen es uns mit Kaffeegetränken –davon gibt es hier auch reichlich Auswahl- in der Sonne gemütlich.

 

Nach einem weiteren ausgiebigen Bummeln durch Gassen und Geschäfte zieht es uns zum Wasserturm, den man, wie ich bereits recherchiert hatte, besuchen kann um eine schöne Aussicht über die Stadt zu erhaschen.

 

Fast genau seit 18 Jahren gibt es einen Fahrstuhl zur Ebene 6 des Wasserturms. Von dort sind es nur noch 20 Stufen einer Wendeltreppe und man steht auf der Aussichtsterrasse, die man bei gutem Wetter wirklich unbedingt und zwingend aufsuchen sollte, denn der Blick über Lüneburg ist von hier der Beste, den man bekommen kann!

 

Im Anschluss wird es Zeit für ein Mittagessen. Wir nehmen Platz im nahe gelegenen Mälzer Brau- und Tafelhaus. Genau genommen sitzen wir natürlich draußen bei Mitte 20 Grad und strahlendem Sonnenschein!

 

Zu Hause hatten mich Trip Advisor und die Website von Mälzer angesprochen aber vor Ort werde ich nicht überzeugt. Die Auswahl an Speisen ist zwar selbst für mich als Vegetarier gigantisch aber das Essen selbst dann nur guter Durchschnitt und die Bedienung unmöglich. Abgesehen davon hatte ich von dem Bier eines selbst brauenden Wirtshauses irgendwie auch deutlich mehr erwartet.



 

Wie auch immer. Gut gestärkt sind wir im Anschluss auf jeden Fall und bereit, den Kalkberg zu erklimmen. Ein bisschen Natur in der City. Der Kalkberg -eigentlich ein Gipsberg- liegt am Stadtrand und ist, wie alles hier, in Kürze zu Fuß zu erreichen. Früher diente er der Gipsgewinnung, seit 1932 dient er als kleines Naturschutzgebiet mit Spazierwegen. Diese sind wirklich nicht lang oder anstrengend und man erreicht in Kürze den „Gipfel“ mit einer schönen Aussicht über Lüneburg aber sie kann bei Weitem nicht mit der vom Wasserturm mithalten!

 

Den Rest des Nachmittages verbummeln wir wieder hier und da und kreuz und quer, bis wir nach rund acht Stunden im Lübecker Hof die Füße hoch legen und den Tag bei Buch und Tablet ausklingen lassen.

 

Dies war ein wunderschöner, anstrengender und zugleich erholsamer Tag. Ein perfekter Urlaubs-Sommertag!

 

Fazit: Backsteingotik, Fachwerkhäuser, norddeutsche Perle, Rote Rosen und mittelalterliches Flair – ich habe es geschafft, diese Begriffe zu vermeiden, muss aber erneut zugeben und betonen, dass sie stark mit Lüneburg verbunden sind und die Stadt recht gut beschreiben, da einem all dies hier mehrfach begegnet…